Schinznach-Dorf
Die garstige Witterung strapazierte die Nerven des Kellermeisters

«Die Traubenernte 2013 lässt einen schönen Jahrgang erwarten», ist man bei der Weinbaugenossenschaft Schinznach-Dorf überzeugt. Gut 300000 Kilo Trauben wurden heuer verarbeitet. Anlässlich des Kellerfests können edle Tropfen degustiert werden.

Carolin Frei
Merken
Drucken
Teilen
Heinz Simmen (links) und Hans-Peter Kuhn messen mit der Öchslewaage die Öchsle des Pinot gris.

Heinz Simmen (links) und Hans-Peter Kuhn messen mit der Öchslewaage die Öchsle des Pinot gris.

Carolin Frei

Zu Beginn der Saison hätten die Witterungsbedingungen seine Nerven schon strapaziert. «Doch die Natur hat sich selber im Griff. Meine Aufregung war umsonst», betont Kellermeister Heinz Simmen von der Weinbaugenossenschaft Schinznach-Dorf.

Am 1. November, nach insgesamt 26 Erntetagen, wurde die Traubenlese beendet. «Nach einem langen Winter mit vielen Niederschlägen folgten die Monate April und Mai mit anhaltend garstiger Witterung», sagt Hans-Peter Kuhn, Geschäftsführer. Im Juni wiesen die Reben einen Vegetationsrückstand von gut drei Wochen auf. Doch die zweimonatige Schönwetterperiode im Sommer habe die Reben dann prächtig gedeihen lassen. Bis zur Ernte konnte der Vegetationsrückstand auf eine Woche verringert werden.

Schöne Frucht, gehaltvolle Fülle

Trotzdem konnten die ersten Sauserauslieferungen erst in der Woche nach dem Eidgenössischen Bettag erfolgen – was eine Ausnahme ist. Nichtsdestotrotz, die 300 000 Kilo Trauben, verteilt auf rund 30 Sorten, sind Garant für einen schönen Jahrgang. «Die Qualität im Keller lässt Weissweine mit schöner Frucht und zarter Säurenstruktur und Rotweine mit einer gehaltvollen Fülle erwarten», sind Kuhn und Simmen überzeugt.

Geerntet wurden 101 000 Kilo Riesling-Sylvaner mit 78 Oechsle, 78 400 Kilo Blauburgunder mit 90/91 Oechsle sowie 35 000 Kilo Spezialitäten rot sowie 37 100 Spezialitäten weiss mit unterschiedlichen Oechsle-Graden.

Gold und Silber geholt

Schinznacher Riesling-Sylvaner heisst der Klassiker, der an der aktuellen internationalen Weinprämierung in Zürich, der Expovina, mit dem Golddiplom ausgezeichnet wurde. Gleich zweimal nacheinander am Grand Prix du Vins Suisse die Silbermedaille geholt hat der Oberflachser Blauburgunder Barrique. Dieser Wein wird klassisch gekeltert und etwa ein Jahr in Barriquefässern ausgebaut. Die Auszeichnung der Expovina mache schon stolz, sagen Kuhn und Simmen, werden doch rund 2300 Weine aus dem In- und Ausland von einer 5-köpfigen Fachjury getestet.

Aber nicht nur die Weine mit Gold- und Silbermedaille dürften munden, sondern auch all die anderen edlen Tropfen, die man anlässlich des Kellerfests degustieren kann. Am Kellerfest stehen zudem Kellerführungen auf dem Programm. Fürs leibliche Wohl sorgen die Treberwürste aus dem Brennhafen sowie Grilladen, Käse- und Olivenspezialitäten. Die musikalische Umrahmung übernehmen am Freitagabend The Players und am Samstagabend sorgt das Duo Merlin für Stimmung.

Kellerfest in den Kellereien der Weinbaugenossenschaft Schinznach-Dorf, Trottenstrasse 1 B, Schinznach-Dorf. Degustationen: Freitag, 29. November, 16 bis 22 Uhr; Samstag, 30. November, 11 bis 22 Uhr; Sonntag, 1. Dezember, 11 bis 19 Uhr.