Nachwuchs-Rekrutierung

«Die Aargauer Polizei ist in einer privilegierten Situation»

Imagefilm Kapo Zürich Die eine Sekunde

Imagefilm Kapo Zürich Die eine Sekunde

Die Kapo Zürich hat grosse Probleme, den Nachwuchs zu rekrutieren, weshalb sie einen Imagefilm lancierte. Besser sieht die Situation im Gegensatz dazu bei der Polizei Aargau aus. Doch auch da überlegt man sich entsprechende Schritte.

Der Film ist 14 Minuten lang und kostete 200'000 Franken. Darin sieht man Polizisten in «5 wahren Begebenheiten», wie es hiesst: Vom betagten Mann, der vermisst wird über einen Verkehrsunfall bis hin zum Tankstellenräuber wird ein breites Spektrum der Polizeiarbeit gezeigt. Und ja, es wird auch geschossen. «Der Film ist gelungen, er stellt authentisch dar, was den Polizeialtag ausmacht», sagt Bernhard Graser, Pressesprecher der Polizei Aargau.

«Sicherlich wird dieser Film junge Leute anspornen, sich für den Polizeiberuf zu interessieren.» Doch räumt er ein, dass ein solcher Film immer auch eine Gratwanderung sei: Einerseits müsse er attraktiv sein, andererseits dürfe er den Poizeiberuf nicht überzeichnen. «Das ist in diesem Fall meines Erachtens gelungen», so Graser.

«Solche Filme sind auch bei uns ein Thema»

Sind solche Filme künftig auch von der Aargauer Polizei zu erwarten? Graser winkt ab: «Sie sind schon lange Thema, doch fehlen uns momentan die Mittel.» Immer auch eine Frage sei aber auch der Nutzen: «Nur, um den Film auf Youtube zu stellen, wäre er viel zu teuer.» Nichtsdestotrotz macht auch die Aargauer Polizei viel Werbung, um Nachwuchs rekrutieren zu können. Dafür stehe wohl ein beachtliches Budget zur Verfügung, «über dessen Höhe wir aber keine genauen Zahlen herausgeben», so Graser.

Imagefilm Kapo Thurgau

Imagefilm Kapo Thurgau

Die Werbung scheint zu fruchten: «Momentan haben wir genügend Bewerbungen, sodass wir auch aussiebeln können.» Die Landläufige Meinung, wonach sich vielfach die falschen Leute für den Polizeiberuf interessieren, kann Graser bestätigen, doch «die Leute, die sich nur für den Polizeiberuf interessieren, um ihr Ego aufzupolieren, erkennen wir sofort und siebeln sie aus.»Trotzdem sind die Klassen bis auf den letzten Platz besetzt. «Wir sind da wahrscheinlich in einer komfortableren Situation als andere Kantone» gibt Graser zu.

Imagefilm Kapo Bern

Imagefilm Kapo Bern

Zukunft bleibt ungewiss

Während nach Jahren der Lehrstellen-Knappheit nun in der Privatwirtschaft der Nachwuchs langsam, aber sicher knapp wird, ist die Situation zumindest bei der Aargauer Polizei weniger brenzlig. «Doch auch in Zukunft müssen wir uns um den Nachwuchs bemühen, weshalb wir nicht zurücklehnen dürfen.»

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