Pizza-Tour
GPS – oder der Segen der Technik

Schon kurz vor Mittag trafen wir heute in Ravenna ein. Dies gab uns genügend Zeit für eine Besichtigung der schmucken Altstadt. Die problemlose Fahrt bis vor die Hoteltüre verdanken wir einer praktischen technischen Errungenschaft: Dem Outdoor-GPS.

Martin Gysi
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T13-Weg

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Martin Gysi

Freitag, 27. April. Gestern philosophierte ich in meinem Blog über das Gefühl der Freiheit, das einem im Po-Delta Anbetracht des freien Blicks in alle Himmelsrichtungen befallen kann. Dieses Freiheitsgefühl hat aber auch einen durchaus technischen Aspekt. Wenn man sich beim Velofahren stets auf Karte, Kompass und Strassenschilder konzentrieren müsste, um sich in der Weite, praktisch ohne Horizont und Orientierungspunkte, zurechtfinden zu können, würde sich dieses Gefühl der Freiheit kaum einstellen. Deshalb braucht es neben den befreienden optischen Eindrücken auch noch die Zuverlässigkeit der technischen Orientierungshilfe, des GPS, die vom steten Suchen nach dem richtigen Weg befreit.

GPS ist nicht gleich GPS

Der Unterschied zwischen einem Outdoor-GPS und dem üblichen «Auto-Navi» liegt nicht nur darin, dass das Outdoor-GPS wasserdicht und stossfest ist, sondern in einer zusätzlichen Funktionalität. Selbstverständlich kann man auch bei diesen Geräten ein Ziel eingeben und wird dann wahlweise auf dem schnellsten oder kürzesten Weg dorthin geführt. Dies ist zum Beispiel bei der Hotelsuche sehr nützlich. Aber unterwegs ist man als Tourenfahrer in der Regel weder am schnellsten, noch am kürzesten, sondern am schönsten Weg interessiert - was immer das heissen mag. Beim Outdoor-GPS kann ich deshalb «meine» Route einprogrammieren. Dies geschieht meistens zu Hause am PC, indem man sogenannte Wegpunkte eingibt, die das Programm dann zu einer Route verbindet, die man dann auf das GPS laden kann. Diese Geräte haben aber noch ein weiteres Feature: sie zeichnen den gefahrenen Weg als sog. Track auf. Diesen Track kann man abspeichern und in der Folge nach Belieben vorwärts oder rückwärts wieder abfahren. Für diese Tracks gibt es zudem im Internet Online-Tauschplätze wie z.B. www.gpsies.com.

Planung gibt Freiheit für Spontanrouten

Die Planung dieser «Pizza-Tour» hat mich rund ein Jahr lang viele Freizeitstunden gekostet. Nun kann ich davon profitieren. Die ganze Tour besteht einerseits aus von mir selbst gewählten Routen, andrerseits aus heruntergeladenen Tracks von «Vorgängern» und zu guter Letzt aus Routenbeschreibungen von Tourenfahrerkollegen aus dem einschlägigen Forum www.rad-forum.de, die ich dann praktisch «nachgezeichnet» habe. Die gesamte Route - insgesamt rund 4600 km lang - habe ich rund zwei Monate vor dem Tourbeginn in besagtem Forum zur Diskussion gestellt und dabei nochmals gut ein Dutzend wertvolle Verbesserungsvorschläge erhalten.

Nun, nach bisher 800 Kilometern, kann ich sagen, dass sich die Planung gut bewährt hat. Erst die seriöse Planung gibt die Freiheit - womit wir wieder beim Thema wären - entweder der geplanten Route sorgenfrei zu folgen oder aber auch je nach Lust und Laune einen anderen Weg zu wählen. Auch bei Spontanrouten weiss man so stets, wohin man gerät und was die Konsequenzen der Spontanentscheide sind.

Aufgrund meiner bisherigen GPS-Erfahrung würde ich deshalb das bekannte Zitat von Christian Morgenstern, «Wer das Ziel nicht kennt, kann den Weg nicht finden», eindeutig umdrehen: «Wer den Weg nicht kennt, kann das Ziel nicht finden!»

Ohne Umwege nach Ravenna

Auf unserer heutigen «Halbetappe» nach Ravenna hat uns das GPS fehlerfrei durch das Strassengewirr der Vorstadt zum Hotel geführt. Ravenna ist nicht nur eine velofreundliche, sondern offensichtlich eine velobegeisterte Stadt. Man hat den Eindruck, dass fast die Hälfte der Bevölkerung in der autofreien Innenstadt mit dem Velo unterwegs ist. Dies ist nur ein Grund, weshalb wir uns hier auf Anhieb wohlgefühlt haben. Die lebhafte Altstadt mit ihrer «warmen» Backsteinarchitektur und mit ihren attraktiven Baudenkmälern wirkt einladend und freundlich. Allen «Rimini-Fahrern» sei wärmstens empfohlen, hier einmal einen Etappenhalt einzulegen.

Die heutige Tour: Porto Garibaldi - Ravenna, 40 km, 74 Hm.

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