Abwasser
Das Reinigungsbecken der Kläranlage Wohlen-Villmergen-Waltenschwil muss saniert werden – es dauert aber noch

Noch dauert das Einspracheverfahren gegen die Vergabe der Sanierungsarbeiten an. Im schlechtesten Falle beginnen diese erst 2021.

Walter Christen
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Reinigungsbecken der ARA Blettler.

Reinigungsbecken der ARA Blettler.

Walter Christen

Das Schmutzwasser in der Kläranlage des Abwasserverbands Wohlen-Villmergen-Waltenschwil greift die Hülle der Reinigungsbecken an. Die Betongrundkonstruktion muss deshalb überholt werden. Die Kosten dafür belaufen sich auf 1,75 Mio. Franken.

Im Frühling dieses Jahres erfolgte die öffentliche Ausschreibung der Betonarbeiten für die Abwasserreinigungsanlage (ARA) im Blettler bei Anglikon. Aufgrund der Vergabekriterien erhielt eine Firma bei der Beurteilung ihrer Offerte zu wenig Punkte und landete auf Rang zwei.

Das unterlegene Unternehmen war jedoch mit dem Entscheid nicht einverstanden und wandte sich mit einer Submissionsbeschwerde an das Verwaltungsgericht, das das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde gutgeheissen hat. Später entzog das Verwaltungsgericht mit einer Zwischenverfügung die aufschiebende Wirkung wieder, sodass der Abwasserverband die Aufträge für die Betonsanierung bereits erteilen konnte.

Auf Entscheid des Verwaltungsgerichts beharrt

Die unterlegene Firma beharrt auf einen Entscheid des Verwaltungsgerichts. Somit ist die Submissionsbeschwerde noch hängig. Je nach Urteil wäre es möglich, dass das Verfahren bis vor Bundesgericht weitergezogen wird.

«Die Sanierung muss auf die Sommerhalbjahre 2020 und 2021 aufgeteilt werden», so Peter Moos aus Villmergen, Präsident des Abwasserverbands Wohlen-Villmergen-Waltenschwil. «Wir möchten im April mit den Arbeiten anfangen. Sollte das Einspracheverfahren jedoch dauern, würde die Betonsanierung um ein Jahr verschoben und erst 2021 beginnen und bis 2022 dauern.»

Die Betongrundkonstruktion der Becken muss erneuert werden. Ein normaler Prozess nach mehr als 40-jähriger Betriebszeit. Der Verband will das Risiko nicht eingehen, die ARA im jetzigen Zustand noch 10 bis 15 Jahre weiter laufenzulassen. Der Sanierungsumfang wäre dann zu gross.

«Bei einem Neubau müsste von einem zweistelligen Millionenbetrag ausgegangen werden», sagt Moos. Auch der Kanton habe dem Verband empfohlen, die Arbeiten an der Abwasserstrasse jetzt ausführen zu lassen. Die Gemeinden haben die anteilsmässigen Beiträge an die Betonsanierung in der ARA genehmigt.

Das aggressive Abwasser greift den Beton an

Der Abwasserverband hat im Sommer 2017 den Betonzustand der Abwasserstrasse untersuchen lassen, die seit der letzten Sanierung 2003 fortlaufend in Betrieb war. In den Biologiebecken sind die wasserberührten Wände stark erodiert und vom aggressiven Abwasser angegriffen.

Ausserdem sind die Dehnungsfugen, die zur Unterbrechung von längeren Bauteilen in Vor- und Nachklärbecken dienen, nicht mehr intakt. Und die Beschichtung auf den Mauerkronen blättert ab. Diese Schäden sollen behoben und die Wände in den stark angegriffenen Biologiebecken komplett neu beschichtet werden. Die Sanierung der Biologie- und der Vorklärbecken ist auf Frühling bis Herbst 2020 und jene von Sandfang und Nachklärung im Frühjahr/Sommer 2021 vorgesehen.

Der Kostenvoranschlag für das gesamte Projekt beträgt 1,75 Mio. Franken. Diese Investitionen werden nach dem gemittelten Betriebskostenanteil der Jahre 2014 bis 2018 auf die Verbandsgemeinden Wohlen, Villmergen und Waltenschwil, die Vertragsgemeinden Sarmenstorf und Bettwil, sowie auf die Dottikon Exclusive Synthesis AG verteilt.