Einwohnerrat Brugg
Die neuen Sammelstellen geben ein würdiges Bild ab

Der Einwohnerrat Brugg genehmigt am Freitagabend neben dem Kredit von 690'000 Franken für die Unterflurcontainer auch den voll bezahlten zehntägigen Vaterschaftsurlaub.

Michael Hunziker
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So präsentiert sich die Sammelstelle Weiermattweg heute.

So präsentiert sich die Sammelstelle Weiermattweg heute.

Bild: Claudia Meier

An verschiedenen Stellen geben sie kein würdiges Bild mehr ab, haben ihre Lebensdauer erreicht: In Brugg können die oberirdischen Sammelstellen durch neue Unterflurcontainer ersetzt werden. Der Einwohnerrat hat am Freitagabend den Verpflichtungskredit von 690'000 Franken klar angenommen für die erste Phase.

Emanuel Heer (SP) freute sich nach der langen Planungsphase auf die Aufwertung des Stadtbilds, auf das einheitliche Angebot und darüber – Stichwort Behindertengleichstellungsgesetz –, dass die Sammelstellen künftig auch für Menschen mit Beeinträchtigungen nutzbar sein werden. Willi Wengi (FDP) zeigte sich überzeugt, dass die Standortattraktivität gesteigert werden kann, die unschönen Bilder verschwinden.

Thomas Gremminger (Grüne) lobte das Netz von zeit­gemässen Sammelstellen, die weniger auffallen, weniger Platz brauchen, weniger Lärm machen. Dass dieses Vorhaben dem Zeitgeist entspricht, modern und schön anzusehen ist, war für Julia Geissmann (CVP) unbestritten. Grosse Fragezeichen machte sie aber etwa zum ökologischen Aspekt sowie zu den Installationskosten oder zur Standortgebundenheit.

Miro Barp (SVP) wollte aufs Tempo drücken, setzte sich dafür ein, dass die erste Phase bereits Ende 2021 umgesetzt ist, die zweite Phase bis Mitte 2022. Sein Antrag fand allerdings keine Mehrheit.

SVP spricht von Luxuslösung in falscher Zeit

Deutlich gutgeheissen wurde die Änderung des Personalreglements. Die Stadt Brugg erweitert den bisher gewährten Vaterschaftsurlaub von 5 auf 10 Arbeitstage, die voll entschädigt werden – übernimmt also die Differenz zwischen Erwerbsersatz und vollem Lohn des Mitarbeiters. Nicht durch kamen die Grünen sowie die SVP mit ihren Änderungsanträgen. Erstere forderten einen voll bezahlten Vaterschaftsurlaub von 20 Tagen. Letztere machte sich dafür stark, die Entschädigung auf 80 Prozent des Lohns festzulegen.

Peter Haudenschild (FDP) sprach von einem vernünftigen Vorschlag des Stadtrats, Joya Süess (EVP) von einem guten Mittelweg, Markus Lang (GLP) von einem Zeichen der Wertschätzung. Nadine Christen (CVP) hob die Wichtigkeit von gesunden Familienstrukturen hervor. Auch sei die neue Regelung aus finanzieller Sicht vertretbar.

Yves Gärtner (Grüne) war sich sicher, dass bei einem bezahlten Vaterschaftsurlaub von 20 Tagen die positiven Effekte die Mehrkosten um ein Vielfaches übersteigen würden. Dieser Aussage schloss sich Isabella Bertschi (SP) an. Vier Wochen, hielt sie fest, würden nur minimal ins Gewicht fallen. Die Stadt könne attraktive Arbeitsbedingungen bieten.

Für Patrick von Niederhäusern (SVP) dagegen kamen weitere Kostensteigerungen nicht in Frage. Mit Luxuslösungen werde ein falsches Zeichen gesetzt in einer Zeit, in der Tausende Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft Angst haben müssten um ihren Job.

Postulat der Grünen per Stichentscheid überwiesen

Unbestritten war an der Sitzung die Weiterführung des Kinderbetreuungsstandorts Schinznach-Bad mit einer Defizitgarantie von 30'000 Franken, die von den 48 anwesenden Einwohnerräten – von insgesamt 50 – ohne Gegenstimme angenommen wurde.

Per Stichentscheid von Einwohnerratspräsidentin Rita Boeck (SP) – es stand 23 gegen 23 Stimmen – überwiesen worden ist zum Schluss nach einer rund 50-minütigen Diskussion das Postulat der Grünen betreffend Klimaschutz als Querschnittsthema.