Veltheim/Auenstein
Wenn durch Sprengungen in Steinbrüchen Bilder an Wänden wackeln

Wie die Jura-Cement Fabriken AG versichern, wollen sie alles daransetzen, um die Emissionen aus dem Betrieb der Steinbrüche möglichst gering zu halten.

Louis Probst
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Im Steinbruch Unteregg soll der Abbau künftig in Stufen erfolgen.

Im Steinbruch Unteregg soll der Abbau künftig in Stufen erfolgen.

Louis Probst

«Wir sind uns bewusst, dass durch die Sprengungen in den Steinbrüchen Erschütterungen ausgelöst werden», sagte Marcel Bieri, Leiter der Zementproduktion in den Werken Wildegg und Cornaux der Jura-Cement Fabriken AG, an der Information für die Anwohnerinnen und Anwohner des Steinbruchs. «Wir müssen und wir wollen Verbesserungen vornehmen. Das ist aber einfacher gesagt als getan. Wir klären zurzeit ab, ob es allenfalls Alternativen zum Sprengen gibt.» Für definitive Aussagen sei es jedoch noch zu früh. Marcel Bieri versicherte aber: «Wir setzen alles daran, die Emissionen möglichst klein zu halten.»

Problem Erschütterungen

Die Erschütterungen, die durch die Sprengungen in den Steinbrüchen Oberegg, Unteregg und Jakobsberg der Jura-Cement Fabriken AG ausgelöst werden, hatten im Oktober 2013 Einwohnerinnen und Einwohner aus dem Dorfteil Au-Veltheim veranlasst, den Gemeinderat Veltheim in einer Petition aufzufordern, sich gegen die Immissionen aus dem Betrieb des Steinbruchs einzusetzen. In der Folge war eine «Begleitgruppe Steinbruch» gebildet worden, die sich mit dem Betrieb der Steinbrüche befasst.

Marcel Bieri wies darauf hin, dass seit vielen Jahren Erschütterungsmessungen durchgeführt werden, deren Werte sich zurückverfolgen lassen. «Heute ist Auenstein weniger betroffen als früher», erklärte er. «Dafür haben wir im Bereich des Ortsteils Au-Veltheim mehr Messstellen eingerichtet.» Wie Marcel Bieri ausführte, sind im vergangenen Jahr 90 Sprengungen durchgeführt worden. Dabei sind in elf Fällen Reklamationen von Anwohnerinnen und Anwohnern erfolgt. «Wenn man die Messergebnisse der Erschütterungen betrachtet», so Marcel Bieri, «sind im vergangenen Jahr bei zwei Sprengungen im Steinbruch Unteregg die Grenzwerte überschritten worden.»

Für die Stärke der Erschütterungen seien verschiedene Faktoren massgebend, erklärte er und erwähnte dabei auch die grosse Höhe der Abbauwand im Steinbruch Unteregg. Wie Marcel Bieri sagte, soll der Abbau künftig in Stufen erfolgen, um die Höhe der Wand zu reduzieren. Zudem werde mit sogenannten Auflockerungssprengungen gearbeitet. «Im laufenden Jahr sind bis jetzt 22 Sprengungen durchgeführt worden», sagte er. «Dabei sind zwei Reklamationen eingegangen.»

Oberegg vor der Auffüllung

Bis Ende dieses Jahres soll im Steinbruch Oberegg der Materialabbau abgeschlossen werden. «Wir haben im April die Bewilligungen für die Auffüllung erhalten», sagte Marcel Bieri. «Wir gehen davon aus, dass im nächsten Jahr mit der Auffüllung begonnen wird.» Geplant sei, das Ausbruchmaterial aus den neuen Eisenbahntunnels Eppenberg und Bözberg zur Auffüllung zu verwenden. Das Material soll per Eisenbahn nach Wildegg angeliefert und von dort per Förderband in den Steinbruch Jakobsberg und weiter in den Steinbruch Oberegg transportiert werden.

Zur Rekultivierung des Steinbruchs Oberegg erklärte er, dass das Konzept nochmals überprüft werde, nachdem der Wunsch nach Fruchtfolgeflächen laut geworden sei.

Die Natur ist aber schon längst im Begriff, das Gebiet der Steinbrüche zurückzuerobern. Das zeigt sich nicht nur an den Gämsen, die sich offensichtlich an die Sprengungen gewöhnt haben, sondern auch an der Vegetation. Neben Neophyten, wie Goldrute und Sommerflieder, wächst auch der Sanddorn, der einst gepflanzt worden ist, üppig. Ihm sollen aber demnächst, im Rahmen einer so genannten Waldweide, Ziegen zu Leibe rücken.

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