Wettingen
Das Kloster Wettingen ist ab 2022 Teil von «Museum Aargau» - das macht bauliche Eingriffe nötig

Für die künftigen Kulturtouristinnen und -touristen soll es auf dem Klosterareal eine zentrale Anlaufstelle geben: Der noch als Musikschulzimmer genutzte Gartensaal wird zum Eingangsportal. Deshalb liegt nun ein Baugesuch auf.

Claudia Laube
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Bis Mitte des 19. Jahrhunderts diente das Kloster Wettingen seinem ursprünglichen Zweck.

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts diente das Kloster Wettingen seinem ursprünglichen Zweck.

Bild: Lutz Fischer-Lamprecht

Der Verbund Museum Aargau ist bekannt dafür, der Öffentlichkeit historische Orte im Kanton auf spielerische Art und Weise näherzubringen. Dazu gehören sogenannte Erlebniswelten wie zum Beispiel das Schloss Lenzburg oder der Legionärspfad in Windisch, die sich zu beliebten Treffpunkten entwickelt haben. Die neueste Erlebniswelt wird ab 2022 die Klosterhalbinsel in Wettingen sein. Damit wird Museum Aargau künftig auch im Bezirk Baden vertreten sein.

Um aber das Klosterareal für ein solch kulturtouristisches Angebot umnutzen zu können, benötigt es auch bauliche Eingriffe. Als Dreh- und Angelpunkt wird im Gartensaal ein Besucherkiosk dienen. Deshalb liegt seit Montag auf der Gemeinde Wettingen ein Baugesuch des Kantons auf. Kostenpunkt: 220 000 Franken. Noch ist der Gartensaal ein Musikschulzimmer für die Kantonsschule Wettingen. Die Musikschule wird in Zukunft aber in den nahegelegenen und ebenfalls historischen Karrenstall verlegt, der deshalb saniert wird.

Im Gartensaal soll eine Art Eingangsportal für die Besucherinnen und Besucher der Klosteranlage entstehen. Der sogenannte Besucherkiosk dient als Informations- und Anlaufstelle, als Empfangsdesk und Kasse, und bietet Garderobe und Toiletten. Zusätzlich dazu soll im Abthaus – das als Ziel, Höhepunkt und Schlussposten einer über die ganze Klosterhalbinsel führende Rätseltour dienen wird – eine WC-Anlage installiert werden.

Enge Zusammenarbeit von Kantonsschule und Museum Aargau

Das 1227 gegründete Kloster war über Jahrhunderte bis zu seiner Auflösung Mitte des 19. Jahrhunderts ein Ort der Einkehr. Danach diente es als kantonales Lehrerseminar, woraus die heutige Kanti Wettingen entstanden ist. In den Klosterinnenräumen wie zum Beispiel in der Klosterkirche oder im Kreuzgang sollen sich die Besucherinnen und Besucher künftig mit dem Zusammenhang zwischen Glauben, Macht und Wissen in Geschichte und Gegenwart auseinandersetzen.

Erzählerischer Ausgangspunkt seien dabei die heutigen Nutzerinnen und Nutzer der Räumlichkeiten, die Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Wettingen. «Es ist ihre Perspektive auf Geschichte und Gegenwart des Ortes, welche die Erzählung und damit das Besuchererlebnis massgeblich prägt», ist in der Beilage zum Baugesuch zu lesen. Dafür baue das Museum Aargau eine enge Zusammenarbeit mit der Kanti auf.

Jährlich wird mit 15 000 Besucherinnen und Besuchern gerechnet

Wie auch bei anderen Angeboten von Museum Aargau wird auch das Wettinger Klosterareal nur saisonal geöffnet haben, also vom 1. April bis Ende Oktober. Gerechnet wird im Baugesuch mit jährlich 15 000 Besucherinnen und Besuchern. Der Gestaltungsplan Klosterhalbinsel – dessen Teiländerung der Einwohnerrat im September 2020 zugestimmt hatte – beinhaltet, dass «zum Beispiel im Zusammenhang mit den Aktivitäten des Museum Aargau» bei einem zusätzlichen Bedarf an Parkfeldern die Möglichkeit bestehe, im Eingangsbereich der Klosteranlage eine unterirdische Parkierungsanlage in die Kanzlerrainstrasse zu realisieren.

Noch im November hatte die SVP-Fraktion im Grossen Rat mit einem Antrag versucht, die Einbindung des Klosters Wettingen im Museum Aargau zu verhindern. Die Mehrheit der Grossratsmitglieder lehnte dies aber ab.

Die Einfahrt zur Wettinger Klosterhalbinsel, wo ab 2022 das Kloster für die Öffentlichkeit kulturhistorisch zugänglich gemacht wird.

Die Einfahrt zur Wettinger Klosterhalbinsel, wo ab 2022 das Kloster für die Öffentlichkeit kulturhistorisch zugänglich gemacht wird.

Chris Iseli

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