Oberes Fricktal

Ein Prosit auf Böztal: Gemeinderäte feiern das klare Ja zur Fusion

Der Moment der Verkündung: Alle vier Gemeinden sagen Ja zur Gemeindefusion Böztal

Der Moment der Verkündung: Alle vier Gemeinden sagen Ja zur Gemeindefusion Böztal

Die Stimmbürger von Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen sagen auch an der Urne Ja zu Gemeindefusion.

Kurz vor 11.30 Uhr an diesem sonnigen Sonntagmorgen hat das «Bären»-Team in Bözen alle Hände voll zu tun. Das Wirtepaar Getty und Hans Kistler begrüsst die Gäste und stellt sicher, dass es überall genügend Apéro-Gebäck auf den Tischen hat und niemand ohne Getränk da steht. Denn zur Bekanntgabe der Abstimmungsresultate über den Fusionsvertrag für die neue Einwohnergemeinde Böztal haben die Gemeinderäte von Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen (BEEH) alle Interessierten in die «Bärenschüür» eingeladen.

Aus allen Himmelsrichtungen kommen die Gäste. Gemeinderäte nehmen mit grosser Freude Gratulationen entgegen. Es wird viel gelacht.

Ja-Stimmen-Anteil zwischen 60 und 74 Prozent

Gemeindeammann Robert Schmid von Bözen spricht in seiner Ansprache zur obligatorischen Referendumsabstimmung von historischen oder gar epochalen Abstimmungsresultaten. Die Bözer hiessen die Fusion mit 236 Ja- zu 83 Nein-Stimmen gut. Das entspricht einem Ja-Stimmen-Anteil von 74 Prozent. Die Stimmbeteiligung betrug 55 Prozent.

Mit 66,7 Prozent war die Stimmbeteiligung der BEEH-Gemeinden in Effingen am höchsten. Dort liessen mehrere anonyme Flugblätter gegen die Fusion die Wogen hochgehen. Für Gemeindeammann Andreas Thommen war die hohe Stimmbeteiligung nicht absehbar. Er ist überzeugt, dass diese Aktionen die Stimmbürger mobilisiert haben. Doch auch hier sagten die Stimmberechtigten mit 167 zu 112 Stimmen Ja zum Zusammenschluss, was einem Ja-Stimmen-Anteil von 60 Prozent entspricht.

Stossen vor dem «Bären» in Bözen auf das Ja zur Fusion an (v. l.): Gemeindeammann Andreas Thommen von Effingen, Vizeammann Guy David von Hornussen, Gemeindeammann Giovanni Carau von Elfingen und Gemeindeammann Robert Schmid von Bözen.

Stossen vor dem «Bären» in Bözen auf das Ja zur Fusion an (v. l.): Gemeindeammann Andreas Thommen von Effingen, Vizeammann Guy David von Hornussen, Gemeindeammann Giovanni Carau von Elfingen und Gemeindeammann Robert Schmid von Bözen.

In Elfingen stehen 90 Ja- 40 Nein-Stimmen gegenüber (Ja-Stimmen-Anteil 69,3 Prozent). Die Stimmbeteiligung in der 300-Seelen-Gemeinde betrug 57 Prozent. Die Hornusser sprachen sich bei einer Stimmbeteiligung von 45,1 Prozent mit 186 zu 99 für einen Zusammenschluss aus. Der Ja-Stimmen-Anteil beträgt hier 65,3 Prozent. Wie in Effingen gab es hier im Vorfeld anonyme Flugblätter gegen die Fusion der vier Gemeinden auf den 1. Januar 2022.

Vizeammann Guy David, der für Hornussen anstelle des Ammanns im BEEH-Projektausschuss mitgearbeitet hat, sieht die klaren Resultate als Bestätigung für die grosse Arbeit, die geleistet wurde, sowie als Rückenwind für die bevorstehende Umsetzung. Die Steuerungsgruppe, die sich aus je zwei Vertretern der vier Gemeinderäte zusammensetzen und für die Umsetzung der Fusion verantwortlich sein wird, trifft sich im Dezember zur ersten Sitzung. Daneben werden sich fünf Arbeitsgruppen um einzelne Bereiche der Fusion kümmern. Da der Elfinger Ammann Giovanni Carau per Ende Jahr aus dem Gemeinderat zurücktreten wird, nimmt er seine Nachfolgerin Esther Röthlin zur ersten Steuerungsgruppe-Sitzung mit.

Der neue Gemeinderat wird im Sommer 2021 gewählt

Bis zum Start der neuen Gemeinde Böztal per 2022 müssen die Gemeindeordnung und die neuen Reglemente geschrieben sowie sämtliche Ämter besetzt werden. Der neue Gemeinderat wird laut Robert Schmid voraussichtlich im Sommer 2021 gewählt. Die BEEH-Gemeinden bilden dann einen Wahlkreis. Im Herbst 2021 findet die erste Gemeindeversammlung von Böztal statt, an der die Stimmbürger über das Budget 2022, die Gemeindeordnung und falls möglich über alle Reglemente abstimmen werden. Bedingung für diese Schritte ist, dass bis dann auch der Grosse Rat dieser Gemeindefusion zugestimmt hat.

Für den Projektausschuss ist hingegen bereits klar, dass die Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) erst nach dem Start der Gemeinde Böztal in Angriff genommen wird.

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