Wohlen
Bezirksschüler lernen Staatskunde – direkt bei den Machern

Der Staatskundetag der Bezirksschule Wohlen hat den 8.- und 9.-Klässlern die Politik direkt vor die Nase gesetzt. Die Fragen kamen aus der Schülerschaft und betrafen alle die grossen Ungerechtigkeiten der Gesellschaft.

Christian Breitschmid
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Die 8.-Klässler der Bezirksschule Wohlen verfolgen mit Interesse und auch belustigt die Polit-Diskussion zum Thema «Gleichberechtigung».Fotos: Christian Breitschmid

Die 8.-Klässler der Bezirksschule Wohlen verfolgen mit Interesse und auch belustigt die Polit-Diskussion zum Thema «Gleichberechtigung».Fotos: Christian Breitschmid

Christian Breitschmid

Der alljährliche Staatskundetag der Bezirksschule Wohlen hat den Schülern des 8. und 9. Schuljahres gestern wieder einmal vor Augen geführt, wie Politik und Politiker in der Praxis funktionieren. Dazu wurden Vertreter der Jungparteien von CVP, FDP, SP und der Grünen eingeladen, ihre Parteiprogramme unter dem Thema «Gleichberechtigung» den 8.-Klässlern vorzustellen. Die Junge SVP hatte die Einladung nicht angenommen.

«Das ist sehr schade», sagte Markus Wiederkehr, Geschichtslehrer und Mitorganisator des Staatskundetages. «Wir möchten gerne, dass unsere Schüler das ganze politische Spektrum kennenlernen und in der Nachbehandlung dann erkennen können, warum ihnen Partei X oder Y besser gefallen hat. Ob es nur am Auftritt der Person oder an den tatsächlichen Inhalten und Aussagen lag.»

Grosse Ungerechtigkeiten

Das Interesse am Thema war auf jeden Fall spürbar, als sich die Referenten des Vormittags am Nachmittag im Saal des Chappelehofs einer Podiumsdiskussion stellten. Die Fragen kamen aus der Schülerschaft und betrafen alle die grossen Ungerechtigkeiten der Gesellschaft: Lohnunterschiede bei Mann und Frau, unterschiedliches Rentenalter, Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaub, Ausländerstimmrecht oder auch das Burkaverbot.

Umfrage: Was hat die Schüler am Staatskundetag am meisten beeindruckt, und welche Partei hat es ihnen angetan?

Ediona Krasniqi «Mich haben vor allem die verschiedenen Meinungen zu Ausländern interessiert. Ich finde es sehr gut, dass sie sich dafür einsetzen wollen, dass Frauen eine Burka tragen dürfen.»
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Lars Schmidli «Mich hat heute die CVP am meisten beeindruckt. Es war schade, dass die SVP nicht hier war, denn viele meiner Kollegen von der 3. Bez sind Anhänger der SVP. Ich wollte mehr wissen.»
Jenny Ruzicic «Es war spannend, wie jeder seine eigene Meinung hatte und diese auch vertreten hat. Ich bin auch dafür, dass Ausländer abstimmen dürfen, denn sie bezahlen ja auch Steuern.»
Dominik Iten «Die Meinungen waren gar nicht immer so unterschiedlich, wie man es denken würde. Aber in die Politik einsteigen werde ich trotzdem nicht. Ich finde das ziemlich langweilig.»
Giulia Trigili «Für mich war es interessant, zu hören, wofür sich die Parteien einsetzen. Morgen bin ich in der Jugendsession, da werde ich mal sehen, welche Partei mich am meisten überzeugt.»

Ediona Krasniqi «Mich haben vor allem die verschiedenen Meinungen zu Ausländern interessiert. Ich finde es sehr gut, dass sie sich dafür einsetzen wollen, dass Frauen eine Burka tragen dürfen.»

Christian Breitschmid

Es war sehr erfrischend, die bekannten Argumente und teilweise auch unorthodoxe Vorschläge aus den Mündern der Jungpolitiker zu hören. Die jugendlichen Zuhörer waren fasziniert und gleichsam gut unterhalten von den Schlagabtauschen, welche sich die linke und die rechte Seite lieferten. Man fühlte sich manchmal fast wie in der Sendung «Arena».

Während im Chappelehof diskutiert wurde, versetzten sich die 9.-Klässler unter Leitung der Schweizerischen Flüchtlingshilfe in die Lage von Ausländern in der Schweiz. In einem Parcours zum Thema «Integration» erlebten sie am eigenen Leib, wie man sich in einer fremden Kultur fühlt, wenn man die Schule besucht, eine Auskunft am Schalter braucht oder wenn man eine Bewerbung schreiben muss.

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