Brugg
Rückblick auf das Kinojahr: «Heidi» lockte die Zuschauer ins «Odeon»

Keine Überflieger, aber trotzdem keine grossen Einbrüche bei den Zuschauerzahlen: Das «Odeon» ist zufrieden mit dem Kinojahr.

Michael Hunziker
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«Odeon»-Betriebsleiter Stephan Filati freut sich auf das Kinojahr 2017.

«Odeon»-Betriebsleiter Stephan Filati freut sich auf das Kinojahr 2017.

Michael Hunziker

An grossen Kassenknüllern hat es gemangelt, die Schweizer Kinos haben das Jahr mit einem Zuschauer-Minus von 8,4 Prozent abgeschlossen. «Auch bei uns haben die ganz starken Filme gefehlt, die den Unterschied ausmachten», sagt Stephan Filati, Betriebsleiter im «Odeon» in Brugg. «Aber schön ist, dass die Besucherzahlen trotzdem sehr konstant blieben.» Alles in allem könne von einem zufriedenstellenden Kinojahr gesprochen werden.

«La Vache» lief 21 Wochen lang

Insgesamt sind im «Odeon» 6,5 Prozent weniger Zuschauer gezählt worden als im Spitzenjahr 2015. «Im Vergleich zum schweizweiten Rückgang ist dies moderat», stellt Filati fest und erklärt: «Es gab keine grossen Einbrüche.»

Die Zuschauerzahlen, fährt der Betriebsleiter fort, seien immer filmabhängig. «Da man nicht in jedem Jahr mit einem ‹Intouchables›, ‹Nachtzug nach Lissabon› oder ‹Giulias Verschwinden› rechnen kann, sind unsere Erwartungen erfüllt worden.»

Besonders gut kamen zwei Schweizer Filme an: «‹Heidi› zog viele Besucher an, die wohl schon sehr lange nicht mehr im Kino waren», sagt Filati. Bei «Der grosse Sommer» habe sich Matthias Gnädinger in seiner letzten Rolle als Publikumsmagnet herausgestellt.

«Eine aussergewöhnliche Geschichte hatte der kleinere französische Film ‹La Vache›», ergänzt Filati. «Er lief bei uns insgesamt ganze 21 Wochen immer mit einer Vorstellung pro Woche und erreichte fast 800 Zuschauer.»

Filati freut sich nun auf das Kinojahr 2017, das einige Höhepunkte verspreche. «Im Februar kommt mit ‹Mein Leben als Zucchini› ein wunderbarer Stop-Motion-Animationsfilm aus dem Wallis in die Deutschschweizer Kinos.

Er hat bereits eine sensationelle Karriere hinter sich.» Das Werk begeisterte über 100 000 Zuschauer in der Westschweiz, war für einen Grammy nominiert und ist auf der Shortlist für einen Oscar – «und das alles bei einer Schweizer Produktion mit sehr kleinem Budget», führt Filati aus. «Solche Filme im Programm zu haben, bereitet grosse Freude.»

Samt japanischen Köstlichkeiten

Im März ist dann die traditionelle Filmnacht dem japanischen Meisterregisseur Hirokazu Koreeda gewidmet. Es werden drei seiner Filme gezeigt – unter anderem als Premiere sein aktuellstes Werk – und dazu gibt es Köstlichkeiten aus der japanischen Küche.

Einer von Filatis persönlichen Favoriten startet bereits diesen Donnerstag, 19. Januar: der griechische Spielfilm «Worlds Apart». «Er hat alles, was ein guter Film braucht und überzeugt in allen Belangen», zeigt sich der «Odeon»-Betriebsleiter begeistert. Sein Ziel ist klar: «Wir wollen weiterhin ein gutes, hochwertiges Filmangebot bieten, das überregional Beachtung findet.»