Bremgarten

Aufgeflogen: Pilz machte Hanf-Anbauern Strich durch die Rechnung

Wie dieser Hanfanlage in Aeschi wurde auch der in Bremgarten der Garaus gemacht.

Wie dieser Hanfanlage in Aeschi wurde auch der in Bremgarten der Garaus gemacht.

Das Bezirksgericht Bremgarten bestrafte zwei Betreiber von Hanf-Indooranlagen und deren Helfer.

Fast wäre für die Betreiber von zwei Hanf-Indooranlagen in Rudolfstetten und Spreitenbach die Rechnung aufgegangen. Doch die Natur drängte sich dazwischen. Ein Pilz befiel die Pflanzen.

Die erwarteten 80 Kilogramm Marihuana konnten nicht verkauft werden. Damit hätten sie einen Jahresumsatz von 180 000 Franken machen können, rechnete die Staatsanwaltschaft aus. Die Polizei hob die beiden Anlagen aus und leistete damit ganze Arbeit.

Keine finanzielle Notlage

Am Donnerstag standen die Drahtzieher und zwei Helfer vor den Schranken des Bezirksgerichts Bremgarten, das sie im abgekürzten Strafverfahren aburteilte. Sie hätten den Ausflug in die Kriminalität finanziell gar nicht nötig gehabt, gaben die beiden Betreiber zu.

Denn sie verdienten beide genug, um sich ehrlich durchs Leben zu schlagen, der eine im Autohandel und der andere heute als Disponent in einem Transportunternehmen.

Aber das war ihnen nicht genug. Sie wollten in der Freizeit einen Zusatzverdienst herausschlagen – und das mit einer erheblichen kriminellen Energie, wie Staatsanwalt Markus Moser und Gerichtspräsident Lukas Trost betonten.

Sie trugen gefälschte Pässe bei sich, um ihre wahre Identität zu verbergen. Und sie stellten jeweils, bevor sie eine der Indooranlagen betraten, ihre Handys ab, damit man ihre Präsenz am Tatort nicht feststellen können sollte.

Der Organisator und Financier des illegalen Hanfanbaus, ein 33-jähriger Mann aus Bosnien und Herzegowina, erhielt eine Freiheitsstrafe von 24 Monaten, davon acht Monate unbedingt, bei einer Probezeit von vier Jahren.

Damit traf es kein unbeschriebenes Blatt. Das Bezirksgericht Baden verurteilte ihn schon 2007 zu 10 Monaten. Das Bezirksgericht Bremgarten verwarnte ihn, dass auch diese Vorstrafe wirksam werde, falls er sich nun nicht endlich bewähre. Der Mann gelobte Besserung, das habe er seiner Ehefrau versprechen müssen.

Mitläufer auch bestraft

Als reuiger Sünder trat auch der 39-jährige Italiener auf, der seinem Kumpan ab einem Youtube-Filmchen das fachliche Know-how über den Hanfanbau lieferte und die Hanfsamen für die späteren Pflanzen beschaffte.

«Ich hoffte aufs grosse Geld», gab er zu. Für ihn reichte es noch für eine bedingte Freiheitsstrafe von 15 Monaten, bei einer Probezeit von drei Jahren. Denn seine Vorstrafen wiegen weniger schwer als jene des Organisators. Dazu kommt eine Verbindungsbusse von 2500 Franken.

Zwei Helfer, die beide als Chauffeure arbeiten, packte das Gericht unterschiedlich hart an. Ein 34-jähriger Serbe muss acht Monate ins Gefängnis und wurde wegen einer bedingten einjährigen Vorstrafe verwarnt; die Probezeit wurde um ein Jahr verlängert.

Ein 42-jähriger Italiener kam mit einer bedingten Geldstrafe von 240 Tagessätzen à 30 Franken und einer Busse von 2000 Franken davon. Die vier Täter müssen zudem die nicht geringen Verfahrenskosten übernehmen.

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