Versuchsbetrieb
Der Bus fährt mit Sonnenstrom: Ab April soll im Raum Brugg ein rein elektrisches Postauto eingesetzt werden

Eine neue Fahrzeuggeneration hält Einzug in der Region Brugg: Ab Ende April des kommenden Jahres soll ein Elektropostauto eingesetzt werden auf der Linie 361 nach Unterwindisch sowie am Wochenende zusätzlich auf der Linie 368 nach Schinznach-Bad.

Michael Hunziker
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Beim Busterminal sind eine Ladestation, eine Fotovoltaikanlage sowie eine Energiespeicherung geplant.

Beim Busterminal sind eine Ladestation, eine Fotovoltaikanlage sowie eine Energiespeicherung geplant.

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Die Standzeit des Fahrzeugs beim Busterminal «Bahnhof Campus» von jeweils 12 Minuten wird genutzt, um die Batterie zu laden. Der Vorgang erfolgt mit Hilfe eines Pantografen, eines Stromabnehmers, der sich von oben auf den Bus senkt. Das Fahrzeug wird von der Firma Scania geliefert.

Geplant ist eine Ladestation samt Fotovoltaikanlage auf dem Perrondach. Denn die Brugger Energieversorgerin IBB, mit der zusammen Postauto das Bauprojekt realisiert, verfolgt das Ziel, die für den Busbetrieb erforderliche elektrische Energie lokal und solar zu erzeugen. Der Energiespeicher ist vorgesehen beim Aufgang der Personenunterführung. Mit der Fachhochschule Nordwestschweiz ist ein Forschungsprojekt angestossen worden, um eine geeignete Speichermöglichkeit für die Energie vor Ort zu finden.

Erkenntnisse für möglichen Massenbetrieb sind gefragt

Zur Erinnerung: Eine Vorreiterrolle hatte die Region schon inne mit dem Betrieb von fünf Brennstoffzellenpostautos, die bis Februar 2017 unterwegs waren auf den Strassen. Damals wurde der Versuchsbetrieb nach fünf Jahren eingestellt. Um die Fahrzeuge anzutreiben, wurde Wasserstoff in Strom umgewandelt.

Als Weiterführung dieses Projekts bestehe hier nun die Möglichkeit, eine vollelektrische Variante zu testen, sagt Eugen Pfiffner, CEO der IBB Energie AG. Beide Technologien finde die IBB interessant und unterstützungswürdig.

Angelegt ist der Versuchsbetrieb auf zehn Jahre. Ziel ist es gemäss Pfiffner, wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen für einen möglichen Massenbetrieb. Als Herausforderung bezeichnet er die häufigen, kurzen Ladezyklen, die eine grosse Leistung erfordern. Es gehe darum, die effizienteste Lösung zu finden, die auch für eine erweiterte Anwendung – mit mehreren Bussen – in Frage komme.

Bauzeit dauert rund zwei Monate, Verkehr ist nicht eingeschränkt

Rund zwei Monate werden die baulichen Massnahmen voraussichtlich in Anspruch nehmen für den Lademast und den Energiespeicher: Leitungsbau; Bau des Fundaments; Montage 300-kW-Ladestation; Fotovoltaikanlage und Energiespeicher; Anpassen Blindenleitlinien. Der Verkehr auf der Industriestrasse ist gemäss Postauto nicht eingeschränkt durch die Tätigkeiten. Involviert sind beim Vorhaben ebenfalls SBB, Kanton Aargau, Stadt Brugg, Gemeinde Windisch, Klimafond des Post-Konzerns sowie Voegtlin-Meyer AG, Windisch.

Die Projektunterlagen liegen bis 21. Dezember öffentlich auf bei der Abteilung Planung und Bau in Brugg.