Einwohnerrat Brugg
Die Erneuerung der Rasenplätze ist umstritten bei den Fraktionen

Kontrovers und ausführlich diskutiert wird bei den Brugger Einwohnerratsfraktionen vor der Sitzung vom Freitag. Umstrittenes Thema ist die Sanierung der Rasenspielfelder Geissenschachen, Stadion Au und Schinznach-Bad.

Michael Hunziker
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Saniert werden sollen die Rasenspielfelder Stadion Au (Bild), Geissenschachen sowie Schinznach-Bad..

Saniert werden sollen die Rasenspielfelder Stadion Au (Bild), Geissenschachen sowie Schinznach-Bad..

Maja Reznicek (29. September 2021)

Kunstrasen oder Winterrasen? Die Erneuerung der Spielfelder Geissenschachen, Stadion Au sowie Schinznach-Bad beschäftigt die Brugger Einwohnerratsfraktionen – und sorgt für gehörig Gesprächsstoff vor der Sitzung vom Freitag.

Die Mitte hat die Vorlage zu den drei Fussballplätzen «kontrovers und sehr ausführlich diskutiert». Die vom Stadtrat vorgeschlagene Sanierung und Ertüchtigung komme verschiedenen Nutzern zugute und werde darum begrüsst, heisst es im Fraktionsbericht. Auch die mit den jeweiligen Hauptnutzern vereinbarte finanzielle Beteiligung erachtet die Fraktion als angebracht.

«Jedoch wird teilweise bezweifelt, dass damit die Kapazitätsprobleme nachhaltig gelöst werden können und die Belegung der Turnhallen für das Wintertraining tatsächlich reduziert wird.» Ob die Rasen halten, was sie versprechen – nämlich abgesehen von einer vierwöchigen Regenerationszeit im Frühling das ganze Jahr für Trainings und Spiele nutzbar zu sein –, müsse sich zeigen. «Im Allgemeinen wird bedauert, dass es nicht gelingt, eine Lösung zu finden, die auch vom FC Brugg mitgetragen wird», stellt die Die-Mitte-Fraktion fest.

Möglichst viele sollen profitieren können

Die SVP möchte «die Mittel optimal einsetzten und erreichen, dass möglichst viele Sportbegeisterte vom Angebot profitieren können». Zudem ist es der Fraktion ein Anliegen, dass alle Vereine, die Jugendförderung betreiben, gleich behandelt werden. Leider war bei der Infoveranstaltung des FC Brugg keine Vertretung des Stadtrats anwesend, sodass strittige Punkte nicht diskutiert werden konnten, merkt die SVP an.

Nach Ansicht der GLP legt der Stadtrat in seinem Antrag überzeugend dar, weshalb eine natürliche Rasenoberfläche mit wasserdurchlässigem Unterbau einem Kunstrasen vorzuziehen ist. Von den Rasensanierungen würden alle Nutzer der bestehenden Rasenflächen profitieren, ist sich die Fraktion sicher, insbesondere auch das Berufs- und Weiterbildungszentrum Brugg (BWZ) sowie der FC Schinznach-Bad. «Die Kunstrasenvariante jedoch bezieht sich nur auf das Stadion Au», steht im Fraktionsbericht.

Unterhaltskosten werden zwar höher, aber ...

Die EVP wird den Anträgen zur Sanierung der Sportplätze mit Winterrasen zustimmen. «Dies vor allem, da diese drei Spielfelder von verschiedenen Vereinen mit ihren Sportlern besser nutzbar sind als ein Kunstrasenfeld», führt die Fraktion aus. «Die Unterhaltskosten werden sicher höher als bei einem Kunstrasen, dieser würde aber hauptsächlich von den Fussballern genutzt werden.»

Die FDP wird das «stark umstrittene» Thema Rasenplätze ein weiteres Mal zur Sprache bringen an einer zweiten Fraktionssitzung.

Der SP wiederum erscheint eine Rückweisung der Vorlage als am sinnvollsten. Unbestritten sei zwar, dass das Fussballfeld in Schinznach-Bad saniert werden müsse, die vorgeschlagenen Lösungen im Schachen überzeugen aber nicht.

Die Verschönerung wird der Stadt gut anstehen

Anders lautet die Meinung der SP beim Kredit für die Neugestaltung des Eingangsbereichs des Stadions Au. Das vorliegende Projekt zur Verschönerung des Stadioneingangs erfülle die Anforderungen und werde der Stadt Brugg wohl anstehen. Die SP begrüsst die Verwendung von Holz, möglichst aus dem eigenen Wald.

Für die SVP ist die Neugestaltung unbestritten. «Das Vereinsleben in der Stadt wird davon profitieren, indem die gemeinsame Nutzung der neuen Infrastruktur die Zusammenarbeit der Sportvereine beflügelt», schreibt die Fraktion.

Die Visualisierung zeigt die geplante Neugestaltung.

Die Visualisierung zeigt die geplante Neugestaltung.

zvg

Der EVP gefällt das Projekt ebenfalls. «Mit dem zusätzlichen Fitnessraum können die verschiedenen Sportvereine ihre Trainings variieren, beziehungsweise eventuell bei Schlechtwetter darauf ausweichen», führt die Fraktion aus. Der grosszügige Gastroraum sowie das Speakerbüro würden sicher bei Sportanlässen sehr geschätzt.

Für die GLP gibt der jetzige Eingangsbereich zum Stadion Au ein tristes Bild ab, die Funktionalität der bestehenden Gebäude vermöge den Bedürfnissen der Vereine nur bedingt zu entsprechen. Deshalb unterstützt die Fraktion den Antrag, sowohl das Erscheinungsbild der Anlage wie auch die Nutzungsmöglichkeiten den heutigen Ansprüchen gemäss anzupassen. Das Stadion habe nicht nur eine wichtige Funktion bei der Gesundheitsförderung, bei der Jugendförderung sowie für gesellschaftliche, respektive sportliche Anlässe, sondern sei ebenfalls eine Visitenkarte für die Stadt, so die Fraktion. Und:

«Mit einem zeitgemässen Erscheinungsbild und einer modernen Infrastruktur empfiehlt sich das Stadion auch mehr für Anlässe mit regionaler und kantonaler Ausrichtung.»

Dies dient gemäss GLP ebenfalls der Standortförderung.

Die Mitte spricht mit Verweis auf die geplanten Infrastrukturen im Rahmen der Neugestaltung von einem grossen Gewinn für die Vereine. «Daher stösst der Kreditantrag auf breite Zustimmung.» Ein Fragezeichen setzt die Fraktion jedoch bei den komplizierten Eigentumsverhältnissen, die sich aus der Aufstockung des Klubhauses ergeben. «Hier erwarten wir noch zusätzliche Informationen aus dem Stadtrat.»

Es gebe sicher noch Fragen und Bemerkungen zu einigen Details, findet auch die FDP, «so zum Beispiel, was ein Sanitätsraum im ersten Stock soll». Dem Baukredit für die Neugestaltung des Eingangsbereichs und die Erstellung von Nutzflächen für den Sport stimmt die Fraktion zu, erachtet diese Erneuerungen als sinnvoll, «aber auch auf sehr hohem Level».

Einwohnerrat Freitag, 22. Oktober, 19 Uhr, Campussaal.

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