Baden
«Stil ist, wenn jemand authentisch ist»

Imageberaterin Corinne Staub erklärte in der Stadtbibliothek, warum eine zu kurze Krawatte nicht stillos sein muss. Und warum sie sich hin und wieder als Metzgerin ausgibt.

Stefanie Suter
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Der mittägliche Kultur-Input «DienstagsTalk» hat sich etabliert.AZ ARCHIV

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Das Publikum, das vorwiegend aus Frauen bestand, hörte gespannt zu, als Corinne Staub von ihren Erfahrungen als Imageberaterin erzählte. Wie denn die Leute reagieren, wenn sie von ihrem Beruf erfahren, fragte die Moderatorin und az-Redaktorin Silvia Schaub. «Manchmal sage ich, ich sei Metzgerin», verriet Staub und lachte. Wenn die Gesprächspartner ihren richtigen Beruf kennen würden, käme es vor, dass sie sich beobachtet fühlten und nicht mehr locker blieben.

Normalerweise findet der Dienstagstalk in einem intimen Rahmen statt. Beim Talk zum Thema «Stil» war der Andrang riesig: Statt der üblichen 10 bis 20 Personen fanden über 50 Interessierte ihren Weg in die Bibliothek.

Die Stilfrage

Was für Staub denn Stil sei, wollte die Moderatorin wissen. «Stil ist für mich, wenn jemand authentisch ist», sagte die Imageberaterin. Dazu müsse man mit sich selber zufrieden sein und wissen, was man wolle. Nicolas Hayek beispielsweise habe die Krawatte zu kurz getragen – und trotzdem habe er Stil gehabt, da er authentisch gewesen sei.

Einem ihrer Kunden, der bei einer Versicherung arbeitete, habe Staub ein neues Outfit verpasst: «Er kam im Anzug bei den Kunden besser an und erzielte viel mehr Abschlüsse.» Aber er habe sich nicht wohlgefühlt in diesen Business-Kleidern, er sei sich wie verkleidet vorgekommen. «Heute ist er Kranführer», sagte Staub, «und authentisch, da er sich nun wohlfühlt.» Ausserdem sei stilvolle Kleidung kein Garant für stilvolles Benehmen: Sie habe auch schon Herren in teuren Anzügen gesehen, die alles andere als anständig gegessen hätten.

Zum Schluss verriet Staub, wie man Fingerfood isst, ohne die Würde zu verlieren (siehe Box). Beim anschliessenden Lunch mit Häppchen versuchten die Besucher, die Tipps umzusetzen. Einige hatten Mühe, den Teller, das Glas und die Serviette so zu halten, wie dies die Imageberaterin erklärte. Mit etwas Übung und der Hilfe von anderen Besuchern klappte es doch.

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