Lagerfeuerromantik und friedliche Bergtouren: So stellt man sich ein Treffen der Naturfreunde vor. Von wegen - an der letzten Delegiertenversammlung des Kantonalverbandes Aargau kam es zum richtigen Intermezzo. Grund: Sechs Mitglieder wollten den gesamten Vorstand stürzen.

Bereits zwei Wochen zuvor schrieben sie dem Vorstand, dass sie mit dessen Arbeit nicht zufrieden sind und den Kantonalverband nach ihren eigenen Vorstellungen führen möchten. Mitunterzeichner Jürg Wildi aus Schafisheim sagt dazu: «Es werden dauernd Leistungen abgebaut. So wurde das kantonale Jugendsommerlager gestrichen.» Überhaupt sei der Vorstand überaltert und habe bereits seine Rücktrittsabsichten angekündigt: «Es findet kein aktives Vereinsleben mehr statt und für die Jugend wird praktisch gar nichts gemacht.»

«Die Kritik ist haltlos»

Wildi findet, dass es Zeit für einen Generationenwechsel ist. Und zwar nicht in einem Jahr, wenn die ordentlichen Wahlen stattfinden, sondern schon vorher: «Wenn man ein Jahr wartet, hat man noch weniger junge Mitglieder.» Er kann sich auch nicht vorstellen, mit dem aktuellen Vorstand zusammenzuarbeiten: «Ich und mein Bruder haben es schon mal versucht, doch wir wurden rausgemobbt. Man will einfach keinen frischen Wind.» An der letzten Delegiertenversammlung fanden diese Vorwürfe jedoch kein Gehör. Die Naturfreunde Aargau wollten, dass der Vorstand mindestens bis zum Wahljahr 2011 so bleibt, wie er ist. Präsident Kurt Badertscher aus Staufen ist froh: «Jürg Wildi und die fünf anderen Kandidaten versuchten mit unverstandenen Argumenten, vorgezogene Wahlen zu erzwingen. Es wurde auch deutlich, dass sie keine genauen Vorstellungen von der Führung der Naturfreunde Aargau hatten.»

Badertscher bemängelt auch, dass nur drei von sechs Kandidaten an der Versammlung anwesend waren: «Sie hätten sich wenigstens vorstellen können.» Jürg Wildis Kritik am Vorstand sei haltlos: «Wir vernachlässigen weder die Jugend, noch bauen wir Leistungen ab. Das Jugendsommerlager haben wir lediglich gestrichen, weil die Organisation versagt hat.» Auch seien Wildi und sein Bruder nicht aus dem Vorstand gemobbt worden: «Die beiden mussten gehen, weil sie unzuverlässig waren.»