Auenstein
Waise «Schwaninski» hat in Auenstein Ersatzeltern gefunden

Katharina und Markus Wettstein aus Auenstein wurden Ersatzeltern für einen kleinen Schwan-Waisen.

Janine Müller
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Der junge Schwan wurde von Katharina (im Bild) und Markus Wettstein aus Auenstein gerettet. Sie nennen ihn Schwaninski.
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Der junge Schwan wurde von Katharina und Markus Wettstein aus Auenstein gerettet. Sie nennen ihn Schwaninski.
Schwaninski aus Auenstein

Der junge Schwan wurde von Katharina (im Bild) und Markus Wettstein aus Auenstein gerettet. Sie nennen ihn Schwaninski.

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Er sitzt am Wegrand. Ein kleiner Schwan, ein graues Knäuel, kaum zwei Tage alt. Ein Ehepaar aus Möriken-Wildegg findet den Kleinen an der Aare in Schinznach. Vom Rest der Familie keine Spur. Das Ehepaar wartet lange, beobachtet das Jungtier. Doch weder weitere Jungschwäne noch das Muttertier tauchen auf. So entscheiden sich die Frau und der Mann, das Jungtier zu Katharina und Markus Wettstein in Auenstein zu bringen. Denn sie wissen: Die Wettsteins haben Gänse zu Hause, sie können also sicher auch mit einem Schwan umgehen.

Und wie sie das können. Schnell schliessen Katharina und Markus Wettstein den kleinen Schwan ins Herz. «Man kann gar nicht anders, als sich in dieses graue Wollknäuel zu verlieben», sagt Katharina Wettstein und lacht herzlich. Die Wettsteins taufen den Kleinen auf «Schwaninski». Und Schwaninski stellt das Leben von seinen Ersatzeltern ziemlich auf den Kopf. Füttern, pflegen und schösele stehen fortan auf dem Programm – Tag und Nacht.

Er schmiegte sich an den Hals

Mitten in der Nacht steht Katharina Wettstein auf, um Schwaninski zu füttern. Kuscheleinheiten dürfen auch nicht fehlen, denn der junge Schwan sucht die Wärme. «Besonders gern hat er sich an den Hals gekuschelt», sagt Katharina Wettstein. Körperwärme und Futter sind zu diesem Zeitpunkt essenziell, damit der Schwan überleben kann. Katharina Wettstein kauft Kükenmehl, badet den Schwan und kuschelt mit ihm. Schwaninski entwickelt sich gut.

Als sie eine Einladung für eine Party auf dem Schloss Habsburg hat und niemanden findet, der Schwaninski hüten kann, packt sie den Schwan kurzerhand in einen Korb und nimmt ihn mit zur Party – wo er natürlich zum Star des Tages avanciert. «Wir waren nur noch Mutter und Vater Schwan», erinnert sich Katharina Wettstein. Und das Schloss Habsburg war für einen Tag Schloss Neuschwanstein.

Nach knapp einer Woche trennen sich Katharina und Markus Wettstein von ihrem tierischen Freund. Sie wissen, dass es zum Tierwohl ist, wenn Schwaninski nicht mit Menschen aufwächst. Sie bringen ihn in die Vogelwarte Sempach. «Ich fragte ihn, ob er lieber an den See möchte oder doch lieber in der Nähe eines Flusses bleiben möchte», sagt Katharina Wettstein und lacht. Die Antwort sei eindeutig ausgefallen: «Er wollte lieber an den See.»

Die Trennung fällt den Auensteinern schwer. «Zumal Schwaninski so gepiepst hat, als ich ihn weggab», sagt Katharina Wettstein. «Aber eben: Ich weiss ja, dass es zu seinem Wohl ist.» Sie weiss auch, dass man Wildtiere eigentlich nicht nach Hause nehmen sollte. «Es ist der Lauf der Natur. Entweder sie überleben, oder eben nicht», sagt sie und seufzt: «Aber was will man. Wenn das Tier hier ist, dann kümmert man sich darum.»

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