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EVP-Kandidat Bialek gewinnt auch das zweite Rede-Duell

Roland Bialek scheint bei Tele-M1-Publikum und az-Lesern gut anzukommen. Er gewinnt auch das zweite Duell. Diesmal gegen den Grünliberalen Peter Schuhmacher. 59 Prozent der Stimmen gingen an den EVP-Ständeratskandidaten.

Urs Moser
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Peter Schuhmacher trifft auf Roland Bialek

Peter Schuhmacher trifft auf Roland Bialek

AZ

Abermals konnte sich Roland Bialek behaupten und ist damit eine Runde weiter, während der Grünliberale Peter Schuhmacher die Tele-M1-Arena als Verlierer verlässt.

Liberale und christliche Werte

Für «Duell aktuell»-Moderator Werner De Schepper war es keine leichte Aufgabe, die politischen Unterschiede zwischen den Kontrahenten herauszuschälen, vertreten sie doch eine recht ähnliche Linie. Eine Mischung aus liberal und wertorientiert, das sei die Politik, für welche sich die Wähler mit ihm aussprächen, so Bialek. Für ihn spiele das christliche Element in der Politik weniger eine Rolle, das lebe er anders aus, meinte Schuhmacher.

Die Wertefrage, sie kommt zum Beispiel bei Fragen wie dem straffreien Schwangerschaftsabbruch zum Tragen. Für Roland Bialek ist da klar: Wenn schon, dann kann dieser Eingriff sicher nicht kassenpflichtig sein, wenn nicht eine klare medizinische Indikation besteht. Schuhmacher findet es dagegen absolut richtig, den Entscheid zum Schwangerschaftsabbruch der Frau zu überlassen, die Frage der Kostenübernahme durch die Krankenkasse wollte er zumindest «noch offen lassen».

Schuhmacher für Widmer-Schlumpf

Eine der ersten grossen Aufgaben des neu gewählten Bundesparlaments wird im Dezember die Wahl des Bundesrats sein. Ob sie denn BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf wiederwählen würden, wollte Moderator De Schepper von den Ständeratskandidaten wissen. Peter Schuhmacher würde. Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf habe einen guten Leistungsausweis, und diese Leistung verdiene belohnt zu werden. Roland Bialek ist da weniger grosszügig.

Er würde seinen Entscheid noch davon abhängig machen, wie nun das Zweimilliarden-Paket zur Stützung der Wirtschaft in der Währungskrise konkret ausgestaltet wird. Er vermisse eine grundsätzliche Klärung, wer in einer solchen Situation Gewinne und Verluste zu tragen habe. Einfach mal einen Zweimilliarden-Topf hinzustellen, das überzeuge ihn gar nicht. Als «eigenartig» bezeichnete Peter Schuhmacher in diesem Zusammenhang die Forderung nach vorübergehenden Steuerbefreiungen für Unternehmen.
Ökosteuer, aber wie?

Bialek nicht für die Initiative der Gründliberalen

Besonders weit auf die Äste hinaus wagte sich im Rededuell keiner der Kandidaten. Auf die Frage, was sich mit ihnen im «Stöckli» an der Aargauer Standesvertretung ändern würde, nannten beide als erstes die Energiepolitik. Sowohl Grünliberale wie EVP sind klare Verfechter des sogenannten geordneten Ausstiegs aus der Atomenergie. Beide sind der Meinung, dass man das Steuersystem «ökologisieren», also mehr den Energie- und Ressourcenverbrauch statt die Arbeit besteuern sollte. EVP-Mann Bialek würde dennoch nicht unbedingt die Initiative der Grünliberalen unterstützen, welche die Mehrwertsteuer durch eine Energiesteuer ersetzen wollen. Er sähe eher eine dahingehende Verlagerung, dass im Gegenzug zu den Erträgen einer Ökosteuer die Lohnnebenkosten, also die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge an die Sozialversicherungen, gesenkt werden sollten.

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