Elia Aeberhard, Julia Silvana Graf, Amelie Rüfenacht und Mila Josefina Graf stehen am Eingang zum Konzertsaal im Oberstufenschulhaus Chapf in Windisch. Sie sind alle in Schwarz gekleidet, Elia trägt in den schwarzen Turnschuhen rote Schnürsenkel, die Mädchen haben rote Blumen im Haar. Noch wartet das junge Streichquartett auf die Jury. Katharina Gohl und Hans Brupbacher nehmen am Tisch in der Mitte des Raumes Platz.

Die drei Mädchen und der Bub treten auf, setzen sich und spielen. Die Nervosität ist ihnen kaum anzumerken. Wie Profis finden sie das gemeinsame Tempo, variieren ihren Vortrag in Lautstärke und Intensität. Die Juroren machen Notizen, folgen den Noten, die sie vor sich auf dem Tisch liegen haben.

Nach dem Vortrag applaudiert das Publikum. Der Prix Rotary fand am Samstag zum 15. Mal statt. Dabei laden die Rotary Clubs Zurzach-Brugg, Brugg-Aare-Rhein und Laufenburg-Fricktal junge Musizierende ein, ihr Können zu zeigen. Sie arbeiten mit den Musikschulen zusammen. Dieses Jahr messen sich 41 Jugendliche im Alter zwischen 8 und 17 Jahren in den Kategorien Klavier, Blasinstrumente und Ensemble.

Die Basler Cellistin Katharina Gohl wirkt bereits zum sechsten Mal als Jurorin mit. «Die Musik ist das Einzige, das Körper, Psyche und Seele vereint», sagt sie. Das Grösste sei es zu sehen, wie jeder sein Bestes gebe. «Manchmal ist es etwas frustrierend, dass man einen Sieger, eine Siegerin erküren muss. Den Preisen sollte man nicht allzu viel Bedeutung beimessen.» Besonders toll sei es, die Ensembles zu sehen, denn das Zusammenspiel sei noch einmal etwas ganz anderes, als allein vorzuspielen.

Aufgeregt diskutieren die sieben Kontrabassistinnen und -bassisten – ihr Ensemble nennen sie «Die Kontras» – ihren Auftritt. «Das war so heiss da drin.» – «Ja, wie bei meiner Grossmutter. Die hat auch immer 30 Grad in der Wohnung.» – «Aber wir haben gut gespielt, oder?»

Lina Humbel und Anne-Sophie Linn, beide aus Brugg, waren vor dem Auftritt ziemlich nervös. Auf die Frage, warum sie sich ausgerechnet für dieses Instrument entschieden haben, sagt Anne-Sophie Linn: «Ich war einmal in einem Konzert mit meinen Eltern, und da hat mir der Kontrabass einfach gefallen.» Lina Humbel fügt hinzu: «Mir gefällt der Kontrabass wegen der tiefen Töne.» Ob Fagott, Kontrabass oder Klavier – die Freude am Musizieren war allen jungen Teilnehmenden anzusehen.