Brugg
Sie haben eine andere Vision fürs Brugger Stadtzentrum

1541 Unterschriften sind zusammengekommen: Die «Petition für eine massvolle bauliche Entwicklung der Brugger Innenstadt» ist an Stadtammann Barbara Horlacher übergeben worden.

Michael Hunziker
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Barbara Horlacher (Dritte von rechts) nimmt bei der «Alten Post» die Unterschriften von der Initiativgruppe entgegen.

Barbara Horlacher (Dritte von rechts) nimmt bei der «Alten Post» die Unterschriften von der Initiativgruppe entgegen.

Auf grossen Zuspruch gestossen ist die «Petition für eine massvolle bauliche Entwicklung der Brugger Innenstadt». Die in rund anderthalb Monaten gesammelten insgesamt 1541 Unterschriften hat die Initiativgruppe am Donnerstag an Stadtammann Barbara Horlacher übergeben.

Im Namen der Initiativgruppe bat Konrad Zehnder den Stadtrat darum, seine Vision für das Stadtzentrum
zu überdenken, den Wert des baukulturellen Erbes zu erkennen und über kurzfristigen ökonomischen Profit zu stellen. Denn: «Wir möchten uns an diesem Ort für eine wertvollere Entwicklung unserer Stadt einsetzen.»

Auf dem Areal zwischen Schulthess-Allee und Annerstrasse, so die Absicht des Stadtrats, soll dereinst eine zentrale Verwaltung entstehen samt Stadtbüro, Verkaufsflächen, Büros sowie rund 55 Wohnungen. Die Gestaltungspläne, lautet die Forderung der Initiativgruppe, seien zu überarbeiten, der geplante Gebäudekomplex zu redimensionieren, die Gebäude «Alte Schmitte» und «Müller-Haus» in ein neues Projekt zu integrieren.

Zehnder sprach von wichtigen Zeugen der dramatischen und rasanten baulichen Entwicklung des 19. Jahrhunderts. «Wir wollen keine Agglomerationsstadt, sondern ein ehrwürdiges, einmaliges Brugger Zentrum – eines, das Identität stiftet und bewahrt.»

Nicht gegen Veränderungen

«Das höchste Potenzial dieses Gebiets liegt nicht nur in seiner besten Lage für neue Geschäfte und möglichst viel Wohnraum, sondern in seiner sicht- und greifbaren, lebendigen Stadtgeschichte», stellte Zehnder bei der Übergabe der Unterschriften fest. Der authentische, organisch gewachsene und sich weiter entwickelnde Ortskern sei es, der die Stadt auf lange Sicht attraktiv mache.

«Wir sind nicht gegen jede Art von Veränderung und wollen zwischen Schulthess-Allee und Annerstrasse kein Freilichtmuseum», fuhr Zehnder fort. Aber: «Wir wollen eine Veränderung, die mit dem Bestehenden eine Verbindung eingeht und an diesem Bestand sorgfältig weiterbaut.» Zusammen mit «sehr vielen» Bruggerinnen und Bruggern ist die Initiativgruppe der Ansicht, «dass es hier keine weitere städtebauliche Gesamtlösung braucht, wie beispielsweise am Neumarkt».

Einst war Abbruch geplant

Zehnder erinnerte daran, dass die «Alte Post» vor rund neun Jahren vor dem Abbruch stand. Heute werde die Liegenschaft präsentiert als städtebaulicher Akzent und als Kopf der neuen Überbauung. Es sei erstaunlich, wie in der Baugeschichte das einst gering Geschätzte auf einmal zum hoch Geschätzten, zum Bijou, werde. «Wie wäre es, wenn man aus dieser Einsicht etwas lernen und das Baukultur-Erbe schätzen, schützen und pflegen würde?»

Stadtammann Barbara Horlacher nahm die Petition entgegen. Es handle sich, war sie sich mit der Initiativgruppe einig, um ein zentrales und wichtiges Areal für die Stadt und die künftige Entwicklung. Die Forderungen der Initiativgruppe würden ernst genommen, die Anliegen geprüft, versprach Barbara Horlacher.

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