Brugg
Horrorfilm-Festival: Organisatoren lassen sich nicht von Corona schocken

Die Organisatoren des ersten Brugger Horrorfilm-Festivals Brugggore halten – zuversichtlich – an der Durchführung im April fest und versprechen ein strenges Programm.

Michael Hunziker
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Austragungsort des ersten Horrorfilm-Festivals Brugggore ist das Cinema Excelsior, das über 170 bequeme Sitzplätze verfügt.

Austragungsort des ersten Horrorfilm-Festivals Brugggore ist das Cinema Excelsior, das über 170 bequeme Sitzplätze verfügt.

Bild: mhu

In Schockstarre verfallen sie nicht – trotz Pandemie-Horror und einschneidenden Massnahmen. Das erste «Brugggore» soll wie geplant stattfinden vom 22. bis 24. April im Cinema Excelsior in Brugg. Es handelt sich, so die Organisatoren, um das erste, hochspezialisierte Schweizer Horrorfilm-Festival. Auf der grossen Leinwand gezeigt werden internationale Produktionen, die sonst «für gewöhnlich» nie im Kino zu sehen sind – darunter Unbekanntes und Rares.

Ob es tatsächlich klappt, kann Festivalleiter Michel Frutig noch nicht sagen. «Das ist die 1-Million-Franken-Frage», hält er fest. «Wir wissen es nicht.» Am 14. April, fügt er an, will der Bundesrat ein weiteres Mal über Lockerungen bestimmen. Sinken die Coronazahlen bis dann, sei die Chance gross, dass neben Restaurants auch Kinos wieder öffnen dürfen. Frutig bleibt zuversichtlich:

«Aktuell hoffen wir ganz einfach darauf, dass wir es durchführen können.»

Falls die Restriktionen aber zu gross seien, beispielsweise ein Konsumationsverbot herrsche im Kino, dann werde das Festival auf das Ausweichdatum vom 27. bis 29. Mai verschoben. Denn Kino ohne Popcorn ist für Frutig einfach keine Option.

Viele Arbeiten müssen bis zur letzten Sekunde warten

Die Unsicherheit sei eine grosse Herausforderung bei der Organisation. «Da wir durch die Kulturförderung unterstützt wurden, ist es uns besonders wichtig, wirtschaftlich mit dem Geld umzugehen», führt Frutig aus. «Entsprechend müssen viele Vorbereitungsarbeiten bis zur letzten Sekunde warten.» Programmflyer, macht er ein Beispiel, konnten noch nicht gedruckt werden. Auch die Filmrechte könnten erst bezahlt werden, wenn das definitive Datum bekannt sei. Ansonsten sei die Stimmung aber ausgezeichnet, sagt der Festivalleiter. «Die Vorbereitungen laufen wie gewünscht.»

Michel Frutig ist der Initiant und Festivalleiter.

Michel Frutig ist der Initiant und Festivalleiter.

Foto: Katja Gribi

Unzählige Stunden seien schon investiert worden. Die Filme zu organisieren und die Vorführrechte von raren Produktionen einzukaufen, mache einen grossen Teil der Arbeit aus, erklärt Frutig. Aktuell würden die Filme fürs Kino digital aufbereitet – für eine beste Bild- und Tonqualität – und, wenn nötig, übersetzt und auf Deutsch untertitelt. «Ich denke, das ist für ein junges Festival schon etwas Besonderes.» Der finale Programmablauf werde kurzfristig bestimmt.

Falls das Festival ohne Covid-19-Einschränkungen – Stichwort Sperrstunden – stattfinden kann, dann erwartet das Publikum ein strenges Programm, verspricht Frutig. 18 Filme sind vorgesehen: Zehn neue Werke, sowie acht, die zur Retrospektive gehören. Das sind laut dem Festivalleiter einerseits Horrorklassiker aus den Achtzigerjahren und andererseits Filme von Anfang 2000 – dem Beginn des französischen Terrorkinos.

Von den 3-Tages-Pässen sind noch 15 zu haben

Schon bei der Kalkulation im letzten Jahr haben die Organisatoren mit maximal 50 Personen im Kino gerechnet, samt Maskenpflicht und Distanzregeln. Letztere einzuhalten dürfte gemäss Frutig keine Probleme bereiten in einem 170-Personen-Saal. Von den 3-Tages-Pässen sind aktuell übrigens noch 15 Stück zu haben. Bestellt werden können sie direkt über die Website des Cinema Excelsior.

Ein Grund, dem «Brugg­gore» einen Besuch abzustatten, bestehe schon alleine darin, dass es das erste Mal und unter solch erschwerten Bedingungen stattfinde, antwortet Frutig auf die entsprechende Frage. Die Erwartungen von Seiten Organisation sind riesig, räumt er ein. «Natürlich wünschen wir uns einen reibungslosen Betrieb sowie glückliche Besucherinnen und Besucher.» Frutig ist gespannt auf das gemeinsame Erlebnis mit den ausgewählten Gästen im riesigen Saal:

«Diesen Luxus wird man in kommenden Jahren sicher nicht mehr haben.»

Persönlich freue er sich extrem darauf, im Kino zu sitzen bei einigen Klassikern, die er selber noch nie auf der grossen Leinwand sehen konnte. Aber auch die Diskussionen danach dürften interessant werden, ist er sich sicher. «Es muss einfach klappen.»

Bereits denken die Organisatoren an die kommenden Jahre. Das erste «Brugggore» soll der Grundstein sein für eine erfolgreiche Festival-Zukunft, sagt Frutig. «Brugg als Standort hat ein riesiges Potenzial und wir sind überzeugt, dass wir diesen Anlass zu einem relevanten Namen in der Schweizer Festivallandschaft entwickeln können.»