Effingen

Nach Steinbruch-Erfolg stehen Waldbewirtschaftung und Tiefenlager im Fokus

Der Verein Pro Bözberg hat sein ursprüngliches Ziel erreicht – am Homberg gibt es keinen Steinbruch. Nun richtet er den Blick verstärkt auf Themen wie naturnahe Waldbewirtschaftung und geologisches Tiefenlager für radioaktive Abfälle.

Die Jura Cement Fabriken (JCF) in Wildegg und der Kanton verzichten auf die Weiterverfolgung der Steinbruchvariante Homberg. Somit hat der Verein Pro Bözberg sein Ziel erreicht.

Vereinspräsident Otto H. Suhner erwähnte in seiner Rückschau an der 12. Mitgliederversammlung in Effingen die unzähligen Aktivitäten, welche seit der im März 2002 erfolgten Gründung von Pro Bözberg unternommen wurden, um einen möglichen Steinbruch am Homberg zu verhindern.

Im September 2013 gaben die JCF und Regierungsrat Stephan Attiger, Vorsteher des Departements Bau, Verkehr und Umwelt, bekannt, dass das Bözberg-Projekt nicht weiter verfolgt werde.

Zu diesem Rückzieher haben nebst dem starken Widerstand aus der Gegend das Bundesgericht und die Einsicht, dass die Distanz von zehn Kilometern zwischen dem Zementwerk Wildegg und dem Homberg bei Effingen für den Materialtransport zu gross sei, entscheidend beigetragen.

Streichung im Richtplan als Ziel

Otto H. Suhner: «Nun strebt unser Verein noch die Streichung der Eintragung des Homberges als Untersuchungsgebiet für Gesteinsabbau in der Vororientierung des kantonalen Richtplanes an. Wir hoffen, dass die Akte Steinbruch am Bözberg damit noch dieses Jahr endgültig geschlossen werden kann.»

Pro Bözberg mit aktuell gegen 2000 Mitgliedern wird sich weiterhin für die Erhaltung einer intakten Landschaft einsetzen. Eine nächste Aktivität ist die traditionelle Bettagswanderung, welche dieses Jahr am 21. September stattfindet und dem Thema «Bohnerz-Gewinnung auf dem Bözberg» gewidmet sein wird.

Im Hinblick auf die Standortwahl in Sachen geologisches Tiefenlager für radioaktive Abfälle zählt der Verein darauf, dass sich diese ausschliesslich an der Sicherheitsfrage orientiert und nicht an der politischen Machbarkeit. Sollte unsere Region als Standort evaluiert werden, würde sich Pro Bözberg bei den Fragen im Zusammenhang mit den Oberflächenanlagen einbringen.

«Naturnahe Waldbewirtschaftung»

Der Verein nimmt sich neu auch dem Thema Waldbewirtschaftung an. In den Wald- und Landschaftsgebieten von eidgenössischer und kantonaler Bedeutung wünscht Pro Bözberg eine sorgfältige Bestandespflege mit Rücksichtnahme auch auf die Tierwelt. In seinem Gastreferat «Naturnahe Waldbewirtschaftung» plädierte Kantonsoberförster Alain Morier ebenfalls für die Beachtung sensibler Faktoren.

Zum Beispiel sollten die heutzutage aus arbeitstechnischen und ökonomischen Gründen häufig eingesetzten schweren Maschinen nur in vorgegebenen Rückgassen fahren und auch nicht auf nassen, respektive weichen Böden verwendet werden, damit keine übermässigen Spuren zurückbleiben. Im Zusammenhang mit der Nutzung erklärte der Referent: «Holz ist unser nachhaltigster und genialster Rohstoff, und wir müssen auch deshalb zum ganzen Umfeld Sorge tragen.»

Iren Vetter Thommen, Effingen, erklärte ihren Rücktritt aus dem Vorstand. Die verbleibenden Mitglieder erhielten ihre Bestätigung für ein weiteres Jahr.

Der Effinger Gemeindeammann Andreas Vetter und Marcel Binder, Obmann der Jagdgesellschaft Kästhal-Brugg, dankten Pro Bözberg für den unermüdlichen Einsatz im Kampf gegen das Steinbruchprojekt.

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