Lupfig
Einheimischen-Rabatt für Pflegeheim-Bewohner wird doch nicht gestrichen

Pflegeheim-Bewohner aus den Trägergemeinden erhalten weiterhin eine Reduktion von 15 Franken pro Tag – dazu fand extra eine ausserordentliche GV statt.

Claudia Meier
Merken
Drucken
Teilen
Ursi Berger ist Vereinspräsidentin. CM

Ursi Berger ist Vereinspräsidentin. CM

Claudia Meier (cm)

Weil die Abstimmung über das Budget 2017 an der Generalversammlung vom 29. März statutenwidrig durchgeführt wurde, musste der Altersheimverein Eigenamt zu einer ausserordentlichen GV einladen. Von insgesamt 294 Mitgliedern waren am Mittwochabend 49 in der Mehrzweckhalle Lupfig anwesend. Ebenfalls vor Ort war Felix Bader, Leiter Sektion Langzeitversorgung beim kantonalen Departement Gesundheit und Soziales (DGS). Der Vorstand hatte ihn eingeladen, um auf allfällige Fragen, die das DGS betreffen, direkt Antwort zu geben. Präzisierungen seinerseits waren dann aber nicht notwendig.

Vierer-Gruppe zeigt sich kritisch

Vereinspräsidentin und Gemeindeammann von Birrhard, Ursi Berger, sagte den Mitgliedern zum Auftakt: «Leider habe ich an der letzten GV die Statuten falsch interpretiert und einen Fehlentscheid getroffen. Dafür möchte ich mich bei Ihnen entschuldigen.» Eine Gruppe, bestehend aus vier Mitgliedern, ist seit einiger Zeit daran, in Sachen Haus Eigenamt Geschäftsleiter Hanspeter Müller sowie den Vorstandsmitgliedern aus den vier Trägergemeinden Birr, Birrhard, Lupfig und Scherz auf die Finger zu schauen. Ueli Rufli, einer dieser vier Männer, beanstandete denn auch, dass in der Einladung zur Versammlung das Protokoll der letzten GV und auf der Traktandenliste der Punkt Varia fehlten. Der Antrag zur Aufnahme von Varia wurde angenommen.

Vorstandsmitglied und Lupfiger Gemeindeammann Richard Plüss machte seinem Ärger Luft über die verschiedenen Angriffe von aussen gegen das Haus Eigenamt. «Der Ruf des Hauses ist beschädigt. Es ist mehr als frustrierend, unter diesen Umständen zu arbeiten.» Er wolle, dass nach der Versammlung der Vorstand, die Geschäftsleitung und das Personal in Ruhe gelassen werden. Bei Fragen könne man sich melden.

Konkret hatten sich die Mitglieder an der ordentlichen GV daran gestört, dass der Rabatt von 15 Franken pro Tag für Bewohner, die mehr als fünf Jahre in einer der Trägergemeinden wohnen, abgeschafft werden soll. Der Vorstand legte deshalb an der ausserordentlichen GV zwei Budgets zur Abstimmung vor – mit und ohne Einheimischen-Rabatt, was einer Differenz von 124 000 Franken entspricht.

Zu reden gaben auch die trotz geringerem Personalbestand höheren Personalkosten. Das habe mit internen Weiterbildungen und besser qualifiziertem Personal zu tun, erklärte Geschäftsleiter Müller. Nach einer Stunde stimmten 43 Mitglieder der Budget-Variante mit dem Rabatt zu. Die Trägergemeinden brauchten zwei Anläufe. Zuerst waren nur zwei dafür und dann alle vier. Angeregt wurde bei Varia, die Statuten zu überprüfen und die Geschäftsführer-Stelle auszuschreiben.