Birrhard
Unzu­mutbare Immissionen: Gegen den geplanten Kiesabbau formiert sich Widerstand

Ein Initiativteam wehrt sich gegen das geplante kombinierte Materialabbau- und Deponiegebiet Steibode in Birrhard. Das angrenzende Wohngebiet wäre laut den Gegnern über Jahrzehnte mit Staub, Abgasen und Lärm belastet.

Michael Hunziker
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Das Gebiet Steibode liegt direkt neben einem Wohngebiet.

Das Gebiet Steibode liegt direkt neben einem Wohngebiet.

cm (27.Mai 2020

Gegen das geplante kombinierte Materialabbau- und Deponiegebiet Steibode in Birrhard regt sich Widerstand: Ein Initiativteam kämpft mit einem Initiativbegehren gegen den Kiesabbau.

Zur Erinnerung: Das Gebiet Stei­bode zwischen Autobahn und Reuss in Birrhard soll als Standort für eine re­gionale Deponie für unverschmutztes Aushubmaterial sowie als Materialabbaugebiet in den kantonalen Richtplan aufgenommen werden (die AZ berichtete). Noch bis diesen Freitag findet das Mitwirkungsverfahren statt.

Schon genug belastet mit Autobahn und Flugplatz

Aktuell liegt das Areal mit einer Fläche von rund 11,5 Hektaren in der Landwirtschaftszone. Der Kiesabbau soll voraussichtlich während 15 bis 17 Jahren erfolgen. Gemäss einer Grobschätzung wird ein Kiesvolumen von total rund 2,2 bis 2,6 Mio. Kubikmeter vermutet. Ab 2026, so der Plan, beginnt – weitgehend parallel – die Auffüllung während rund 21 Jahren. Verantwortlich für das Vorhaben ist die Firma Terractus AG, ein Zusammenschluss regionaler Unternehmungen aus dem Bereich Aushubablagerung und Kiesgewinnung.

Ein Kiesabbau und Deponiebetrieb würde für die Bevölkerung unzu­mutbare Immissionen verursachen, die Anwohner über Jahrzehnte einschränken, ist das Initiativteam überzeugt. Das direkt angrenzende Wohngebiet wäre über Jahrzehnte zusätzlich – zu Autobahn und Flugplatz mit Heliport – mit Staub, Abgasen und Lärm belastet.

Ebenfalls nicht zumutbar sei der Lastwagenverkehr, der im Zwei- bis Drei- Minuten-Takt auf der engen Zufahrt über die Langgasse erfolge, die teilweise auch als Schulweg diene. Die notwendige Verlegung der Hochspannungsleitung – «vermutlich in die unmittelbare Nähe der Wohnzone» – würde zusätzlich belasten und könnte nicht akzeptiert werden, heisst es im Initiativbegehren.

277 Stimmberechtigte haben in kurzer Zeit unterschrieben

Nicht zuletzt würde wertvolles Landschaftsgebiet zerstört, das einzig zugängliche Naherholungsgebiet der Anwohner, stellt das Initiativteam fest. Kurz: Ein massiver Verlust von Lebensqualität für das ganze Dorf wäre die Folge. «Das Projekt Kiesgrube/Deponie im Steibode darf nicht realisiert werden.» Dem Initiativteam gehören an: Werner Graf, Urs Arn, Geri Hürzeler und Pablo Pfister.

Sie verlangen vom Gemeinderat, die Unterstützung für das Projekt offiziell zurückzuziehen. Das Initiativ­begehren ist letzte Woche mit 277 Unterschriften – 52 Prozent aller Stimmberechtigten – eingereicht worden. Gemäss Initiativteam sind in sehr kurzer Zeit zudem über 300 Einsprachen zusammengekommen, die dem Kanton übergeben wurden.

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