Bremgarten
Stadt freut sich über positiven Abschluss: Dank unerwarteter Erbschafts- und Firmensteuern gab's 2020 einen Gewinn

Die Erfolgsrechnung von Bremgarten schliesst um fast 1,4 Millionen besser ab als budgetiert. Statt eines Verlusts kann die Stadt ein Plus verbuchen.

Marc Ribolla
Merken
Drucken
Teilen
Bremgartens Stadtammann Raymond Tellenbach (rechts) und der Leiter Finanzen, Hans Peter Bäni, vor dem Rathaus.

Bremgartens Stadtammann Raymond Tellenbach (rechts) und der Leiter Finanzen, Hans Peter Bäni, vor dem Rathaus.

Marc Ribolla

Bremgartens Stadtammann Raymond Tellenbach bringt es auf den Punkt, als er bei der Präsentation der Jahresrechnung 2020 sagt: «Im Endeffekt zählt das, was unter dem Strich da ist.» Und das ist im Falle Bremgartens deutlich mehr, als budgetiert gewesen war. Die Erfolgsrechnung der Bremgarter Einwohnergemeinde schliesst nämlich um rund 1,4 Millionen Franken besser ab als erwartet.

Dem Aufwand von knapp 34,5 Millionen steht ein Ertrag von 34,7 Millionen Franken gegenüber. Mit der budgetierten Entnahme von 1,1 Millionen aus der Aufwertungsreserve schaut ein Ertragsüberschuss von 1,25 Millionen heraus, im Budget war ein Verlust von 0,2 Millionen vorgesehen.

Fast eine halbe Million Erbschaftssteuern

Ausschlaggebend für den deutlich besseren Abschluss waren gemäss Tellenbach vor allem die Mehrerträge bei den Steuern der juristischen Personen, sprich Firmen, und bei den Erbschaftssteuern, die zusammen rund 1,2 Millionen Franken ausmachen. Der Ammann sagt:

«Die Rechnung sieht gegenüber dem Budget dort besser aus, wo wir es nicht beeinflussen können.»

Bei den Firmensteuern verzeichnete Bremgarten Einnahmen von 2,55 Millionen Franken, budgetiert waren 1,7 Millionen Franken. Bei den Erbschaftssteuern gingen 460'000 Franken statt 100'000 Franken ein. Tellenbach meint dazu: «Bei den Firmen ist es angesichts der Coronakrise eher überraschend, dass sie so gut wirtschafteten. Und bei den Erbschaften gab es eine grössere, die das Ergebnis positiv beeinflusst hat.»

Praktisch eine Punktlandung war bei den Steuern der natürlichen Personen möglich. Der Ertrag von 18,4 Millionen Franken liegt nur 200'000 Franken unter dem Budget.

Wie Bremgartens Leiter Finanzen, Hans Peter Bäni, ausführt, beläuft sich der Normsteuerertrag pro Einwohner auf 2753 Franken. Eine minimale Steigerung zum Vorjahr (2727 Franken). Das Kantonsmittel beträgt übrigens 2764 Franken. Bremgarten liegt also ziemlich nahe am Durchschnitt.

Weniger Gebühren wegen Marktausfällen

Natürlich hatte auch die anhaltende Coronapandemie Auswirkungen auf den Bremgarter Haushalt, in Form beispielsweise von zusätzlichen Kosten für Desinfektionsmittel und Reinigungen. Oder beim Marktwesen, wo lediglich 59'000 Franken Gebühren statt den budgetierten 344'000 Franken eingenommen wurden, gleichzeitig aber auch weniger Kosten anfielen. Ausser dem abgespeckten Herbstmarkt fielen alle Märkte aus. Tellenbach erläutert:

«Beim zweiten Budget 2020, das wir im Frühsommer erstellten, konnten wir den Ausfall des Oster- und des Pfingstmarkts zwar berücksichtigen, hofften aber noch auf den Herbst- und den Weihnachtsmarkt.»

Die Bremgarter Investitionsausgaben im vergangenen Jahr betrugen 2,93 Millionen Franken. Diese konnten dank der Eigenfinanzierung in der Höhe von 3,3 Millionen Franken alle aus eigenen Mitteln bezahlt werden. «Die Nettoschuld kann so weiter abgebaut werden und beläuft sich noch auf rund 7,5 Millionen oder 888 Franken pro Einwohner», sagt Finanzleiter Bäni.

Über alles betrachtet, zeigt sich Ammann Tellenbach zufrieden über den Abschluss 2020. «Es war ein spezielles Jahr, aber trotzdem ein gutes. Wir nehmen das Geschenk der positiven Rechnung natürlich gern an. Für die nächsten Jahre bin ich aber nicht sehr positiv gestimmt, vor allem, was die Sozialhilfe betrifft.» Er befürchtet Auswirkungen der Coronakrise, die dann vermehrt durchschlagen könnten.