Auenstein/Veltheim
Regierungsrat ist für die Steinbruch Erweiterung

Beim Steinbruch Jakobsberg-Egg liegt der Ball jetzt beim Grossen Rat.

Claudia Meier
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zvg

Aufatmen bei der Jura Cement Fabriken AG (JCF): Der Aargauer Regierungsrat hat grünes Licht gegeben für die Richtplananpassung «Jakobsberg-Egg» und die Botschaft an den Grossen Rat verabschiedet. Die vorgeschlagene Erweiterung des Steinbruchs umfasst einerseits die Tieferlegung eines Teils der heutigen Abbausohle, andererseits eine Ausdehnung der Fläche um rund 17,5 Hektaren, heisst es in der Medienmitteilung der Staatskanzlei. Die bisher genehmigte Materialabbauzone in den Gemeinden Auenstein und Veltheim ist 65,6 Hektaren gross.

Neue Reserve für 25 Jahre

Nur noch 5 bis 7 Jahre reichen die Rohstoffreserven im Werk der JCF in Wildegg. Das Werk produziert rund 18 Prozent des in der Schweiz hergestellten Zements, hält der Regierungsrat fest. Die genutzte Abbaufläche nehme jedoch ab, da verschiedene Teile des Steinbruchs in naher Zukunft rekultiviert werden. Zur Weiterführung der Produktion vor Ort soll deshalb der JCF-Steinbruch in Auenstein und Veltheim erweitert werden. «Das angestrebte Volumen von 6 Millionen Kubikmeter abbaubarem Kalkstein entspricht einer Reserve von rund 25 Jahren», schreibt die Staatskanzlei weiter.

Der Regierungsrat unterbreitet dem Grossen Rat die entsprechende Richtplananpassung, verbunden mit verschiedenen Aufträgen an die nachfolgende Nutzungsplanung und an die Projektierung. So sollen beispielsweise beim Abbau Immissionen wie Lärm, Staub und Erschütterungen weiter reduziert werden.

Bevor über das eigentliche Projekt entschieden werden kann, ist eine Anpassung der kommunalen Nutzungsplanung durch die Gemeindeversammlungen von Auenstein und Veltheim nötig.

Kritik aus Standortgemeinden

In der Mitte November abgelaufenen öffentlichen Anhörung habe eine grosse Mehrheit der mitwirkenden Körperschaften dem Vorhaben zugestimmt, hält die Staatskanzlei fest. Dazu gehören die Regionalplanungsverbände Lenzburg-Seetal, Brugg Regio, Aarau Regio sowie zehn Parteien. Verschiedene Vereinigungen und zahlreiche Private aus den beiden Standortgemeinden äussern sich hingegen kritisch. So hat beispielsweise «Pro Auenstein» 192 Unterschriften gegen die Richtplanänderung gesammelt.

Die befürwortende Haltung des Kantons zur weiteren Entwicklung des Steinbruchs Jakobsberg-Egg wird begrüsst von cementaargau.ch, einem Zusammenschluss von Persönlichkeiten und Organisationen, der sich für den langfristigen Erhalt der Zementindustrie im Kanton Aargau engagiert. Cementaargau.ch hofft, «dass der Grosse Rat den Argumenten des Regierungsrats folgen wird und den Fortbestand einer ökologisch verantwortungsvollen Zementproduktion in Wildegg unterstützt». Damit sei auch der Erhalt von 120 Arbeitsplätzen verbunden.

Auf neue Abbauorte verzichtet

Rückblick: Während Jahren lief eine aufwendige Standortevaluation der JCF für neue Abbaustellen im weiteren Raum des Schenkenbergerstals. Nach intensiven Diskussionen wurde das Verfahren 2014 abgebrochen. Daraufhin kamen Vertreter der JCF, der Exekutiven, der Bevölkerung und des Kantons zum Schluss, den bestehenden Steinbruch an drei Stellen zu erweitern.

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