Brugg/Windisch

Neue Mittelschule im Raum Brugg/Windisch: Das sind mögliche Standorte

Am Standort des desolaten Zeughauses an der Ländistrasse auf dem Waffenplatz neben der Casino-Brücke könnte laut der Stadt Brugg eine neue Mittelschule des Kantons realisiert werden. Bild: Claudia Meier

Am Standort des desolaten Zeughauses an der Ländistrasse auf dem Waffenplatz neben der Casino-Brücke könnte laut der Stadt Brugg eine neue Mittelschule des Kantons realisiert werden. Bild: Claudia Meier

Im Planungsberichte sind vier Varianten für einen Neubau aufgenommen worden.

Bis im Jahr 2045 soll die Zahl der Mittelschüler im Kanton Aargau von heute 6000 auf 7500 steigen. Das steht in einem Planungsbericht, der kurz vor den Sommerferien von Bildungsdirektor Alex Hürzeler vorgestellt wurde. Auch sollen die rund 500 Schülerinnen und Schüler aus dem Fricktal, die ein Gymnasium in den Kantonen Basel-Landschaft oder Basel-Stadt besuchen, künftig im Aargau zur Schule gehen. Denn die beiden Basel meldeten Eigenbedarf an, also müssen die Fricktaler bis 2028 weichen.

Rund 50 Jahre ist es her, seit die Regierung ein umfassendes aargauisches Mittelschulkonzept erstellt hat. Zeit also für eine Weiterentwicklung – mit einem Planungshorizont bis 2045. Neben Erweiterungen an den beiden Kantonsschulen Baden und Wettingen soll es im Aargau laut dem Regierungsrat künftig zusätzlich zwei neue Mittelschulstandorte geben.

Einer der beiden soll im Fricktal entstehen, der zweite im Raum Lenzburg/Brugg. Im Fricktal haben sich bisher Frick, Möhlin/Rheinfelden und Stein beworben. In der Region Lenzburg/Brugg haben sich Lenzburg, Brugg und Windisch gemeldet. Die neue Kantonsschule im Aargauer Mittelland soll ab 2030 zur Verfügung stehen.

Gegenüber dem Campus-Neubau ist noch ein Baufeld frei

An der Bundesfeier in Hausen sagte Bruggs Stadtammann Barbara Horlacher in ihrer Festrede, dass ihr die Region Brugg als Wirtschafts- und Bildungsstandort besonders am Herzen liege, auch im Hinblick auf einen möglichen neuen Mittelschulstandort. Doch wo in der Region Brugg eine neue Kantonsschule gebaut werden könnte, war bisher nicht bekannt.

Im Februar dieses Jahres sagten Horlacher und Windischs Gemeindepräsidentin Heidi Ammon gegenüber dieser Zeitung nur, dass sie dem kantonalen Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) fünf mögliche Standorte gemeldet haben, «bei denen aus planerischer Sicht die Möglichkeit zur Realisierung einer Mittelschule weiter untersucht werden sollte». Alle Areale befänden sich innerhalb des Baugebiets und erfüllten die vom BKS geforderten Ansprüche. Für das Areal sind 30 000 Quadratmeter und eine Reservefläche von 10 000 Quadratmetern vorgegeben. Um welche Standorte es sich genau handelt, sagten die beiden Gemeindevorsteherinnen nicht, weil die Detailabklärungen mit den jeweiligen Grundeigentümern noch ausstehend waren.

Auf eine neue Anfrage der AZ halten Horlacher und Ammon fest, dass gemäss den bisherigen Abklärungen vom BKS und vom Departement Finanzen und Ressourcen sowie ersten Gesprächen mit den betroffenen Grundeigentümerschaften im Raum Brugg/Windisch noch folgende vier Standorte grundsätzlich für eine neue Mittelschule geeignet seien: «Bachthale» in Windisch sowie «Rütene», «Ländi» und «Aegerte» in Brugg.

Der Blick auf eine Karte im Planungsbericht zeigt, dass es sich beim Windischer Standort «Bachthale» um das Baufeld A auf der anderen Seite der Zürcherstrasse – gegenüber dem Campus-Neubau – handelt.

Neue Mittelschule anstatt Beton-Elemente am Stadtrand

In Brugg wäre der zentralste Standort für eine Mittelschule an der Ländi-strasse neben der Casino-Brücke, wo sich das stillgelegte Zeughaus befindet. Von hier liesse sich – wie beim Windischer Standort – das Sportausbildungszentrum Mülimatt bequem zu Fuss erreichen. Der zweite Standort in Brugg im Gebiet Aegerten ist auf der Parzelle neben den Schrebergärten und in der Nähe des Stadions Au möglich. Etwas weiter vom Bahnhof entfernt ist der Standort «Rütene» an der Aarauerstrasse, wo derzeit Beton-Elemente gelagert werden.

Alle diese Standorte sollen laut Horlacher und Ammon weiterverfolgt werden und wurden deshalb in den Planungsbericht «Aargauer Mittelschulen: Entwicklungsstrategie 2045» aufgenommen. Insgesamt werden die Erstellungskosten für den zusätzlich benötigten neuen Schulraum für rund 90 Abteilungen auf etwa 186 Millionen Franken geschätzt. Dazu kommen allfällige Landkosten. Die Infrastruktur der Kantonsschulen soll sich künftig im Eigentum des Kantons befinden. Im Herbst stimmt der Grosse Rat über den Planungsbericht ab.

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