Villmergen
Der Rösslisaal soll zu Eigentumswohnungen umgebaut werden

Seit April ist das Restaurant Rössli in Villmergen geschlossen. Nun haucht die Eigentümerin Feldmann-Immobilien AG aus Muri dem traditionsreichen Gasthof neues Leben ein. Der Theatersaal wird zu Eigentumswohnungen umgenutzt.

Jörg Baumann
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Myriam Küng und Carlo Gruber vor dem Gasthof Rössli. BA

Myriam Küng und Carlo Gruber vor dem Gasthof Rössli. BA

«Wir suchen für das Restaurant einen Pächter», bestätigt Architekt Carlo Gruber, Geschäftsleiter der Feldmann-Immobilien AG. «Wir haben festgestellt, dass der Bevölkerung viel am Rössli liegt.»

Das Rössli wird auch wieder ein Wohnhaus, was es in der Vergangenheit schon war. Die Feldmann-Immobilien AG vermietet die renovierten 14 Zimmer über dem Restaurant an eine Kundschaft, die keine grosse Wohnung braucht. «Wir denken etwa an Berufspendler oder Studenten», sagt Gruber.

Grosse Nachfrage

Solche Zimmer seien begehrt, erklärt Myriam Küng, die als Leiterin der Administration bei Feldmann für die Vermietung der Longstay-Zimmer und des Restaurants zuständig ist. Die Mietzinsen sind moderat, zwischen 480 und 620 Franken im Monat, ohne Nebenkosten. Sie verfügen über eine Gemeinschaftsküche und ein Gemeinschaftsbad. Zwei der Zimmer sind bereits vermietet. «Die Geschäftsidee, Zimmer zu vermieten, ist nicht neu», erklärt Gruber. Schon manche Schlummermutter verdiente sich damit ein Zubrot.

Vereinssaal wird umgenutzt

In absehbarer Zeit will die Feldmann-Immobilien AG den Theatersaal im Rössli zu Eigentumswohnungen umbauen. «Das Projekt ist bei den Gemeindebehörden auf offene Ohren gestossen», betont Gruber. Das Baugesuch wird in den nächsten Wochen eingereicht. Die Wohnlage mitten im Zentrum beurteilt Gruber als hervorragend. Die Eigentumswohnungen seien auf die ruhige Seite, abseits des Verkehrs am Dorfplatz, ausgerichtet. Einen Ersatz für den beliebten Theatersaal, in dem nicht nur die 1852 gegründete Theatergesellschaft Villmergen und der Jodlerclub auftraten, sondern auch mancher Fasnachtsball über die Bühne ging, hätten die Vereine schon längst in der Mehrzweckhalle gefunden, sagt Gruber. Auch die Kegelbahn ist nicht mehr in Betrieb. Sie wird deshalb ebenfalls aufgegeben.

Gruber versichert: «Wir gehen bei den Umbauten respektvoll mit dem Rössli um.» Das sei auch der kantonalen Denkmalpflege ein grosses Anliegen. Diese habe das markante Haus am Dorfplatz zwar nie unter Schutz gestellt. Sie sei aber daran interessiert, dass der traditionsreiche Gasthof in seiner Gestalt erhalten werde. Das Gebäude befindet sich laut Gruber in einem ausgezeichneten Zustand. Die Hausfassade wird neu gestrichen. Innen wird die Liegenschaft sorgfältig und leicht saniert, teilt Gruber mit.

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