Kommentar
Der Quereinsteiger in Brugg hat seine Chance verdient

Roger Brogli schafft im ersten Wahlgang den Sprung in den Brugger Stadtrat.

Michael Hunziker
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Roger Brogli (parteilos) schafft die Wahl, Rita Boeck (SP) nicht.

Roger Brogli (parteilos) schafft die Wahl, Rita Boeck (SP) nicht.

Claudia Meier

Die Sozialdemokraten fliegen aus dem Brugger Stadtrat. Was haben sie falsch gemacht? Nichts. Mit Rita Boeck – als Einwohnerratspräsidentin ist sie die derzeit höchste Bruggerin – schickte die SP eine gradlinige, erfahrene und logische Kandidatin ins Rennen. Nur: Bei zehn Bewerberinnen und Bewerbern aller politischer Couleur für fünf Sitze ist der Ausgang völlig offen. Erlauben sich die vier Bisherigen – wie in Brugg – keine groben Fehler, wird es eng.

Lachende Dritte sind einerseits Die Mitte, die ihre beiden Sitze halten kann in der Stadtregierung, sowie andererseits selbstverständlich Roger Brogli. Der Parteilose ist, das hat wohl den Ausschlag gegeben für seine Wahl, bekannt als zuverlässig, zupackend und zuvorkommend. In seinen 33 Jahren als Werkdienst-Chef hat er regelmässig mehr geleistet, als er musste, war in frühen Morgenstunden anwesend und spät in der Nacht erreichbar, wirkte in diversen Organisationskomitees mit. Er konnte wichtige Kontakte knüpfen und im Wahlkampf – kein Wunder – sowohl Gewerbetreibende, Politiker als auch Kulturschaffende zu seinen Unterstützern zählen.

Politische Erfahrung bringt der 63-jährige Frühpensionär zwar keine mit. Aber viel Lebens- und Führungserfahrung in Beruf, Militär und Zivilschutz. Er kennt die Abläufe in der Verwaltung und – das ist einer seiner grössten Trümpfe – er hat ein offenes Ohr für die Anliegen der Bevölkerung, weiss, wo der Schuh drückt. Erwartet wird von Brogli nun, dass er auch im Stadtrat engagiert und unkompliziert anpackt. Er wird vielleicht eine Eingewöhnungszeit brauchen. Aber er wird die nötige Energie und Zeit aufbringen für das Amt. Der politische Quereinsteiger hat die Chance, sich zu bewähren, alleweil verdient.

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