Oberfreiamt
Die Dietwiler feierten als Gäste im eigenen Dorf

Zur Feier des 1. Augusts zeigte die Pfadi Schwyz der Dietwiler Bevölkerung das Kantonallager im Gebiet Eien. Rund 200 Dietwiler packten am Nationalfeiertag die Chance, sich das Kantonallager der acht Schwyzer Pfadi-Abteilungen anzusehen.

Robert Benz
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1200 Dietwiler, 600 Pfadfinder: Die Pfader durften auf 10 Hektaren Land eine Zeltstadt erbauen.Richard Föhn

1200 Dietwiler, 600 Pfadfinder: Die Pfader durften auf 10 Hektaren Land eine Zeltstadt erbauen.Richard Föhn

Schwer zu sagen, wer mehr Freude am andern hat: die Dietwiler an der Pfadi Schwyz oder die Pfadi Schwyz an den Dietwilern. «Das Verhalten der Pfader ist absolut tadellos. Sie nehmen den Abfall mit und sind anständig», sagt stellvertretend Paul Müller aus Dietwil.

Er und rund 200 andere Dietwiler haben am Nationalfeiertag die Chance gepackt, sich das Kantonallager der acht Schwyzer Pfadi-Abteilungen zeigen zu lassen.

Auch die Pfadi ist voll des Lobes für die Dietwiler, weil jeden Abend 10 bis 15 Leute aus dem Dorf in die Leiterbeiz kommen und dann gemeinsam gefeiert wird, weil die Planung und Abstimmung mit der Gemeinde unkompliziert war und weil Samuel Gisler so viel Land für das Lager zur Verfügung gestellt hat.

«Wir könnten uns keinen besseren Ort für dieses Lager vorstellen», sagt Lagerleiter René Birchler, genannt Avisto.

Es gibt nichts, was es nicht gibt

Um 11 Uhr beginnt die erste Führung über das Gelände im Gebiet Eien, und die Dimensionen sind eindrücklich: 10 Hektaren werden für 14 Tage von 600 Kindern und Leitern bevölkert. Die Planung lief zwei Jahre lang auf Hochtouren, und die Zeltbauer haben sich, wie angekündigt, gegenseitig übertroffen.

Jede Sektion der Pfadi Schwyz hat sich ein Land respektive ein Volk oder eine Gegend als Thema ausgesucht und ihren Teil der 10 Hektaren entsprechend bebaut. Kerngedanke: grösser und höher als die anderen Sektionen.

Herausragend sind der Aussichtsturm mit eingebauter Wasserrutsche der Pfadi Einsiedeln und die Riesenzelte der Abteilungen Schwyz und Arth-Goldau.

Auf dem Gelände ist ständig ein Arzt präsent, der bei gröberen Verletzungen sofort eingreifen kann. Journalisten werden vorsichtshalber von der Presseverantwortlichen über das Gelände geführt, und am Freitag erscheint bereits die vierte Ausgabe der Lagerzeitung «Azimut».

Neben dem Info-Zelt und dem Sanitätszelt gibt es eine Open-Air-Bühne, eine Festbeiz, ein Leiter-Beizli, eine riesige Spielwiese, ein Volleyballfeld und einen offiziellen Briefkasten für Liebesbriefe. Kurz: ein richtiges kleines Dorf im Dorf.

Nach der Rede die Spiel-Olympiade

Nach dem Rundgang steuerten die 200 Besucher die Festbeiz an – samt Bratwurst- und Getränke-Gutschein, offeriert von der Gemeinde Dietwil. Festredner und Komiker «Steam» alias Philip Kälin warb für Toleranz und Respekt.

Humor sei in der ganzen Schweiz vorhanden, doch auch er mache sich nicht über alles lustig. Ausserdem klärte er die Jüngeren darüber auf, wieso überhaupt gefeiert wird: «Das ist der Nationalfeiertag der Schweiz», erklärte er und liess daraufhin ein paar «oberglatte» Ortsnamen-Wortspiele folgen, die die Zuhörer zum Lachen brachten.

Den Nachmittag verbrachten die Wölfli, Biber, Pios und Ranger dann mit Chriesisteinspucken und Gummistiefel-Weitwurf.

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