Veltheim
Parkplätze für Schloss Wildenstein sind ok – aber wo?

Die Spezialzonen Schloss Wildenstein und Rain führen zu heftigen Diskussionen in Veltheim

Michael Hunziker
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Laut Gemeindeammann Salm ist die Verkehrserschliessung für das Schloss Wildenstein in Veltheim eine grosse Herausforderung. (Archivbild)

Laut Gemeindeammann Salm ist die Verkehrserschliessung für das Schloss Wildenstein in Veltheim eine grosse Herausforderung. (Archivbild)

Walter Schwager

Ärger, Frust und massive Kritik an die Adresse des Kantons: Eine intensive Diskussion mit teilweise emotionalen Voten ist geführt worden am Donnerstagabend in Veltheim.

Darüber, dass beim Schloss Wildenstein für den künftigen Betrieb ein Parkplatz erstellt werden muss, waren sich die mehreren Dutzend Anwesenden einig. Mit dem vorgesehenen Standort allerdings – auf der nordöstlich gelegenen Parzelle 509 – konnten sich viele ganz und gar nicht anfreunden. Es gebe keinen dümmeren Ort, enervierte sich ein Einwohner. Warum müssten sich die Vältner, fragte ein anderer, die Lage der Parkplätze von Aarau diktieren lassen?

Der Reihe nach: Eingeladen zur Orientierungsversammlung über die Spezialzone Schloss Wildenstein und die Spezialzone Rain hatte der Gemeinderat. Red und Antwort standen in der Mehrzweckhalle: Ueli Salm, Gemeindeammann; Gerardo Azzaro, Gemeinderat; Samuel Wehrli und Ruth Wettstein, Schloss Wildenstein; Thomas Isenring, Ingenieurbüro Ballmer und Partner AG aus Aarau.

Rundgang Schloss Wildenstein in Veltheim
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Es braucht neue Angebote

Gemeindeammann Salm bezeichnete es als ein Glücksfall, dass Samuel Wehrli das Schloss Wildenstein im Jahr 2010 übernommen hat. Er renoviert die Anlage und will sie der Allgemeinheit zugänglich machen. Salm sprach von einer einmaligen Chance. Um den Betrieb – ohne staatliche Finanzierung notabene – wirtschaftlich führen zu können, brauche es zusätzlich Angebote, fuhr Salm fort. Und wegen der damit veränderten Rahmenbedingungen müsse die bestehende Nutzungsplanung überarbeitet werden. Heute liegt das Schloss in der Landwirtschaftszone.

Eine Herausforderung sei die Verkehrserschliessung, zeigte Salm auf und erwähnte die Planung mit diversen Gesprächen und Abklärungen, mehrmaliger Ablehnung durch die kantonalen Stellen sowie Überarbeitungen und Wiedererwägungen. Eine Parkierungsanlage für die Besucher sei aber betriebsnotwendig – «wir haben nicht locker gelassen», stellte Salm fest. Als genehmigungsfähig wird gemäss kantonaler Beurteilung einzig die Variante mit einem Parkplatz auf der Parzelle 509 beurteilt.

Vorgesehen ist mit der Überarbeitung der Nutzungsplanung ebenfalls eine Reduktion der Spezialzone Rain. In diesem Gebiet hat Schlossbesitzer Wehrli eine Parzelle gekauft – um die Möglichkeit zu schaffen für eine Umsiedlung des heute unmittelbar beim Schloss liegenden Landwirtschaftsbetriebs. Ein Nebeneinander wäre zwar möglich, erklärte Gemeindeammann Salm. Mit einer Umsiedlung aber könnten die Verkehrsbeziehungen um das Schloss entflechtet werden.

Salm versicherte, dass die Ängste der Bevölkerung, die an den Einwendungsverhandlungen spürbar wurden, ernst genommen werden. Beim Standort des Parkplatzes, stellten Salm und Wehrli übereinstimmend fest, mache der Kanton wohl aber keine Kehrtwende. Welche Massnahmen bei der Verkehrserschliessung konkret getroffen werden sollen, erklärte Ingenieur Thomas Isenring. Die Zufahrt erfolgt grundsätzlich von Süden her, auf dem Schlossweg gilt Tempo 30 und auf der Parzelle 509 sollen 54 Autoparkplätze – voraussichtlich mit einem sickerungsfähigen Belag – realisiert werden.

Der Behindertenparkplatz sowie die Abstellplätze für Velos und Motorräder befinden sich direkt beim Schloss. Bei Grossanlässen stehen Carparkplätze beim Schulhaus sowie im Industriegebiet Werd zur Verfügung. Geregelt werden die Verkehrsströme mit Wegweisern und Fahrverboten. Es seien verträgliche Lösungen für alle gesucht worden, fasste Isenring zusammen. Dieser Aussage pflichtete Schlossbesitzer Wehrli bei. Frühzeitig habe er Kontakt aufgenommen mit dem benachbarten Landwirt, um gemeinsam einen Weg für dessen Betrieb zu finden.

Gmeind hat letztes Wort

Gemäss dem Landwirt ist dieser Weg aber noch lang. «Der Betrieb liegt uns am Herzen. Einfach so bringt man uns nicht weg», betonte er. Das Vorhaben sei komplett falsch aufgegleist worden und nicht fertig gedacht, sagte ein Anwesender. So gebe es nur Ärger.

Fragen gestellt wurden zur Verkehrsführung, zur Beschilderung und zu den Kontrollen. Das Verkehrsregime werde durchgesetzt, versprach Gemeindeammann Salm. Bei Falschfahrern und Falschparkierern werde eingeschritten.

Salm – der stets ruhig und sachlich blieb – gab nach über zwei Stunden seiner Hoffnung Ausdruck, dass in einer offenen, konstruktiven Atmosphäre eine faire Lösung gefunden werden kann. Im Juni wird die Gemeindeversammlung über die Teiländerung der Nutzungsplanung entscheiden.

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