Verpflegungsstation
Nach Widerstand in Hausen und Umiken: Windischer stört sich an Selecta-Automat

Ein Windischer Einwohner stört sich am Betrieb einer relativ neuen Verpflegungsstation an der Chapfstrasse. Die Montage des Selecta-Automaten war nie öffentlich aufgelegt.

Claudia Meier
Drucken
Der neue Selecta-Automat steht an der Chapfstrasse.

Der neue Selecta-Automat steht an der Chapfstrasse.

Claudia Meier

In Hausen will die Bevölkerung keinen Snack- und Kaltgetränke-Automaten an der Bushaltestelle Turnhalle. Der Gemeinderat hat Mitte Februar ein entsprechendes Baugesuch der Selecta AG abgeschrieben. Aktuell regt sich ausserdem Widerstand gegen einen neuen Selecta-Automaten in Umiken. Gegen dieses Projekt an der Bushaltestelle Kirche sind bei der Stadt Brugg Sammeleinsprachen eingegangen.

Daraufhin hat sich ein Windischer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, gemeldet. Er stört sich an einem vor wenigen Monaten montierten Selecta-Automaten an der Chapfstrasse beim Schulhaus/Parkplatz in Windisch. Er kann sich nicht erinnern, dass dieses Vorhaben je öffentlich auflegte. Zudem kenne er diverse Anwohner, die sich über die Verpflegungsstation beschweren, vor allem weil sie rund um die Uhr beleuchtet ist. Der Automat stehe an der prallen Sonne, was seinem Bild einer Gemeinde mit einem Energiestadt-Label, über das Windisch seit Jahren verfügt, ohnehin nicht entspreche.

Gemeinde erachtet den Automaten als bewilligungsfrei

Auf diese Punkte angesprochen, sagt Roland Schneider, Leiter Planung und Bau der Gemeinde Windisch: «Die Bewilligung für diesen Automaten wurde im September 2018 erteilt, aufgestellt wurde er 2019.» Das Vorhaben sei nicht öffentlich aufgelegt worden. «Wir beurteilen den Automaten als bewilligungsfrei im Sinne von Artikel 49 der Bauverordnung. Er steht in keinem Einflussbereich irgendeiner geschützten Baute und beeinträchtigt auch die Umwelt nicht übermässig.» Die Station stehe in einer Zone für öffentliche Bauten und Anlagen.

Laut Schneider entspricht der Automat offenbar einem Bedürfnis. Er verweist auf eine Analyse und Anfrage der Firma Selecta. «Anstatt ihn auf einer privaten Parzelle zu erstellen, haben wir es vorgezogen, ihn in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Abfallhai, einem Stromanschluss und eines bekannten Untergrunds stellen zu lassen», ergänzt der Abteilungsleiter.

Der Automat hat nichts mit dem Energiestadt-Label zu tun

Offiziell habe sich die Schulleitung einmal gemeldet und sich kritisch geäussert, weil der Automat pädagogisch nicht sinnvoll sei. Es seien noch weitere Stationen in Windisch geplant gewesen. Doch aus verschiedenen Gründen habe Selecta entschieden, diese nicht zu realisieren. An der Zürcherstrasse steht noch ein zweiter Automat.

Auf das Energiestadt-Label angesprochen sagt Schneider: «Der Automat hat damit nichts zu tun und steht in keinem Zusammenhang.» Welchen Betrag Selecta der Gemeinde Windisch pro Monat für die Standgebühr bezahlt, verrät der Abteilungsleiter nicht: «Die Abgeltung wurde privatrechtlich abgehandelt und ist nicht öffentlich.»

Aktuelle Nachrichten