Wahlen 2021
Weil er in Brugg das Ressort mit den meisten Projekten betreut: FDP-Stadtrat will zusätzlich Stadtammann werden

Politiker Reto Wettstein strebt im Prophetenstädtchen das Vollamt an und fordert damit die Grüne Amtsinhaberin Barbara Horlacher heraus. Was er anders machen würde.

Claudia Meier
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Stadtrat Reto Wettstein kandidiert neu als Stadtammann von Brugg.

Stadtrat Reto Wettstein kandidiert neu als Stadtammann von Brugg.

Bild: Claudia Meier

Vor vier Jahren hat die FDP bei den Gesamterneuerungswahlen mit dem Ausscheiden von Ammann Daniel Moser einen von zwei Sitzen im fünfköpfigen Brugger Stadtrat verloren. Um den zweiten Sitz zurückzuholen, haben die Mitglieder Ende Mai den seit 2014 amtierenden Stadtrat Reto Wettstein und neu die 41-jährige Finanzfachfrau Yvonne Buchwalder-Keller in den diesjährigen Wahlkampf geschickt.

Die Kandidierenden böten neue Perspektiven für die künftige Stadtführung, sagte FDP-Fraktionspräsident Willi Wengi an einem Medientreffen. Mit Yvonne Buchwalder-Keller soll zudem der Frauenanteil gefördert werden. Nachdem Reto Wettstein in den ersten vier Jahren für das Ressort Soziales zuständig war, wechselte er in der zweiten Amtsperiode zum Schlüsselressort Planung und Bau. Bedingt durch die Fusion mit der Gemeinde Schinznach-Bad, die neue Bau- und Nutzungsordnung (BNO) sowie die Coronapandemie sind viel mehr Bauprojekte aufgegleist worden als in den Vorjahren.

Investitionsvolumen von bis zu 100 Millionen Franken

Die FDP Brugg nennt das Ressort Planung und Bau als den Bereich mit den meisten Projekten, dem grössten Entwicklungsdruck und städtischen Investitionen von bis zu 100 Millionen Franken in den nächsten 5 bis 15 Jahren. Diese Aufgaben gehörten in die Verantwortung jenes Behördenmitglieds, das die Arbeiten koordiniert, die Stadt vertritt und dafür am meisten Zeit einsetzen kann: in die Hand des vollamtlichen Stadtammanns.

Kultur und Feste sind Reto Wettstein ebenso wichtig wie Bauprojekte.

Kultur und Feste sind Reto Wettstein ebenso wichtig wie Bauprojekte.

Bild: Claudia Meier

«Der Wahlkampf dreht sich um Feinheiten», sagte Reto Wettstein auf einem Rundgang mit mehreren Stationen durch den Stadtpark. Wenn er als Bauverantwortlicher auch Stadtammann wäre, liessen sich Schnittstellen zwischen der strategischen, regionalen Planung und der ausführenden Planung beseitigen. Es gehe zudem darum, ob man, wie in seinem Fall, einen kooperativen Führungsstil oder eher einen bürokratischen Führungsstil wolle, wie ihn Barbara Horlacher pflege.

Die Drogenszene gehört in einen kontrollierten Raum

Der 42-jährige Ammannkandidat betonte: «Ich bin ein Ideengeber.» Seine Stärke sei, die richtigen Leute zusammenzubringen und pragmatische Lösungen zu finden. Als Beispiel nennt er die Initiative für das Stadtfest 2019.

Handlungsbedarf sieht Reto Wettstein bei der offenen Drogenszene rund um den Bahnhof. Hier brauche es eine Arbeitsgruppe und politischen Druck, um die Szene in einen kontrollierten Raum zu verschieben.

Damit der Steuerertrag in Brugg wieder steige, müssten Unternehmen angesiedelt und attraktiver Wohnraum geschaffen werden. Die Anlagestrategie des Finanzvermögens sei ebenso zu überprüfen. Als Wirtschaftsinformatiker hat Reto Wettstein Freude und Lust, die Mitarbeitenden in die digitale und kundenorientierte Zukunft zu begleiten. «Es braucht unternehmerisches Denken», stellt der Politiker zusammenfassend fest.

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