Widen
Abstimmung zum Dritten: Wird Landwirtschaftsland zur Bauzone?

An der Urnen-Referendumsabstimmung am 9. Februar entscheiden die Stimmbürger darüber, ob eine Hektare Landwirtschaftsland im Hanggebiet Rebberg der Bauzone zugeteilt werden soll.

Lukas Schumacher
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Zankapfel Rebberghang: Im Landwirtschaftsland belassen oder der Bauzone zuschlagen? Robert Benz/Archiv

Zankapfel Rebberghang: Im Landwirtschaftsland belassen oder der Bauzone zuschlagen? Robert Benz/Archiv

Am eidgenössischen Abstimmungssonntag vom 9. Februar wird man in Widen endgültig wissen, was die Mehrheit der Dorfbewohner will. Beantwortet wird in fünf Wochen ein- für allemal die kommunale Frage: Soll eine Hektare Landwirtschaftsland im Hanggebiet Rebberg der Bauzone zugeteilt werden? Das Referendum für die Umzonung war mit 311 gültigen Unterschriften zustande gekommen. Nötig gewesen wären 256 Unterschriften (10 Prozent der 2553 Stimmberechtigten).

«Aller guten Dinge sind drei»

Nach der Devise «Aller guten Dinge sind drei» geben sich die Gegner der Einzonung zuversichtlich. Sie verweisen auf die zwei siegreichen Abstimmungen an Gemeindeversammlungen 2012 und 2013. Das erste Mal war die Einzonung mit 171 Nein gegen 94 Ja verworfen worden, das zweite Mal mit 133 Nein gegen 120 Ja.

Vor der zweiten Abstimmung hatte der Gemeinderat die geplante Einzonungsfläche von 1,2 auf 0,95 Hektaren verkleinert, die Ausnützungsziffer verringert und die Grenzabstände vergrössert. Dies änderte nichts an der Hauptargumentation der Gegnerschaft. Sie führt nach wie vor raumplanerische Überlegungen und den Landschaftsschutz ins Feld.

Zuversicht signalisiert auch das Lager der Rebberg-Befürworter. Dazu gehören nicht nur die drei Landeigentümer-Familien am Rebberg, die gemeinsam das Referendumsbegehren anstiessen. Auf der Gemeindekanzlei Widen wurden ausgefüllte Unterschriftenbogen auch von mehreren Dorfbewohnern eingereicht, die keinerlei Eigeninteresse an einer Rebberg-Einzonung haben.

«Einzonung wichtige Massnahme»

Ein Rebberg-Befürworter ohne persönliches Interesse ist Martin Wiesinger. Innert kurzer Zeit sammelte er zahlreiche Unterschriften für die Referendumsabstimmung. «Diese Einzonung braucht es sehr wohl», sagt Wiesinger, «sie ist eine von fünf geplanten Massnahmen der erneuerten Bau- und Nutzungsordnung, die unserem Wohnort wieder ein sanftes Wachstum bescheren sollen.» Widens Einwohnerzahl sei seit mehreren Jahren rückläufig. Auch deshalb mache es Sinn, einen Teil des Rebberg-Hangs in ein komfor-
tables Wohngebiet umzuwandeln, zumal der landwirtschaftliche Nutzwert des Hangs bescheiden sei.

Laut Wiesinger führten sich einige Gegner der geplanten Einzonung vor der ersten Gemeindeversammlungs-Abstimmung 2012 unfair und undemokratisch auf. «Sie verfassten anonyme Briefe und ein Flugblatt, auf dem die künftige Rebberg-Bebauung völlig überrissen dargestellt wurde.» Auch diese Aktionen hätten ihn veranlasst, Gegensteuer zu geben.

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