Brugg
Die Kinderzahlen und die Finanzen entwickeln sich erfreulich

Die Weiterführung des kombinierten Betreuungsstandorts im Ortsteil Schinznach-Bad mit einer Defizitgarantie von 30'000 Franken steht zur Diskussion im Einwohnerrat Brugg.

Michael Hunziker
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Die Kombination von Kindertagesstätte und schulergänzenden Tagesstrukturen bewährt sich am Standort Schinznach-Bad (Symbolbild).

Die Kombination von Kindertagesstätte und schulergänzenden Tagesstrukturen bewährt sich am Standort Schinznach-Bad (Symbolbild).

Bild: Sandra Ardizzone

In der Stadt Brugg besteht ein breites Angebot an familienergänzender Betreuung: mit Kindertagesstätten, Horten, Tagesfamilien sowie schulergänzenden Tagesstrukturen. Nach der Fusion, die auf Anfang 2020 erfolgt ist, soll nun auch der Ortsteil Schinznach-Bad Zugang zum selben Angebot erhalten. An der Sitzung am Freitag, 5. März, entscheidet der Brugger Einwohnerrat über die Weiterführung des Kinderbetreuungsstandorts Schinznach-Bad mit einer Defizitgarantie von 30'000 Franken für den Zeitraum August 2021 bis Juli 2023.

Die Gemeinden sind gemäss Kinderbetreuungsgesetz verpflichtet, den Zugang zu einem bedarfsgerechten Angebot an familienergänzender Betreuung von Kindern bis zum Abschluss der Primarschule sicherzustellen. In Brugg genehmigte der Einwohnerrat den Ausbau sowie die Professionalisierung der schulergänzenden Tagesstrukturen im Oktober 2018.

Die Kombination bietet einige Synergie-Effekte

In Schinznach-Bad wurde der Bedarf an familienergänzender Kinderbetreuung evaluiert. Es wurden vertiefte Abklärungen getroffen, Umfragen durchgeführt und verschiedene Varianten der Umsetzung diskutiert. Auf Beginn des laufenden Schuljahrs 2020/21 wurde ein Kinderbetreuungsstandort als einjähriger Pilotbetrieb eingeführt.

Es stellte sich heraus, dass die Kombination von Kindertagesstätte und schulergänzenden Tagesstrukturen – für Kinder im Alter von drei Monaten bis Ende Primarschule – einige Synergie-Effekte bietet und die bestmögliche Lösung mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis darstellt, das ehemalige Gemeindehaus als Standort ideale Voraussetzungen bietet an zentraler Lage direkt bei der Schulanlage, heisst es in der Botschaft an den Einwohnerrat. Das Gemeindehaus habe durch die Fusion seine Funktion verloren. Es erfahre als Kinderbetreuungsstandort eine Wiederbelebung und bringe der Stadt Mieteinnahmen. «Sollte die Nachfrage nach Kinderbetreuung weiter zunehmen, können zusätzliche Räume einfach erschlossen werden», fügt der Stadtrat an.

Entworfen wurde losgelöste Leistungsvereinbarung

Für den Betrieb wurde eine separate, von den vier Brugger Standorten losgelöste Leistungsvereinbarung entworfen. Damit kann der besonderen Situation mit einer kombinierten Lösung Tagesstrukturen/Kindertagesstätte besser Rechnung getragen werden, führt der Stadtrat aus.

Die Entwicklung des Standorts verlief in den ersten fünf Monaten sehr erfreulich, stellt die Behörde weiter fest. Die bei den Schulkindern erwartungsgemäss schwach belegte Frühbetreuung lasse sich ideal in die Ganztagesbetreuung der Vorschulkinder einbinden. Überraschend gut genutzt werde die Nachmittagsbetreuung durch die Schulkinder. Kurz: Die aktuelle Belegung und die Entwicklung zeigen gemäss Stadtrat, dass in Schinznach-Bad tatsächlich Bedarf an einer familien-externen Kinderbetreuung besteht.

Aufgrund der positiven Entwicklung sowohl bei den Kinderzahlen als auch bei den ­Finanzen wird dem Einwohnerrat die Weiterführung des kombinierten Kinderbetreuungsstandorts in Schinznach-Bad beantragt. Der Stadtrat ist überzeugt, dass dieses Betreuungsangebot in wenigen Jahren selbsttragend geführt werden kann. Damit könne ein wichtiger Beitrag an die Entwicklung, aber auch für die Einbindung des Ortsteils Schinznach-Bad in die Stadt Brugg geleistet werden.

Einwohnerrat Freitag, 5. März, 19.30 Uhr, Campussaal.