Brugg/Windisch
Es ist unbestritten: Die Veloabstellplätze genügen nicht mehr

Bei den Veloabstellplätzen rund um den Bahnhof haben ein paar Stellen ein Wörtchen mitzureden.Einigkeit besteht darin, dass Handlungsbedarf besteht.

Michael Hunziker
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Roland Schneider, Leiter Abteilung Planung und Bau in Windisch

Roland Schneider, Leiter Abteilung Planung und Bau in Windisch

Michael Hunziker

Gemessen an den vielen Velofahrern sei das Angebot an Abstellmöglichkeiten tatsächlich eher knapp, räumt Heiner Hossli ein. Der Chef der Regionalpolizei (Repol) Brugg weiss: «Je näher am Bahnhof, desto weniger freie Plätze stehen zur Verfügung. Die Auslastung ist sehr hoch.»

Unter den gegebenen Umständen laufe der Betrieb zwar gut, fährt Hossli fort. Aber: «Aufgrund des zeitweiligen Platzmangels werden die Velos nicht immer ordnungsgemäss abgestellt.» Eine Schwachstelle befinde sich beim Neumarkt. «Da wird die Velopark-Ordnung schlecht eingehalten.» Immerhin: Der Handlungsbedarf ist erkannt. Diesen Herbst, ist laut Hossli vorgesehen, werden die Abstellplätze in diesem Bereich neu gestaltet. «Es wird auch andere Veloständer geben.»

Was passiert mit Zweirädern, die abgestellt und nicht mehr gebraucht werden, die vielleicht sogar gestohlen wurden? «Die Regionalpolizei führt an öffentlichen Abstellplätzen regelmässig Kontrollen durch und sammelt offensichtlich nicht mehr benutzte Fahrzeuge ein», erklärt der Repol-Chef. «Anhand der Rahmennummer erfolgt auch eine Prüfung, ob Fahrzeuge wegen Diebstahls im schweizerischen Fahndungssystem ausgeschrieben sind. Solche werden dem Halter wieder vermittelt.» Ein Problem sei allerdings, dass die Polizei seit der Abschaffung der Velonummern nirgends nachschauen könne, wem ein Velo gehört.

Bei Fahrrädern, die niemandem zugeordnet werden können, bestehen gemäss Hossli Weisungen der Kantonspolizei, wie lange diese aufbewahrt werden müssen und wie sie schliesslich verwertet werden. «Je nach Zustand betragen die Fristen zwischen einem Monat bis zu sechs Monaten.» An Privatpersonen dürfe die Polizei keine Velos abgeben oder verkaufen.

Verschiedene Studien liegen vor

Auch die Gemeinde Windisch ist sich der angespannten Situation betreffend Veloabstellplätze am Bahnhof bewusst, sagt Roland Schneider, Leiter der Abteilung Planung und Bau. Nebst den rund 80 Abstellplätzen bei der Personenunterführung Mitte stehen bei der Unterführung Campus rund 200 Abstellplätze zur Verfügung, inklusive der meist wenig belegten Abstellplätze nördlich des Aperto-Ladens, rechnet Schneider vor.

Neben dem Projekt «Bike Loft» für eine schliessbare Anlage mit Veloboxen liegen gemäss Schneider ebenso andere Studien vor, um die Anzahl der Abstellplätze bei der Campus-Unterführung zu erhöhen. «Insgesamt gehen wir von einem Manko von rund 200 Plätzen aus.»

Steigende Nachfrage erwartet

Die SBB sind sich ebenfalls im Klaren, dass beim Bike-and-Ride-Angebot (B+R) rund um den Bahnhof «sehr hoher» Handlungsbedarf besteht – auch bezüglich einer Erweiterung. «Die über 700 Bike- und Rail-Abstellplätze sind derzeit sehr gut ausgelastet», sagt Mediensprecher Oli Dischoe und ergänzt: «Da wir eine weiter steigende Nachfrage erwarten, rechnen wir mit einem grösseren Bedarf an Abstellplätzen.» Konkret: Der Bedarf dürfte bis im Jahr 2025 sogar auf 1150 bis 1200 Plätze anwachsen, sagt Dischoe. Als Knackpunkte bezeichnet er neben dem Platzmangel auch die Kosten.

Derzeit sind einige Veloständer nicht in Betrieb, da sie repariert werden. Die Arbeiten an der doppelstöckigen Bike-and-Ride-Anlage auf der Brugger Seite wurden laut Mediensprecher Dischoe in Auftrag gegeben. Sie soll voraussichtlich bis im April stufenweise repariert werden.

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