Villigen
Pizza statt Post: Jetzt übernimmt der Sohn von «Zio Gerry»

Das ehemalige Villiger Postgebäude wird umgenutzt – in Zukunft wird es einen Pizzalieferservice beheimaten.

Larissa Hunziker
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Im linken Hausteil war früher die Post untergebracht. Nun zieht hier im Januar nächsten Jahres der «Pizza Kurier L’angelo» ein.

Im linken Hausteil war früher die Post untergebracht. Nun zieht hier im Januar nächsten Jahres der «Pizza Kurier L’angelo» ein.

Larissa Hunziker

«Umnutzung ehemaliges Postbüro in Gewerberaum (Pizzaservice).» So lautet das Baugesuch, das noch bis zum 23. November auf der Gemeindekanzlei Villigen aufliegt. Bauherr ist Walter Schmid aus Villigen. Nicht er wird jedoch zum Pizzakurier, sondern Angelo Prota aus Windisch. Er ist der Sohn von Gerardo Prota, besser bekannt als «Zio Gerry». Bis im September diesen Jahres führte «Zio Gerry» seinen beliebten Pizzalieferdienst in Lauffohr.

Sohn Angelo half regelmässig beim Pizzabacken mit. Dabei sei der Wunsch gereift, etwas Eigenständiges aufzubauen, erzählt der 25-Jährige. «Ich will etwas mit meinen eigenen Händen erschaffen.» Deswegen führt er seinen Pizzaservice auch nicht in den Räumlichkeiten von «Zio Gerry» fort, sondern im ehemaligen Postgebäude in Villigen. Auch beim Namen wird alles neu: «Pizza Kurier L’angelo» wird das Lokal heissen. Vater Gerardo wird seinen Sohn aber sicher unterstützen. «Er freut sich sehr», sagt Angelo Prota.

Im Januar will er mit dem Pizzalieferdienst starten. Vorerst will er, wie schon sein Vater, nur abends geöffnet haben. Tagsüber geht Angelo Prota einem Vollzeitjob nach. Im Lokal helfen werden ihm seine Freundin und seine Familie. «Es wird ein Familienbetrieb.» Seine Vorstellung sei es, in zwei bis drei Jahren hauptberuflich als Pizzakurier tätig zu sein.

 Beliebter Kurier: Gerardo Prota alias Zio Gerry.

Beliebter Kurier: Gerardo Prota alias Zio Gerry.

Salvatore Iuliano

Elektropizzaofen mit Steinplatten

Auf die Idee, seinen Pizzalieferdienst im ehemaligen Postgebäude in Villigen einzurichten, kam Prota durch einen Kollegen. Mit diesem sprach er über seine Suche nach einem Lokal. «Ich wollte meinen Pizzaservice an einer Lage, wo es nicht viel Konkurrenz gibt», sagt Prota. Sein Kollege vermittelte ihm den Kontakt zu Walter Schmid, Grundeigentümer des Villiger Postbüros, das im September letzten Jahres geschlossen wurde und als Agentur im Volg weiterbetrieben wird. Schmid konnte sich eine Umnutzung der alten Posträumlichkeiten in einen Gewerberaum gut vorstellen und reichte in der Folge das Baugesuch ein.

Laut diesem soll das ehemalige Postgebäude aufgemauert und neu verputzt werden, zudem soll eine Farbanpassung ans Haus vorgenommen werden. Darüber hinaus sollen aussen die Postfachanlage und innen die Schalteranlage abgebrochen werden. Im ehemaligen Paketraum sollen eine Trennwand sowie eine zusätzliche Tür vom ehemaligen Büroraum zur Toilette eingebaut werden. Die Baukosten sind mit ca. 20'000 Franken angegeben. Angelo Prota wird mit einem Doppelstock-Backofen mit Steinplatten arbeiten, der mit Strom beheizt wird. «Geschmacklich wird die Pizza gleich wie bei einem Holzofen, aber es ist sauberer, da ich keinen Russ habe», erklärt Prota.

 «Ich wollte meinen Pizzaservice an einer Lage, wo es nicht viel Konkurrenz gibt»: Angelo Prota und Freundin Silvia Saavedra, Betreiber des neuen «Pizza Kurier L’angelo» in Villigen.

«Ich wollte meinen Pizzaservice an einer Lage, wo es nicht viel Konkurrenz gibt»: Angelo Prota und Freundin Silvia Saavedra, Betreiber des neuen «Pizza Kurier L’angelo» in Villigen.

zvg

«Etwas Spanisches»

Die Menükarte übernimmt Angelo zu grossen Teilen von «Zio Gerry». Ideen zum Erweitern der Karte hat er schon: «Etwas Spanisches wie Tapas und Wein anzubieten, das könnte ich mir vorstellen.» Ansonsten bekommt man bei «Pizza Kurier L’angelo» alle möglichen Pizzen. «Wir sind offen für die Wünsche der Kunden», sagt Prota. Wie bei «Zio Gerry» ist die Hauslieferung gratis, und es gibt auch keine Mindestbestellung. Liefern wird Angelo Prota hauptsächlich in die Region Brugg.

Mit den Preisen pro Pizza muss er etwas höher einsteigen als sein Vater früher. «Die Miet- und Versicherungskosten sind höher, weshalb die Pizzas etwa Fr. 1.50 teurer werden», sagt Angelo Prota. Im Innern des Postgebäudes wird er zudem ein, zwei Tischchen aufstellen, damit die Leute, die ihre Pizza abholen, beim Warten etwas trinken können. Ein Restaurantbetrieb ist aber nicht vorgesehen. «Es ist hauptsächlich ein Lieferdienst.»

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