Brugg
Künftige Mieter der Alterswohnungen sollen selbst entscheiden dürfen

Die Schönegg Brugg AG baut derzeit für rund 47 Millionen Franken rund 110 Alterswohnungen. Trotz Überraschungen beim Bau soll das Hochhaus in einem Jahr bezugsbereit sein.

Claudia Meier
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47-Millionen-Bau

47-Millionen-Bau

Claudia Meier (cm)

Es ist viel los an der Fröhlichstrasse in Brugg, wo derzeit das Quartier für Leute über 65 Jahre und Pflegebedürftige umfassend erneuert wird. Nur wenige Monate nach der Einweihung des Pflegeheim-Neubaus Süssbach sind die Maschinen auf der gegenüberliegenden Strassenseite aufgefahren, um das ehemalige Alterszentrum-Hochhaus rück- und umzubauen.

«Seit dem 1. Januar 2017 hat die Schönegg Brugg AG kein Personal mehr», sagte Verwaltungsratspräsident Livio Plüss an der 3. Generalversammlung am Montagabend im Süssbachsaal, an der er 74 Aktionäre begrüssen konnte. Zur Erinnerung: Angestellte und Bewohner wechselten ins Pflegezentrum Süssbach.

Im Eiltempo beleuchtete Plüss die 40-jährige Geschichte des Alterszentrums Brugg, die Entwicklung vom Alters- zum Pflegeheim. In dieser Zeit wurden lediglich drei Vereinspräsidenten und drei Zentrumsleiter gezählt. Vor 40 Jahren betrugen die Personalkosten insgesamt 435 000 Franken und umfassten 22,5 Vollzeitstellen. 2016 waren es 74,6 Vollzeitstellen. Die Personalkosten beliefen sich auf rund 6,7 Millionen Franken.

Gemeinnützige AG zahlt Steuern

Livio Plüss sprach von einem erfreulichen Geschäftsjahr, bei dem ein Gewinn von 564 567 Franken resultierte. Gleichzeitig machte der Verwaltungsratspräsident seinem Ärger Luft, dass die gemeinnützige Organisation nun 125 000 Franken Steuern bezahlen muss, obwohl sich das Aufgabengebiet nicht verändert habe.

«Das liegt daran, dass wir neu eine Aktiengesellschaft sind, bei der auch Privatpersonen und nicht ausschliesslich Kommunen Aktionäre sind», erklärte Plüss. Eine solche Steuer-Regelung für gemeinnützige Aktiengesellschaften gebe es schweizweit in keinem anderen Kanton.

Altlasten und Konstruktionsproblem

Für das laufende Jahr rechnet Plüss angesichts der intensiven Bautätigkeit nur noch mit einem kleinen Gewinn. Beim Rück- und Umbau im Hochhaus K habe es zwar mit der Altlasten-Entsorgung und Tragkonstruktionsproblemen bei den Balkonaufhängern zwei Überraschungen gegeben. Der Bezugstermin im Juni 2018 sei deswegen aber nicht gefährdet. Zuständig für die Immobilienverwaltung ist die Süssbach AG. Ab Oktober werden die Mietverträge für die 54 neuen Alterswohnungen im Hochhaus sowie den Gewerberaum im Erdgeschoss ausgestellt. Vorrang haben Bewohner aus den benachbarten Liegenschaften, die den weiteren Neubauten weichen müssen. So ist es auch nicht überraschend, dass bereits alle Wohnungen im Hochhaus reserviert sind.

Zum Betreuungskonzept sagte Livio Plüss: «Wir haben einen Verwalter, der gleichzeitig Concierge ist und den Bewohnern bei Bedarf Dienstleistungen vermittelt. Es gibt aber keinen Konsumzwang, das ist zentral.» Der Schönegg Brugg AG sei es wichtig, dass sich auch Mieter, die auf Ergänzungsleistung angewiesen sind, eine Wohnung – mit Waschmaschine und Tumbler – leisten können. «Wir bauen für alle, nicht nur für die Reichen», betonte der 67-jährige Verwaltungsratspräsident.

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