Stadtfest Brugg 2019

Schönste Festbeiz ist noch zu haben: «Es gab Interessenten, doch der Bau war eine Nummer zu gross»

Das Stadtfest ist vorbei, die vielen tollen Bauten verschwinden aus der Brugger Innenstadt – einige davon stehen bald wieder im Einsatz.

Nicht nur der Himmel weinte, als das Stadtfest Brugg am Sonntagabend um 20 Uhr zu Ende ging, sondern auch viele Festbesucher waren traurig, dass die tollen Beizenbauten bald aus dem Stadtbild verschwinden werden. Kann man nicht die eine oder andere Beiz für die ganze Sommersaison beispielsweise im Stadtgarten weiterführen? Was in anderen Schweizer Städten wie Baden mit Erfolg umgesetzt wird, sollte doch eigentlich auch in Brugg möglich sein. Solche Gedanken gehen aktuell vielen Leuten in Brugg durch den Kopf. Gleichzeitig laufen die Abbauarbeiten seit dem Festende auf Hochtouren. Während von der «Bar do Tio» am Montagmorgen nur noch der Boden zu sehen ist, steht der vom Stadtfest-OK als Sieger prämierte «Rubik’s Cube» noch in voller Grösse vor der Neuen Aargauer Bank.

Im Innern des farbigen Würfels wird fleissig hantiert und demontiert. Handballerin Ellen Welti vom «Rubik’s Cube»-Team ist sehr glücklich, dass ihr Konzept beim OK und bei den Festbesuchern so gut angekommen ist. Sie hat zusammen mit Adriana Rudolf und Sarah Lechner das Konzept entworfen. Rudolf ist Hochbauzeichnerin. Ihr war es wichtig, alle Pläne für die Festbeiz selber zu zeichnen.

Der Würfel geht nach Mönthal, bis ein Käufer gefunden ist

Die Handballer haben viele Praktiker wie Schreiner und Elektroplaner in den eigenen Reihen, was für die kostenintensive Umsetzung sehr hilfreich war. Ellen Welti freut sich über den ersten Platz beim Beizenranking und den Gewinn von 1000 Franken: «Dieses Geld können wir gut gebrauchen.» Denn noch steht nicht fest, wie es mit dem Würfel weitergeht. «Wir wollen ihn verkaufen. Der Preis erfolgt nach Absprache. Bis wir einen passenden Käufer gefunden haben, lagern wir den Bau bei Holzbau Bühlmann in Mönthal ein», sagt Welti. Es habe schon Interessenten gegeben, doch diesen war der Bau eine Nummer zu gross. Welti hofft weiterhin, dass der «Rubik’s Cube» nächstes Jahr in Wettingen oder an der Badenfahrt 2023 wieder aufgestellt wird.

Sicher wieder besuchen kann man den «Lasso»-Bau. Er wird von einem Verein für das Wettiger Fäscht 2020 übernommen. Der Entscheid dazu ist während des Stadtfests gefallen. Die Betreiber von «Schmitz Katz» feierten Premiere in Brugg. Die Initianten werden demnächst entscheiden, ob sie die Festbeiz auch in Wettingen oder später am gemeinsamen Dorffest Birr-Lupfig betreiben werden. Das Projektteam der «Kiste» ist mit dem Humpeheber-Verein von Fislisbach eine Kooperation eingegangen. «Wir schenken ihnen die ‹Kiste› und zahlen den Transport», sagt Miro Barp. Ziel ist es, die «Kiste» an der Badenfahrt wieder im Einsatz zu sehen. Zwischenzeitlich wird das Material bei einem Landwirt in Villigen gelagert.

Zehn Hocker aus Ölfässern können noch gekauft werden

Keine Sorgen um die Lagerung muss sich das Team von «Kubus Kolor» machen. Das Holz war gemietet und geht zurück in die Zimmerei. Für ein Fest an der Fachhochschule Nordwestschweiz kauft die Fachschaft Technik die LED-Installation inklusive Eimer. Auch der Moto-Club Brugg setzt auf Nachhaltigkeit und gibt den Holzbau dem Eigentümer zurück – nach dem Grundsatz: Mitmachen ist wichtig.

Mit dem Holz von der «Playa de Brugg» entsteht Fernwärme, die Wände und farbigen Tafeln von «Handicap vielfarbig» werden von der Stiftung Domino in ein Märchenhaus umfunktioniert und aus den farbigen Blachen vom «Utopia»-Turm sollen beim Lernwerk Taschen gefertigt werden.

Unter die Leute kommen auch die «farbfabrik»-Hocker aus ausgedienten Ölfässern. Zehn Hocker sind laut Jungwacht und Blauring Windisch noch zu haben – für je 50 Franken.

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