Brugg
Aus über 70 Bewerbungen wurde sie ausgewählt: Das ist die neue Leiterin des Stadtmuseums

Rebecca Niederhauser, 38, hat ihre Arbeit am 1. Februar in der Unteren Hofstatt aufgenommen. Am Sonntag erwartet sie die ersten Besucher und hält eine Überraschung bereit. Die gebürtige Bruggerin mit Wohnsitz in Zürich sagt, was sie in ihrer Funktion anpacken will.

Claudia Meier
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Rebecca Niederhauser steht im kürzlich renovierten Raum mit der Historischen Sammlung im zweiten Obergeschoss.

Rebecca Niederhauser steht im kürzlich renovierten Raum mit der Historischen Sammlung im zweiten Obergeschoss.

Bild: Sandra Ardizzone

Die Freude über ihre neue Aufgabe ist gross bei Rebecca Niederhauser. Zusammen mit dem Stadtrat hat die Museumskommission die 38-Jährige per 1. Februar zur neuen Leiterin des Stadtmuseums Brugg gewählt.

Brigitte Süess präsidiert die Museumskommission Brugg.

Brigitte Süess präsidiert die Museumskommission Brugg.

Bild: san

Auf die Stellenausschreibung von Mitte Dezember 2020 mit einem Pensum von 25% sind laut Brigitte Süess, Präsidentin der Museumskommission, über 70 Bewerbungen eingetroffen, die sie alle genau studiert habe.

Nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren sei der Entscheid einstimmig zu Gunsten von Niederhauser ausgefallen, sagt Süess. Insbesondere auch aufgrund der ausgewiesenen Qualifikationen in der Kulturvermittlung.

Niederhauser ist in Brugg aufgewachsen, ging hier zur Schule und arbeitete als Journalistin. Ausserdem war sie Redaktorin einer Mitgliederzeitschrift. Als Vizepräsidentin der Sektion Zürich der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde war sie auch für die Programmkonzeption zuständig. Seit 15 Jahren wohnt Niederhauser in Zürich. Aktuell in einer Genossenschaftssiedlung am Stadtrand. In ihrer Freizeit ist sie oft mit ihrer Familie in der nahen Natur am Pilzesammeln oder eine Wurst am Bräteln.

Sie hat im Herbst ein Buch über gemeinsames Wohnen im Alter publiziert

Rebecca Niederhauser hat an der Universität Zürich Volkskunde, Sozialgeschichte sowie Literatur studiert und am Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaften promoviert. Ihr Buch «Gemeinsam wohnen. Kulturwissenschaftliche Blicke auf das Alter im Umbruch» ist im vergangenen Herbst im Zürcher Chronos-Verlag erschienen. Es ist eine empirische Arbeit zu Alterswohngemeinschaften.

Rebecca Niederhauser leitet das Stadtmuseum in einem 25%-Pensum.

Rebecca Niederhauser leitet das Stadtmuseum in einem 25%-Pensum.

Bild: san

Nach zehn Jahren als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte an der Uni Zürich ist Niederhauser seit einem Jahr in einem kleinen Pensum Projektleiterin Publikationen im Ressort Vermittlung, Öffentlichkeitsarbeit und Medien der Kantonsarchäologie Aargau an der Industriestrasse in Brugg. Hier ist sie vom Flyer bis zum Buch für alles Gedruckte zuständig.

Nun stockt die Mutter von zwei Buben ihr Pensum mit der Museumsleitung auf. «Diese persönliche Art der Vermittlung geht über die Papierarbeit hinaus, wie ich sie vor allem bei der Kantonsarchäologie habe und stellt eine willkommene Ergänzung dar», hält Rebecca Niederhauser fest.

Anlässe gibt es im Foyer, sobald das wieder erlaubt ist

Im Dachstock ist sie daran, sich einen Arbeitsplatz mit einem Sitzungstisch einzurichten, wo sie vor allem mittwochs arbeiten wird. Sie spricht vom Kopf des Stadtmuseums, wo sie neue Formate entwickeln will, damit etwa Familien und Senioren speziell angesprochen werden.

Das Stadtmuseum Brugg in der Hofstatt wurde zufälligerweise während des ersten Lockdowns im Frühling 2020 umgebaut.

Das Stadtmuseum Brugg in der Hofstatt wurde zufälligerweise während des ersten Lockdowns im Frühling 2020 umgebaut.

Bild: Claudia Meier

Aktuell geht es darum, die Ideen auszuloten. Ein Beispiel kann Rebecca Niederhauser verraten:

«Im Sommer wird es eine Sommerferienaktion geben.»

Denkbar sind auch Familiensonntage oder Anlässe im grosszügigen Foyer, für ältere Personen oder Gehbehinderte, denen die enge Wendeltreppe in die beiden oberen Stockwerke nicht gut zugemutet werden kann.

Die Termine hängen natürlich vom Verlauf der Coronapandemie ab und werden rechtzeitig angekündigt. Vorgesehen ist, Veranstaltungen, die letztes Jahr nicht stattfinden konnten, nachzuholen.

Das Stadtmuseum soll zum Wiederkommen einladen

Das Stadtmuseum ist ab übermorgen wieder jeden Sonntag von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Das aktuell gültige Schutzkonzept sieht vor, dass sich maximal 25 Besucher mit Masken gleichzeitig im Museum aufhalten dürfen.

Präsidentin Brigitte Süess von der Museumskommission ist glücklich, dass das im letzten Jahr renovierte Bijou endlich wieder der Bevölkerung zur Verfügung steht. «Das Stadtmuseum soll ein Ort der Reflexion sein, den man auf einem Sonntagsspaziergang immer wieder gerne aufsucht», sagt Süess.

Leiterin Rebecca Niederhauser (links) und Brigitte Süess von der Museumskommission nehmen für einmal den Platz der Besucher ein.

Leiterin Rebecca Niederhauser (links) und Brigitte Süess von der Museumskommission nehmen für einmal den Platz der Besucher ein.

Bild: Sandra Ardizzone

Rebecca Niederhauser ergänzt: «Es ist tatsächlich ein Herzstück Bruggs – die Objekte warten darauf, mit Brugger Geschichten gefüllt zu werden.» Die neue Leiterin hält für die ersten hundert Besucherinnen und -besucher eine kleine Überraschung bereit. Sie freut sich auf den Austausch und hofft, dass sie auch noch ein paar neue Aufsichtspersonen finden wird.