Bremgarten
Der Teufelsgeiger kommt im Frühling ins Städtchen

Rund sechs Wochen vor der Premiere gehen die Proben der Operettenbühne für das anspruchsvolle Werk «Paganini» von Franz Léhar in die heisse Phase. Der Regisseur ist sehr zufrieden.

Verena Schmidtke
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Der Chor mit Solistin und «Fürstin» Dorothee Velten (vorne) am Proben.

Der Chor mit Solistin und «Fürstin» Dorothee Velten (vorne) am Proben.

Verena Schmidtke

Dirigent Andres Joho sorgt am Sonntagmorgen gleich für heitere Stimmung. Seine Auflockerungsübungen kommentiert er beispielsweise so: «In eurem Alter kam ich aber mit den Händen bis zum Boden.» Lachend versuchen die Chorsänger der Operettenbühne Bremgarten, dem Anspruch nachzukommen. Gut aufgelegt geht es weiter zur Singprobe. Aufgewärmt stellen sich die Darsteller für die erste Szene auf. Langsam, nach und nach fügen sich so im Laufe des Vormittags die Szenen für Franz Léhars Operette «Paganini» zusammen.

Es gilt, die Schönheit von Paganinis Geigenspiel einzufangen. Wie reagierten wohl die Leute, wenn sie ihn zum ersten Mal hörten. Regisseur Paul Suter weist die Darsteller an, wie es gewesen sein könnte: «Ihr kommt lauschend hier entlang, schaut euch um und bleibt stehen. Ganz gefangen steht Valentin hier, ergriffen sagt er: ‹Schön›. Also dann, versuchen wir es.» Es läuft gut, hier und da hat Suter Vorschläge, wie die Szenerie stimmiger wirken könnte. Als es sitzt, geht es weiter mit der nächsten Szene – die Fürstin Maria Anna Elisa (Dorothee Velten) betritt den Gemeindesaal. Sie wird bald Niccolò Paganini (Daniel Zihlmann) kennen lernen, eine schicksalhafte Begegnung.

Die Schwester Napoleons verliebt sich in den als Teufelsgeiger berühmt und berüchtigten Violinisten. Eine nicht standesgemässe Liebe, die Fürstin ist ausserdem mit Fürst Felice Bacchiocchi (Erich Bieri) vermählt. Dazu kommt, dass Paganini im Verdacht steht, einen Mann im Zweikampf umgebracht zu haben. Das zieht ein Auftrittsverbot nach sich, doch die Fürstin setzt sich leidenschaftlich für den charismatischen Geiger ein. Es bleibt fraglich, ob die Geschichte ein gutes Ende nehmen kann. Für diese anspruchsvolle Operette komponierte Franz Léhar 1925 noch heute beliebte und bekannte Lieder wie «Gern hab ich die Fraun geküsst» und «Niemand liebt dich so wie ich».

Intensive Proben

Nach fast zwei intensiven Stunden Probe gibt es eine kurze Kaffeepause. Paul Suter berichtet: «Im Stück kommen historische Personen vor, das ist eine Herausforderung. Wir mussten eine Lösung finden, weil unser Tenor nicht selbst Geige spielt. Aber uns ist da etwas sehr Überzeugendes eingefallen.» Für Zihlmann werde Gabriel Miranda die Geige spielen, aber nicht nur hinter der Bühne. Das Publikum darf gespannt sein, wann der Geiger selbst auftritt.

«Ich bin sehr zufrieden, wie es läuft. Wir kommen rasch vorwärts», freut sich der Regisseur. Hilfreich sei gewesen, dass der Operettenchor bereits seit Oktober das Stück einübe, berichtet Cornelia Badertscher, welche die Chorleitung innehat. Ihr Mann sowie die Kinder Felix und Beatrice sind ebenfalls in das Stück involviert. Urs Badertscher stellt dazu schmunzelnd fest: «Wir sind sozusagen ein Familienunternehmen.»

Eine weitere Herausforderung sei es für die Operettenbühne gewesen, eine neue Hauptdarstellerin für die Saison 2019 zu finden, weil Cecilia Berglund aus persönlichen Gründen vom bereits unterzeichneten Vertrag zurückgetreten ist.

Valentin Brunner, der Presseverantwortliche des Vereins, führt dazu aus: «Wir hatten ein Casting, die neun Bewerberinnen waren allesamt super und haben uns überzeugt. Weil Dorothee Velten jedoch bereits mit Daniel Zihlmann gearbeitet hat und die Harmonie zwischen den beiden stimmte, passt sie sehr gut ins Ensemble.» Das Publikum darf also gespannt sein auf die Aufführungen, die ab dem 23. März stattfinden. Bis dahin haben die Darsteller noch einige weitere Proben vor sich. Der Funke der Begeisterung für das Stück «Paganini» ist aber bereits jetzt spürbar gesprungen, wie das grosse Engagement aller Beteiligten am Probewochenende gezeigt hat.

Operettensaison

24 Aufführungen

Die Paganini-Premiere steigt am 23. März, bis Ende Mai sind weitere 23 Aufführungen geplant. Infos und Ticketverkauf unter: www.operette-bremgarten.ch/