Jura Ost

Ein Endlager ist den AKW-Betreibern nicht egal

Heiko Dobler, Mitglied der Fachgruppe Oberflächenanlagen und Tourimusvertreter von Laufenburg (D), stellt an der Regionalkonferenz Jura Ost die Stellungnahme vor. CM

Heiko Dobler, Mitglied der Fachgruppe Oberflächenanlagen und Tourimusvertreter von Laufenburg (D), stellt an der Regionalkonferenz Jura Ost die Stellungnahme vor. CM

Die Regionalkonferenz verabschiedet Bericht zu Oberflächenanlagen und empfängt Gast, der sich selber anmeldete.

Wenn ein Atomkraftwerk (AKW) vom Netz genommen wird, dauert es im Fall von Mühleberg rund 15 Jahre, bis es vollständig zurückgebaut und entsorgt ist. Das machte Urs Gasche, BDP-Nationalrat und Verwaltungsratspräsident der BKW Energie AG, am Donnerstagabend in der Trotte in Villigen an der 15. Vollversammlung der Regionalkonferenz Jura Ost klar. Der Berner anerbot sich, im Namen von allen drei AKW-Betreibern Alpiq, Axpo und BKW zu referieren. 

Peter Plüss, Co-Präsident der Regionalkonferenz Jura Ost, begrüsste den Gast mit dem Hinweis, dass man nächstes Jahr Michael Sailer vom Öko-Institut Darmstadt als Vertreter der anderen Seite zu einem Referat einladen wolle.

Zurück zum AKW Mühleberg: Urs Gasche erklärte, dass mit der Ausserbetriebnahme 2019 die Brennelemente noch zirka fünf Jahre im entsprechenden Becken verbleiben müssen. Da es für den nuklearen Rückbau qualifiziertes Personal brauche, sei die BKW bereits daran, mit den geeigneten Angestellten über die Karriereplanung zu sprechen, so Gasche weiter. Gemäss Plan soll dann ab 2031 der konventionelle Rückbau erfolgen, bei dem das kantonale und kommunale Baurecht gelte. Ab 2034 werde das frühere AKW-Areal für die Nachnutzung verfügbar sein.

Für die Stilllegung und Entsorgung haften in erster Linie die AKW-Betreiber. Erst ganz am Schluss komme allenfalls die öffentliche Hand respektive der Bund zum Zug. Mit den Einzahlungen in den Stilllegungs- und Entsorgungsfonds seien die AKW-Betreiber auf Kurs, aber noch nicht am Ziel, betonte Gasche. «Das ist wie bei einem 45-Jährigen, der hat auch noch nicht den ganzen Betrag in die Pensionskasse einbezahlt.» Bei der Standortsuche für die Endlagerung des radioaktiven Abfalls spielten die AKW-Betreiber zwar keine wichtige Rolle, was aber nicht heisse, dass es ihnen egal sei. «Deshalb bin ich nach Villigen gekommen», so Gasche. Er zeigte weiter auf, dass für die Anlagen in Gösgen, Leibstadt und Beznau unbefristete Betriebsbewilligungen vorliegen, aber sicherheitstechnisch mit einer Laufzeit von zirka 60 Jahren gerechnet wird.

Erwartungen an die Nagra

Die Regionalkonferenz Jura Ost befasst sich derzeit mit den Stellungnahmen zur Etappe 2 des vom Bundesamt für Energie (BFE) geleiteten Sachplanverfahrens. An der Versammlung stellte die Fachgruppe Oberflächenanlagen ihren Bericht zur Planungsstudie der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) vor. Darin sind zahlreiche Anforderungen an die zur Diskussion stehende Oberflächenanlage in Villigen gegenüber dem Paul-Scherrer-Institut formuliert.

Der Standort JO-3+ weist aus Sicht der Regionalkonferenz am meisten Vorteile beziehungsweise am wenigsten Nachteile auf. Die meisten Ergänzungsanträge hatten keine Chance. Am Schluss hiessen die 62 anwesenden Mitglieder die Stellungnahme mit 51 Ja- zu 8 Nein-Stimmen gut.

Das Thema «Schachtkopfanlagen» tauchte an diesem Abend immer wieder auf. Pascale Künzi vom BFE erinnerte daran, dass sich die Regionalkonferenz bereits im September 2013 mit den Zugangsbauwerken Schacht und Rampe beschäftigte. Vor vier Tagen nun gab das BFE bei der Nagra einen technischen Bericht dazu in Auftrag.

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