Fislisbach multimobil unterwegs
«multimobil unterwegs»: Familie Schott verzichtet einen Monat aufs Auto

Im Rahmen des Projektes «multimobil unterwegs» gibt Familie Schott gleich zwei Autoschlüssel ab. Ab dem 25. August wollen sie nur noch unmotorisiert unterwegs sein. Oder fast: Das Projekt stellt der Familie E-Bikes zu Verfügung.

Katia Röthlin
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Patrizia (35) und Christoph Schott (38) mit Tochter Larissa (5). Die Familie gibt vorübergehend die Autoschlüssel ab.

Patrizia (35) und Christoph Schott (38) mit Tochter Larissa (5). Die Familie gibt vorübergehend die Autoschlüssel ab.

Familie Schott lebt in Fislisbach in einer modernen Wohnung, vor dem Haus eine Tempo-30-Zone, in der Garage zwei Autos. Mit einem davon pendelt Vater Christoph, 38, täglich nach Windisch, Mutter Patrizia, 35, arbeitet 50 Prozent in einem Garagenbetrieb und pendelt mit dem anderen Auto nach Mellingen. Tochter Larissa, 5, kommt nach den Sommerferien in den Kindergarten – sie fährt gern Velo.

Das Projekt «multimobil unterwegs»

Die Teilnehmenden verzichten vom 25. August bis zum 22. September auf ihr Auto. Sie führen während jeweils einer Woche vor und während des Projekts ein Mobilitätstagebuch und berichten über ihre Erlebnisse. Sie erhalten für die Dauer des Projektes ein A-Welle-Abo, ein Mobility-Car-Sharing-Abo sowie leihweise ein E-Bike und haben ausserdem die Möglichkeit, sich bei SportXX für 500 Franken auszurüsten. (kru)

Eine riesige Herausforderung

Zum Experiment entschlossen haben sich die Schotts, nachdem sie vor kurzem Freunde trafen, die seit einiger Zeit ohne Auto leben. «Das wäre eine riesige Herausforderung für uns», sagten sich die beiden, und als sie kurz darauf auf den Artikel über das Projekt «multimobil unterwegs» von Badenmobil (siehe Box) gestossen seien, da sei ihnen der Entschluss, sich zu bewerben, nicht schwergefallen.

«Unser Umfeld hat auf das Projekt sehr positiv reagiert», erzählen sie. Einige hätten auch schon angeboten, sie im Notfall irgendwo hin zu fahren. «Ein paar dumme Sprüche muss ich mir aber natürlich an meinem Arbeitsplatz schon gefallen lassen», sagt Patrizia Schott und lacht.

Bessere Planung

Die grösste Hürde beim Projekt «multimobil unterwegs»? «Dass ich viel genauer planen muss», sagt Patrizia Schott. «Heute mache ich gern spontan Ausflüge, fahre schnell zu meinen Eltern nach Aarau oder besuche eine Freundin. Das wird ohne Auto nicht mehr möglich sein.»

Christoph Schott freut sich auf das Pendeln mit dem Elektrovelo, das er zu Verfügung gestellt bekommt. Auch Patrizia Schott wird nach Mellingen mit dem Elektrovelo pendeln – und sich wohl noch den einen oder anderen dummen Spruch anhören müssen.