Rekord-Jackpot
Der Aargau im Lotto-Fieber: «Die Scheine gehen zurzeit stapelweise weg»

Wegen des Rekord-Jackpots: Allein pro Kiosk-Standort im Bezirk Brugg spielen zurzeit 450 Menschen mehr Lotto als gewöhnlich.

Janine Müller
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Pro Monat und Verkaufsstelle spielen im Moment rund 450 Personen mehr als gewöhnlich Lotto, sagt Valora.

Pro Monat und Verkaufsstelle spielen im Moment rund 450 Personen mehr als gewöhnlich Lotto, sagt Valora.

KEYSTONE/WALTER BIERI

64,3 Millionen Franken im Lotto-Jackpot locken so viele Spieler an wie schon lange nicht mehr. Heute Abend findet die nächste Ziehung statt. Auch im Bezirk Brugg kreuzen Menschen Zahlen auf dem rot-weissen Zettel an, die sonst nie Lotto spielen. Sie alle haben die Hoffnung, Geld zu ergattern, um sich den einen oder anderen Traum zu erfüllen.

Das hat auch Auswirkungen auf die Arbeit an den Kiosk-Standorten. Die Verkäuferin beim Eisi-Kiosk in Brugg muss täglich neue Lottoscheine bestellen. «Die Scheine gehen zurzeit stapelweise weg. Die Leute packen sich so viele ein», sagt sie. Die Verkäuferin stellt fest: «Ich würde sagen, dass die Beteiligung beim Lottospielen im Moment drei- bis viermal höher ist als sonst.»

Steigerung um einen Drittel

Eine Nachfrage bei der Valora, die verantwortlich ist für die «kKiosk»-Standorte, zeigt: «Seit Anfang 2016 wurden an den sieben Verkaufsstellen im Bezirk Brugg pro Monat jeweils mehr als 9000 Lottoscheine getippt. Betrachtet man ausschliesslich die Monate Oktober bis Dezember, so ist eine Steigerung der monatlich abgegebenen Tippscheine um rund einen Drittel zu verzeichnen», sagt Mediensprecherin Stefania Misteli.

Aufgrund des hohen Andrangs wird zurzeit an den Kiosk-Standorten mehr Personal eingesetzt. In den Verkaufsstellen im Bezirk Brugg liegt der durchschnittliche Betrag pro Tippschein bei regulären Ziehungen leicht über 20 Franken. «In den Monaten Oktober bis Dezember war er nur leicht erhöht», führt Misteli aus.

«Hierbei ist anzumerken, dass der reguläre Lotto-Spieler auch bei tiefen Jackpots einen Standardbetrag spielt. Daher wirkt sich der aktuelle Jackpot an den Verkaufsstellen von Valora weniger auf den gespielten Durchschnittsbetrag, sondern vielmehr auf die Anzahl der spielenden Personen aus.»

Pro Monat und Verkaufsstelle spielen im Moment rund 450 Personen mehr als gewöhnlich Lotto. Im Durchschnitt ergibt dies pro Öffnungsstunde und Verkaufsstelle zirka einen Schein mehr.

«Leider sind diese Zusatzumsätze jedoch stark auf die Randstunden konzentriert», sagt Misteli. Davon weiss auch die Verkäuferin beim Eisi zu berichten: «Viele geben erst wenige Stunden vor der Lottoziehung ihren Tipp ab. Für uns bedeutet das dann doch ziemlich viel Stress.»

Wofür würden Sie die 64,3 Millionen Franken vom Lotto-Jackpot ausgeben?

Marianne Schaffner, 58, Windisch «Ich spiele Lotto und würde den Gewinn sicher fürs Reisen brauchen. Auch eine Spende könnte ich mir vorstellen, wofür genau, kann ich jetzt nicht sagen. Und ich würde mir Musikinstrumente kaufen.»
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Ueli Schaffner, 62, Windisch «Lotto spiele ich mehr oder weniger regelmässig. Ich würde mir mit dem Gewinn eine Reise nach Asien, zum Beispiel nach Thailand, finanzieren. Zudem würde ich das Geld gut anlegen.»
Laura Peter, 34, Brugg «Ich würde das Geld für einen Familienbesuch in Mexiko brauchen, aber auch viel sparen. In meinem Heimatdorf in Mexiko würde ich eine Turnhalle für die Frauen 60+ bauen lassen. Ich spiele jetzt erstmals seit Jahren wieder Lotto.»
Martin Leimgruber, «Wursthobel-Martin», 55, Fischenthal «Den Gewinn würde ich in mein Fischerei-Equipment stecken. Vielleicht könnte ich eine Flotte auf dem Mittelmeer kaufen. Ich würde zudem in die Murmelisalbe-Produktion investieren.»
Monica Rieffel, 37, Brugg «Mit dem Geld liesse ich die Familie aus Venezuela einfliegen. Zudem möchte ich eine Chocolaterie eröffnen. Die Schokolade würde ich aus venezolanischem Kakao herstellen. Und ich würde Behinderte einstellen.»

Marianne Schaffner, 58, Windisch «Ich spiele Lotto und würde den Gewinn sicher fürs Reisen brauchen. Auch eine Spende könnte ich mir vorstellen, wofür genau, kann ich jetzt nicht sagen. Und ich würde mir Musikinstrumente kaufen.»

Aargauer Zeitung

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