SwissSkills
Die Schweizermeisterin und ihre Torte: Juliana Thöny aus Oberlunkhofen ist beste Konditorin-Confiseurin

Juliana Thöny aus Oberlunkhofen hat sich an den diesjährigen SwissSkills den Meisterschaftstitel als Konditorin-Confiseurin geholt. Für Ihr Meisterwerk brauchte sie viel Geduld.

Melanie Burgener
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Britta Gut Bild: zvg

Für ihre grosse Leidenschaft braucht Juliana Thöny vor allem eines: sehr viel Geduld. Denn wenn die 21-Jähirge die Backstube betritt, sind eine ruhige Hand und viel Fingerspitzengefühl gefragt. Nur so gelingen der gelernten Konditorin-Confiseurin die filigransten Pralinés und Zuckerverziehrungen: «Ich mag es, wenn es viele Details hat», erzählt sie strahlend. «Ich bin wirklich sehr geduldig.»

Geduld und vor allem Ausdauer hat Juliana Thöny in den vergangenen Wochen auch bei ihrem Training für die diesjährigen SwissSkills Berufsmeisterschaften bewiesen. Fast täglich war die Oberlunkhoferin dafür in ihrem ehemaligen Lehrbetrieb, der Bäckerei-Konditorei Sprüngli in Dietikon. «Manchmal habe ich bereits morgens um 5 Uhr begonnen.»

Dank viel Training ist sie Schweizermeisterin

Die vielen Stunden in der Backstube und das frühe Aufstehen haben sich gelohnt. Juliana Thöny hat sich an den SwissSkills den ersten Platz geholt und wurde zur Schweizermeisterin der Bäcker/innen-Konditor/innen-Confiseur/innen EFZ.

Am Wettbewerb selbst, der wegen Corona in diesem Jahr in Luzern stattgefunden hat, musste Thöny während drei Tagen und insgesamt zehn Stunden verschiedene Dessertstücke herstellen. «Das Oberthema war China, das haben wir schon im August erfahren», erzählt sie. Anfangs sei sie damit nicht so glücklich gewesen.

Am Wettbewerb überzeugte ihre Torte mit Blutpfirsich, Matcha und Knusperboden. Für dieses Stück brauchte sie viel Geduld.

Am Wettbewerb überzeugte ihre Torte mit Blutpfirsich, Matcha und Knusperboden. Für dieses Stück brauchte sie viel Geduld.

Britta Gut Bild: zvg

Doch gemeinsam mit ihrer Coachin tüftelte sie so lange an asiatischen Dekorationen und Geschmacksrichtungen, bis sie perfekt schienen. «Manchmal haben wir stundenlang nur probiert und besprochen, was ich wo noch verbessern könnte», erzählt sie. «Ich esse eigentlich sehr gerne Süsses. Aber da war ich manchmal froh, wenn ich die Stücke nicht mehr anschauen musste», sagt Thöny lachend. Die Anmeldung an die Meisterschaften hat sich Juliana Thöny bereits mit ihrer Abschlussprüfung gesichert. «Meine Mitstiftin und ich waren beim Abschluss Kantonsbeste.» Seither sind anderthalb Jahre vergangen. Währenddessen hatte sie die Möglichkeit, Berufserfahrung in einem ganz anderen Umfeld zu sammeln. «Nach der Lehre ging ich für ein halbes Jahr nach London. Dort habe ich in einem Restaurant des Schweizer Starkochs Anton Mosimann in der Patisserie gearbeitet.»

Im vergangenen Sommer arbeitete Thöny ihre erste Saison in einem Fünfsternehotel in Gstaad. «Ich wollte die andere Seite dieses Berufes sehen», erklärt sie den Branchenwechsel. «Es ist schön, wenn man stundenlang für ein Dessertbuffet gearbeitet hat und danach sieht, was man alles gemacht hat und sich auch die Gäste darüber freuen», sagt sie strahlend.

Die Teilnehmenden haben sich gegenseitig geholfen

Das habe ihr auch bei den SwissSkills geholfen. «Es hiess, wir sollten genügend Zeit für eine Überraschung einplanen. Diese lautete dann, das Tartelette auf einem Dessertteller anzurichten. Das war für mich perfekt», erzählt sie. Im Restaurant sei das ihre Hauptaufgabe.

Auch wenn während des Wettbewerbs nicht alles reibungslos verlaufen sei, würde sie jederzeit wieder teilnehmen. «Es war eine super Erfahrung.» Auch die Stimmung unter den Teilnehmern sei gut gewesen und sie hätten sich gegenseitig unterstützt. «Jemandem ist bei einem Stück etwas abgebrochen. Als wir anderen fertig waren, haben wir geholfen. Drei Leute haben Marzipan gerollt, jemand besorgte Schokolade zum kleben. Es war schön zu sehen, wie wir zusammenhalten.»

Mit ihrem Sieg qualifizierte sich Thöny für die Weltmeisterschaft, die in zwei Jahren in Schanghai stattfinden wird. «Ich habe noch nicht definitiv zugesagt, aber es wäre eine riese Ehre, dort die Schweiz zu vertreten.» Für ihre Entscheidung hat sie noch Zeit. Jetzt freut sich Thöny erst einmal auf ihre zweite Saison in Gstaad. «Ich bin gespannt. Anscheinend soll der Winter noch anstrengender werden als der Sommer.»

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