Brugg
Die Ortsbürger stellen die Weichen für die Zukunft der Weiermatt

Für die Entwicklung des Quartierzentrums Weiermatt an der Zurzacherstrasse in Brugg soll in einem nächsten Schritt eine Machbarkeitsstudie erarbeitet werden. Die Ortsbürger entscheiden über einen Kredit von 105'000 Franken.

Michael Hunziker
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14'540 Quadratmeter gross ist die Parzelle der Ortsbürgergemeinde in der Weiermatt.

14'540 Quadratmeter gross ist die Parzelle der Ortsbürgergemeinde in der Weiermatt.

Claudia Meier (20. Februar 2021)

Die Brugger Ortsbürger haben die Gelegenheit, ein Wörtchen mitzureden bei der Gestaltung des Quartierzentrums Weiermatt. Um eine fundierte Entscheidungsgrundlage zum Umgang mit der Parzelle zu erhalten, soll gemeinsam mit den benachbarten Grundeigen­tümern eine Machbarkeitsstudie erstellt werden zu einer Bebauung. Für die Erarbeitung steht ein Kredit von 105'000 Franken zur Diskussion an der Ortsbürgergemeindeversammlung am Dienstag, 22. Juni.

Die Ausgangslage: Die Ortsbürgergemeinde Brugg besitzt eine 14'540 Quadratmeter grosse Parzelle in der Weiermatt. Mit der neuen Bau- und Nutzungsordnung werden 3050 Quadratmeter davon in eine fünfgeschossige Wohn- und Arbeitszone mit Gestaltungsplanpflicht umgezont. Anders gesagt: Die Ortsbürgergemeinde kann diesen südlichen Teil bebauen.

Zum Perimeter des Gestaltungsplans gehören ebenfalls die beiden angrenzenden – zwischen Zurzacherstrasse und Weiermattring liegenden – Parzellen einer privaten Grundeigentümerschaft sowie der Wohnbaugenossenschaft für Bundespersonal in Brugg.

Varianten von Landverkauf bis zu eigenem Projekt

Den Stimmberechtigten bieten sich verschiedene Möglichkeiten, aktiv Einfluss zu nehmen auf die künftige Entwicklung: von einem Landverkauf über eine Landabgabe im Baurecht bis zur Realisierung eines eigenen Immobilienprojekts. Es könnte ebenfalls auf eine Überbauung verzichtet und das Grundstück wie bisher für öffentliche Nutzungen – Spielplatz, Parkplätze – zur Verfügung gestellt werden.

Die Parzelle 201 ist im Besitz der Ortsbürgergemeinde. Der südliche Teil – mit Gestaltungsplanpflicht – kann bebaut werden.

Die Parzelle 201 ist im Besitz der Ortsbürgergemeinde. Der südliche Teil – mit Gestaltungsplanpflicht – kann bebaut werden.

zvg

Mit der Machbarkeitsstudie sollen insbesondere auch die quartierverträgliche Dichte und Geschossigkeit einer künftigen Bebauung definiert werden, führt der Stadtrat aus. Es gelte, die im Zielbild 2040+ formulierte visionäre Vorstellung der Gebietsentwicklung zu konkretisieren beziehungsweise zu hinterfragen. Zielsetzung dieser vor rund fünf Jahren erarbeiteten Studie ist die Entwicklung des Gebiets Weiermatt zu einem urbanen, belebten Quartier­zentrum. Die Machbarkeitsstudie beinhaltet ebenfalls verkehrstechnische Abklärungen sowie die Beratung durch ein Landschaftsarchitekturbüro und einen Akustiker, fügt der Stadtrat an.

Im vergangenen Dezember wies die Ortsbürgergemeindeversammlung die erste Fassung der Vorlage zurück. Die Stimmberechtigten, kam damals zum Ausdruck, fühlten sich vom stadträtlichen Antrag überrumpelt und die Finanzkommission sprach sich für eine Rückweisung aus. Das Geschäft, lautete die Meinung, müsse anders aufgegleist werden.

Ein höheres Pensum für die Museumsleitung

Weiter entscheiden die Ortsbürger über: die Rechnungen 2020 und zwei Kreditabrechnungen; die Anpassung des Vertrags über die forstliche Zusammenarbeit mit der Ortsbürgergemeinde Riniken; die Kredite von insgesamt 326'000 Franken für die Ersatzbeschaffung des Forstschleppers Welte W110; den Verkauf von 2945 Quadratmeter Land zum Preis von 19'715 Franken an den Kanton zur Realisierung einer Wildtierwarnanlage und den Neubau eines Radstreifens an der Kantonsstrasse; die Einräumung eines Baurechts an die IBB Wasser AG für den Neubau des Reservoirs Mühleweiher; eine Einbürgerung; die Erhöhung des Stellenpensums für die Leitung des Stadtmuseums.

Das bisherige Stellenpensum von 25% genügt gemäss Stadtrat für die Erfüllung der im Betriebskonzept festgelegten Zielsetzungen nicht. Die Rede ist von einer Erhöhung um 15% und einem jährlich wiederkehrenden Kredit von 18'600 Franken, um die geplante Vermittlungs- und Bildungsarbeit umsetzen zu können.

Ortsbürgergemeinde­versammlung Dienstag, 22. Juni, 20 Uhr, Turnhalle Freudenstein.