Brugg
Regierungsrat hat die revidierte Bau- und Nutzungsordnung teilweise genehmigt

Nach zehnjähriger Planungszeit ist die Erleichterung beim Stadtrat spürbar: Für einen Grossteil des Brugger Stadtgebiets kommt bald die neue Nutzungsplanung zur Anwendung – wo es noch Ausnahmen gibt.

Claudia Meier
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Die Fröhlich-Scheune an der Zurzacherstrasse in Brugg gehört dem Bund.

Die Fröhlich-Scheune an der Zurzacherstrasse in Brugg gehört dem Bund.

Bild: Claudia Meier
(20. Februar 2021)

Der Brugger Stadtrat spricht von einem «wichtigen Meilenstein» nach zehnjähriger Planungszeit: Die revidierte Bau- und Nutzungsordnung (BNO) Brugg hat mit Regierungsratsbeschluss vom 24. März die kantonale Teilgenehmigung erhalten. Das betrifft den Grossteil des Brugger Stadtgebiets.

«Viele der auf die revidierte Nutzungsplanung wartenden Bauprojekte können nun bewilligt und umgesetzt werden», heisst es in der am 1. April verschickten Mitteilung des Stadtrats. Der Regierungsratsentscheid wurde gleichentags im Amtsblatt des Kantons Aargau publiziert.

Attika- und Dachgeschosse sind künftig einfacher zu realisieren

Zu den wartenden Bauprojekten zählen als Beispiele: eine Arealüberbauung zwischen Zurzacherstrasse und Lochweg, ein Zweifamilienhaus an der Nigg­listrasse oder ein Vorhaben mit mehreren Wohnungen im Gebiet Tiefgrueb in Umiken.

Sobald die neue BNO in Rechtskraft erwachsen ist, sind die Vorgaben für verdichtetes Bauen in den W3- und W4-Zonen einzuhalten. Ausserdem ist der Auf- und Ausbau von Attika- respektive Dachgeschossen künftig einfacher, weil diese nicht unter die Ausnützungsziffer fallen.

Beschwerde des Aargauer Heimatschutzes ist noch hängig

Aufgrund einer noch pendenten Beschwerde des Aargauer Heimatschutzes sind derzeit laut dem Brugger Stadtrat folgende Aspekte von der Genehmigung ausgenommen: Teilbereiche des Stadtzentrums (Altstadt- und Zen­trumszone sowie das Gebiet im Planungsperimeter der beiden Gestaltungspläne «Alte Post» und «Annerstrasse») und die im kantonalen Bauinventar aufgeführten potenziellen Schutzobjekte, die nicht in den kommunalen Schutzbereich überführt wurden.

Ebenfalls von der Genehmigung des Regierungsrats ausgenommen sind jene Bestimmungen, die vom Einwohnerrat zurückgewiesen wurden. Dies betrifft unter anderem die Festlegungen zu den Arbeitszonen A I und A II, zum Auenschutzpark sowie zur Aussenraumgestaltung. Der Brugger Stadtrat teilt weiter mit:

«Für die Teilbereiche, die im Moment von der Genehmigung ausgenommen sind, gelangen bis zum Beschwerdeentscheid bzw. der Aufarbeitung der jeweiligen Rückweisungen die bisherigen Zonenbestimmungen zur Anwendung.»

Die Hälfte der Rückweisungen geht nochmals zum Kanton

Der Einwohnerrat hatte der revidierten BNO am 22. November 2019 mit 23 Rückweisungen zugestimmt. Eine davon betraf die Fröhlich-Scheune an der Zurzacherstrasse 38, die dem Bund gehört. Der Einwohnerrat unterstützte den Kommissionsantrag, die Scheune unter kommunalen Schutz zu stellen. Anfang 2021 führte der Stadtrat bei den Einwohnerratsfraktionen eine Vernehmlassung zum Umgang mit den Rückweisungen durch und entscheidet im April über das weitere Vorgehen.

Bei der Hälfte der Rückweisungen ist laut Stadtrat eine erneute kantonale Vorprüfung und öffentliche Auflage mit gleichzeitiger Mitwirkung erforderlich, bevor diese dem Einwohnerrat zum Beschluss vorgelegt werden können. Die übrigen Rückweisungen sollen dem Einwohnerrat im September 2021 zur Beschlussfassung unterbreitet werden.

Beschwerde gegen den aktuellen Genehmigungsentscheid des Regierungsrats kann innerhalb der 30-tägigen Frist beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau geführt werden.

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