Oberflachs
Oberflachserin siegt in Thüringen

Die Trans Thüringia zählt mit 265 Kilometern zu den härtesten Schlittenhunderennen Mitteleuropas. Janine Eichmann nahm zum zweiten Mal daran teil – und triumphierte.

Elisabeth Feller
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Janine Eichmann und ihre Hunde an der Trans Thüringia. Maria Setale

Janine Eichmann und ihre Hunde an der Trans Thüringia. Maria Setale

Die letzte Woche erscheint Janine Eichmann wie ein Traum. Sie erzählt von der Siegerehrung am vergangenen Samstag in Masserberg: Die
29-Jährige hatte in der Kategorie LT2 – 6 bis 7 Schlittenhunde – der Trans Thüringia gesiegt (az Aargauer Zeitung vom 15.2.). Der Triumph wiegt schwer: Nach wie vor gibt es bloss vereinzelt Frauen, die sich der Herausforderung «Schlittenhunderennen» stellen. 2010 war Janine Eichmann schon einmal gut im Rennen der Trans Thüringia gelegen, bis eine Grippe die Etappen zur Qual werden liess – die Oberflachserin wurde damals nur Dritte. Nur? Die junge Frau lacht. «Ich weiss, das ist eine gute Platzierung.»

«Sie wissen, wos langgeht»

Doch Janine Eichmann wollte 2012 mehr. Sie und ihre sieben sibirischen Huskys starteten am 11. Februar «bei Minus 20 Grad, aber traumhaften Verhältnissen» in Neustadt am Rennsteig. In den folgenden sieben Tagen kletterten die Temperaturen auf fast schon warme 0 Grad; am Ende drückte jedoch der Nebel. «Aber», sagt Janine Eichmann, «die Hunde wissen selbst dann, wos langgeht.» Nicht verwunderlich, schliesslich nahmen diesmal einige Huskys teil, die mit Janine Eichmann bereits 2010 dabei gewesen waren. Janine Eichmann freut sich über ihre Vierbeiner, von denen die jüngsten zweieinhalb und die ältesten neun Jahre alt sind. «Unsere Hunde», sagt die 29-Jährige, «lieben Distanzen, die 250 bis 500 Kilometer lang sind. Sie wollen nur eines: Laufen, laufen, laufen.» «Das Vertrauen zwischen Mensch und Tier ist gross und von tiefem Respekt geprägt», fügt Janine Eichmann hinzu. Gelenkt wird der Zug nur mit der Stimme – Janine Eichmann spricht mit den Hunden. Ansonsten ist während der Fahrt nichts zu hören – ausser dem Hecheln der Hunde. Wie aus dem Nichts tauchen die Gespanne jeweils auf – und erfreuen die Zaungäste.

Skandinavien ist ein Traumziel

Nun ist der Alltag wieder eingekehrt. Janine Eichmann und ihre Hunde ruhen sich erst einmal einige Tage aus. Danach beginnt, ganz langsam, das Training für die insgesamt 10 Huskys wieder. Gibt es, nach dem Gewinn der anspruchsvollen Trans Thüringia, überhaupt noch ein Traumziel für Janine Eichmann? «Aber ja! Ich möchte sehr gerne einmal in Skandinavien an einem 300 bis 500 Kilometer langen Rennen teilnehmen.»