Windisch
Wie weiter mit dem Elektrizitäts- und Wasserwerk in Windisch?

An der Brackrütistrasse 3 soll ein gemeinsamer Betriebsstandort erstellt werden für das Elektrizitäts- und Wasserwerk sowie das Bauamt. Der Einwohnerrat entscheidet an seiner Sitzung am kommenden Mittwoch über einen Kredit von 540 000 Franken.

Michael Hunziker
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Das Elektrizitäts- und Wasserwerk Windisch (EWW) braucht einen neuen Standort.

Das Elektrizitäts- und Wasserwerk Windisch (EWW) braucht einen neuen Standort.

hanspeter baertschi

Der heutige Betriebsstandort des Elektrizitäts- und Wasserwerks Windisch ist gemäss Gemeinderat baulich erneuerungsbedürftig, technisch veraltet und betrieblich ungenügend ausgestattet.

Und die Lage beim Gemeindehaus im Zentrum von Windisch, umgeben von Wohn- und Dienstleitungsnutzungen, führe zunehmend zu störendem Werkverkehr und – durch Piketteinsätze – unliebsamen Belästigungen ausserhalb der normalen Arbeitszeiten.

Für die Projektierung eines neuen Betriebsstandorts entscheidet der Einwohnerrat an seiner Sitzung am kommenden Mittwoch über einen Kredit von 540 000 Franken.

Synergien können genutzt werden

Drei verschiedene Standorte sind miteinander verglichen worden: Dohlenzelgstrasse, Dägerli, Mülligerstrasse. «In den Testplanungen wurde grob die bauliche, betriebliche und rechtliche Machbarkeit nachgewiesen», führt der Gemeinderat aus.

Fraktionen der SP und SVP haben Zweifel

Die SP-Fraktion nimmt die Ausführungen des Gemeinderats zum neuen, gemeinsamen Betriebsstandort für das Bauamt sowie das Elektrizitäts- und Wasserwerk Windisch mit Skepsis auf. Die öV-Anbindung im Dägerli könne nicht als gut bezeichnet werden. Zudem hat die Fraktion Zweifel an den neuen Synergien. In der Vorlage fehlen der SP ebenfalls Angaben zu Möglichkeiten von zukünftigen Nutzungen der allenfalls frei werdenden Flächen und Räumlichkeiten beim Gemeindehaus. Das Ziel von Gemeinderat und Verwaltung, den Mitarbeitenden zeitgemässe Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen, lasse sich einfacher und kostengünstiger erreichen. Für die SVP ist der Handlungsbedarf zwar gegeben, allerdings erstaunen ihrer Ansicht nach ebenfalls die Projektkosten. Die Fraktion wird an der Einwohnerratssitzung deshalb einen Änderungsantrag einreichen, der einen Verpflichtungskredit in der Höhe von lediglich 235 000 Franken zur Realisierung eines Vorprojekts verlangt. Auch die geschätzten Kosten von 6 Mio. Franken für den Bau des neuen Betriebstandorts seien deutlich zu hoch gegriffen, so die SVP weiter. Störend an der Vorlage sei zum jetzigen Zeitpunkt, dass mit dem gewählten Vorgehen nicht ersichtlich sei, wie sich dieser Betrag tatsächlich rechtfertige.

Als eindeutig bester Betriebsstandort stellte sich derjenige im Dägerli heraus, so die Behörde weiter. Als Argumente genannt werden unter anderem die gute öV-Anbindung und die gute Lage für Betriebsfahrten, die vorhandenen Aussenflächen oder die Synergien mit dem Bauamt.

Die Begleitgruppe schlägt eine Variante vor mit einem separaten Erweiterungsbau für die beheizten Räume. Der Fahrzeugpark ist komplett untergebracht in der umgebauten Werkhalle. Der Zugang für Kunden befindet sich im Nordwesten an der Brackrütistrasse. Geschätzt werden die Kosten für den Bau auf 6,2 Mio. Franken.

Auch Entsorgungsplatz ist Thema

In einem nächsten Schritt gilt es nun ein Vorprojekt und anschliessend ein Bauprojekt auszuarbeiten. Für diese Projektierungsphase wird dem Einwohnerrat ein Projektierungskredit beantragt.

Erst dann folgt der Verpflichtungskredit für den Bau des Betriebsstandorts. Verläuft alles reibungslos, kann die Inbetriebnahme im Sommer 2022 erfolgen. In der Projektdefinition enthalten ist ebenfalls die Ausgestaltung des eingeschränkten Entsorgungsstandorts: Alteisen, Inertstoffe, Altöl und Grüngut.

Nebenbei: Die Rechtsform des Elektrizitäts- und Wasserwerks hat nur einen geringen Einfluss auf das Projekt, stellt der Gemeinderat fest. Je nach Rechtsform werde das Elektrizitäts- und Wasserwerk organisatorisch anders in die Organisation eingebunden.

Zur Erinnerung: Zur Diskussion stand eine gemeindeeigene Aktiengesellschaft, es kam zur Referendumsabstimmung. An der Urne haben die Stimmberechtigten die geplante Rechtsformänderung am 4. März allerdings klar abgelehnt.

Einwohnerrat Mittwoch, 21. März, 19 Uhr, Gemeindesaal, Gemeindehaus 8. Stock.

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