Merenschwand
An diesem Kiosk gibt es nur alte Zeitschriften

In alten Zeitungen schmökern? Sich an frühere Coiffeur-Besuche erinnern, weil dort Zeitschriften auflagen? Im Ortsmuseum Postlonzihus in Merenschwand ist das beim «neuen» Kiosk möglich.

Eddy Schambron
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Er «verkauft» Nostalgie: Kurator Bruno Käppeli in seinem Zeitungskiosk.

Er «verkauft» Nostalgie: Kurator Bruno Käppeli in seinem Zeitungskiosk.

Eddy Schambron

Der Kurator des Ortsmuseums, Bruno Käppeli, hat einen lange schlummernden Schatz aus dem Archiv geholt: In einem neu im Museum aufgebauten Kiosk zeigt er alte Zeitschriften und Zeitungen. «Die meisten hat noch der Gründer des Museum, Leo Weber, gesammelt. Ich dachte, es wäre an der Zeit, sie der Öffentlichkeit zu zeigen», erklärt Käppeli.

Normalerweise zeigt der Kurator im Museum örtliches Handwerk und Gewerbe in einer möglichst authentisch nachgebildeten Umgebung.

«Einen Kiosk hatte Merenschwand aber nie», sagt er, «trotzdem wollte ich die Zeitungen und Zeitschriften endlich auch ans Tageslicht holen.»

Auf die Idee, mit ihnen einen Kiosk einzurichten, ist er auf einer Reise nach Paris gekommen. Jetzt lassen «Schweizer Illustrierte», «Sie+ Er», die «Allgemeine» oder die «Schweizer Woche» vergangene Zeiten aufleben.

Auf der Auslage sind auch uralte Ausgaben des Freiämter Kalenders, der längst verblichene Eulenspiegel-Kalender und selbstverständlich alle früheren Vertreter der Freiämter Lokalpresse zu sehen.

«Ich achtete darauf, Ausgaben mit Berichten über grosse Ereignisse in der Welt auszuhängen.»

Gleich mehrfach ist die Wahl der Merenschwanderin Doris Leuthard in gedruckter Form präsent; soviel Lokalpatriotismus darf im Ortsmuseum sein.

Heftli beim Coiffeur

«Wir hatten früher zu Hause keine solchen Heftli», erinnert sich Käppeli. Die wenigsten konnten oder wollten sich diese Magazine leisten. «Wir lasen sie dann beim Coiffeur, es kam deshalb nicht darauf an, eine halbe Stunde zu warten.»

Ein kleines, fast unscheinbares Heft mit dem Titel «100 Pferde und 4 Räder» dürfte dafür damals in vielen Haushaltungen gewesen sein: Die SJW-Heftli, über die Schulen an die Kinder gebracht, erfreuten sich grosser Beliebtheit und waren dank relativ günstiger Preise für die meisten Eltern auch erschwinglich.

Neben dem Kiosk hält Käppeli eine Anzahl Zeitungen im klassischen Zeitungshalter bereit, um darin zu schmökern. «Wenn eine Klassentagung im Postlonzihus stattfindet, lege ich nach Möglichkeit jeweils den entsprechenden Jahrgang auf.»

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