Wohlen
Die grossen Modelleisenbahn-Show lockte 250 Personen an

Im Bleichi-Areal bestaunten am Wochenende viele Fans die Modell-Anlagen des Freiämter Eisenbahn Amateur Clubs. Für Eingeweihte bedeutete die Veranstaltung einen Gang ins Paradies des Modelleisenbahn-Universums.

Anita Spielmann-Spengler
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Modelleisenbahn-Fieber in Wohlen: Freiämter Eisenbahn Amateur Club zeigt seine Modelle
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Rund 250 Interessierte bestaunten die Modellbahn-Ausstellung des Freiämter Eisanbahn Amateur Clubs.
Rund 250 Interessierte bestaunten die Modellbahn-Ausstellung des Freiämter Eisanbahn Amateur Clubs.
Wegweiser in eine andere Welt.
Angeregter fachlicher Austausch unter Gleichgesinnten.
Die Mühle in Wohlen, in der fleissig gearbeitet wird.
Strassenbau mit filigranem Gerüst, im Hintergrund eine voll funktionierende Sägerei.
Reger Betrieb auf dem Umladebahnhof der Gütertransporte.
Der Nachwuchsbähnler verfolgt das Geschehen mit grossem Interesse.
Modell des alten Bahnhofs Wohlen.
Ehrenpräsident Urs Käppeli am Schaltpult.
Reger Bahnverkehr vor dem alten Bahnhof Wohlen.
Problembehebung ist angesagt.

Modelleisenbahn-Fieber in Wohlen: Freiämter Eisenbahn Amateur Club zeigt seine Modelle

Anita Spielmann-Spengler

Das antike Eisenbahn-Signal beim Bleichi-Areal weist den Weg in eine andere Welt. Die Zeichen H, N und 0 stehen in dieser nicht für Hals-, Nasen- und Ohrenarzt, sondern für die Nenngrössen H0, N und 0 (für Fachunkundige: wie Null ausgesprochen). Damit bezeichnet sich das Grössenverhältnis zwischen Modell und Vorbild. Für Eingeweihte bedeutete das vergangene Wochenende einen Gang ins Paradies des Modelleisenbahn-Universums. Der Freiämter Eisenbahn Amateur Club FEAC mit Sitz in Wohlen öffnete während zweier Tage die Clubhaus-Türen zu seiner Modelleisenbahn-Ausstellung. Rund 250 Modellbähnler, Tüftler und Interessierte gewannen einen faszinierenden Einblick in das unendliche Reich der Schienen und Weichen.

In Fronarbeit das Clubhaus errichtet

Neben dem Bleichi-Areal in Wohlen errichteten die Vereinsmitglieder des FEAC im Jahre 1984 in 4700 Fronstunden ihr Clubhaus. Auf zweihundert Quadratmetern Fläche erbauten die Mitglieder mit viel Liebe zum Detail und technischer Raffinesse ihre Anlagen. Eisenbahn-Modellbau ist ein facettenreiches Hobby. Es gilt, Lokomotiven und Wagen zu bauen, Schienen und Weichen zu montieren, die digitale Steuerung mittels Computer zu programmieren und alles in einer ideenreichen und spannenden Landschaft zu inszenieren. Dazu braucht es eine ausgeprägte Handwerksbegabung, Ausdauer und Leidenschaft für die Sache.

Geduld und Geschick sind gefragt

Hunderte von Metern Geleise und dutzende Weichen führen die Züge durch die minuziös ausgestalteten Landschaften. Ungefähr 25 000 Arbeitsstunden stecken in den präsentierten Objekten. Über die Jahre entstanden Gebäude und Szenarien, die teilweise in Anlehnung an historische Fakten erbaut wurden. Der Wohler Bahnhof findet sich im Zustand wie vor seinem Umbau im Jahr 1983. Im Gegensatz dazu zeigt sich das örtliche Restaurant Sternen bereits restauriert.

Demokratie im Landschaftsbau

Jedes Vereinsmitglied kann im Rahmen eines demokratischen Findungsprozesses seine Projektidee zu einem laufenden Modellaufbau einreichen. Unübersehbares Resultat einer dieser Abstimmungen ist der detailgetreue Modell-Nachbau des Wildegger Jura-Zementwerkes. Pneus liegen zur Verbrennung bereit, Kalk und Mergel werden angeliefert und zerkleinert, aus dem Kamin steigt sogar Rauch auf. Die Darstellung eines schattigen Gartenrestaurants, an dessen Tischen das Feierabendbier unter Kollegen genossen wird, weist darauf hin, dass dem Verein der gesellschaftliche Aspekt ebenso sehr wie die Modellbauerei am Herzen liegt. Wie die sich im laufenden Ausbauprozedere befindende N-Anlage am Ende aussehen wird, wird wohl eine künftige Ausstellung zeigen. Man darf gespannt sein.